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Nasenspray gegen Corona: Kann VirX wirklich vor einer Infektion schützen?

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Von: Daniel Schinzig

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Ein Nasenspray gegen Corona? Könnte VirX ein Durchbruch in der Pandemie sein? Nicht, wenn es nach einem Experten geht.

Hamm - Der Herbst hat begonnen. Und passend dazu steigen die Corona-Zahlen wieder. Wer jetzt viel unter Leute geht, hat oftmals ein mulmiges Gefühl. Denn trotz Impfungen und durchgemachter Infektionen: Anstecken kann man sich immer noch. Da kommt ein neues Nasenspray gerade recht, das genau das verhindern soll. Das verspricht zumindest der Hersteller. Mehr noch: VirX soll auch eine Covid-19-Erkrankung deutlich verkürzen. Dass diese Versprechen ohne Abstriche eingehalten werden, sieht ein Experte aber skeptisch.

Nasenspray gegen Corona: Schützt VirX wirklich vor einer Infektion?

Die Angaben zu dem Nasenspray gegen Corona lesen sich traumhaft: Wer zu VirX greift, soll laut Hersteller ein 75 % niedrigeres Risiko haben, sich mit dem Virus zu infizieren. Dafür sorgt eine physikalische und chemische Barriere, die sich in der Nase aufbaut und Moleküle beinhaltet, die die Viren abtöten. Aber auch Menschen, die sich bereits angesteckt haben und an Covid-19 erkrankt sind, profitieren von dem vermeintlichen Wundermittel. So soll sich bei Anwendung die Dauer einer Infektion um die Hälfte reduzieren.

Also sprühen wir uns den Stoff bald in die Nase und können wieder ohne Reue in die Disco? Oder fallen bei einer Covid-Erkrankung wesentlich weniger lange aus? So ganz falsch ist das nach Ansicht von Dr. Christoph Specht nicht. Aber der Medizinjournalist zeigt sich auch skeptisch.

Denn: Das Spray „reduziert zwar tatsächlich die Anzahl von Viren im Nasenraum, dort wo man es eben anwendet“, so Specht im Gespräch mit RTL. „Aber das bedeutet ja nicht, dass es etwas therapeutisch kann.“ Der Experte meint damit, dass, wenn die Viren erst einmal in den Körper eingedrungen sind und eine Infektion ausgelöst haben, das Nasenspray daran auch nichts mehr ändern kann. Die Viren sind dann im Körper, die Krankheit nimmt dann ihren Lauf.

Nasenspray gegen Corona: VirX wirkt sich auf Schnelltests und PCR-Tests aus

Eine Auswirkung hat das Spray aber auch in diesem Fall. Denn Schnelltests und PCR-Tests können schneller negativ werden. Allerdings nicht, weil man etwa bereits genesen ist. Sondern weil die Viren genau dort, wo der Abstrich für den Test gemacht wird - nämlich in der Nase - abgetötet werden. Heißt: Man ist noch infiziert, aber der Test nimmt das nicht mehr wahr.

Ist die Anwendung des Nasensprays gegen Corona also sogar eher tückisch und wiegt einen in falscher Sicherheit? Nicht unbedingt: Denn abgetötete Viren in der Nase bedeuten auch, dass man weniger ansteckend ist. Dr. Christoph Specht rät dazu, das Nasenspray zusammen mit einer Mundspülung zu verwenden. Wird beides angewendet, kann die Viruslast in Nase und Rachen merkbar gesenkt und die Menschen im Umfeld wirkungsvoll geschützt werden.

Zu der Frage, ob VirX als Präventionsmaßnahme etwas taugt, äußerte sich der Experte allerdings nicht. Hier muss man sich auf die Herstellerangaben verlassen. Vertraut man diesen, muss man das Spray über den Tag verteilt mehrmals nehmen, um wirklich sicher zu sein. Die Wirkung lässt nämlich nach zwei bis drei Stunden wieder nach. Und vermutlich ist man besser beraten, darauf zu achten, nur durch die Nase einzuatmen. Denn der Mundraum wird durch das Spray natürlich nicht geschützt.

Ganz auf das Tragen einer Maske sollte also nicht verzichtet werden, wenn man sich effektiv schützen möchte. Pflicht ist die Maske in vielen Bereichen aber auch laut den neuen Corona-Regeln in NRW nicht. Wer häufig mit dem Zug fährt, sollte sich allerdings gut informieren. Denn wann und in welchem Zug man welche Maske tragen soll, ist gar nicht so leicht zu durchschauen.

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