Angst unbegründet?

Langzeitfolgen und Impfschäden nach Corona-Impfung? Das sagen die Experten

Müssen Menschen nach der Corona-Impfung mit Impfschäden oder gar Langzeitfolgen rechnen? Experten klären jetzt auf und ziehen einen Vergleich zur Pockenimpfung.

Hamm - Die Impfquote in Deutschland steigt nur langsam an. Etwas mehr als 52 Millionen (62,8 Prozent) Menschen in der Bundesrepublik haben sich bislang gegen das Coronavirus impfen lassen. Viele zögern noch oder lehnen die Maßnahme gegen das Virus ab. Eines der Gründe: Die Angst vor Langzeitfolgen und Impfschäden. Experten geben nun Entwarnung.

ImpfungGegen das Coronavirus
Verabreichte Dosen in Deutschland105 Millionen
Vollständig geimpft52,1 Millionen
% der Bevölkerung vollständig geimpft62,8 Prozent

Corona-Impfung: Langzeitfolgen und Impfschäden - Experten klären jetzt auf

Bevor die Impfstoffe in der EU überhaupt zugelassen wurden, mussten sie drei klinische Testphasen überstehen. In Deutschland sind seitdem zig Millionen Dosen der mRNA-COVID-19-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna verabreicht worden. Unerwünschte Reaktionen und Nebenwirkungen in den ersten 14 Tagen wurden an das Paul-Ehrlich-Institut gemeldet. Die Zahl ist mit 0,14 Prozent aller durchgeführten Impfungen durchaus überschaubar.

Nur 0,002 Prozent aller Nebenwirkungen in Verbindung mit einer Corona-Impfung waren schwerwiegend. Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündungen traten nur in den seltensten Fällen auf. Doch wie sieht es mit Langzeitfolgen und Impfschäden nach der Corona-Impfung aus? Die Bedenken in Deutschland und weltweit sind groß. Eigentlich ein gutes Zeichen. Denn würde die Bevölkerung blind den Anweisungen Folge leisten und nichts hinterfragen, könnte das schlimme Konsequenzen haben.

Corona-Impfung: „Langzeit-Nebenwirkungen, die erst nach Jahren auftreten, sind generell nicht bekannt“

Im Fall von Corona-Impfstoffen sind die Bedenken jedoch unbegründet, wie Susanne Stöcker, Pressesprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts in einem ZDF-Interview erläuterte. „Langzeit-Nebenwirkungen, die erst nach Jahren auftreten, sind bei Impfstoffen generell nicht bekannt“, sagte sie. Nebenwirkungen könnten demnach wenige Stunden und Tage nach der Corona-Impfung auftreten. So erklärte Immunologe Carsten Watzl, warum es besonders bei der Zweitimpfung mit Biontech zu Schüttelfrost und Co. kommen kann.

Spätfolgen und auftretende Impfschäden Monate oder gar Jahre nach der Corona-Impfung können laut der Expertin ausgeschlossen werden. Der Grund: Der Impfstoff gegen das Coronavirus wird nach der Verabreichung im Körper abgebaut. Nach rund 50 Stunden soll laut Susanne Stöcker die Ribonukleinsäure mRNA nicht mehr im Körper nachweisbar sein. Anders als Medikamente, die über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Bei ihnen können Langzeitfolgen auftreten, so Susanne Stöcker.

Corona-Impfung: Expertin schließt Langzeitfolgen aus und zieht Vergleich

Petra Falb, Gutachterin in der Zulassung für Impfstoffe beim österreichischen Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, pflichtete ihrer Vorsprecherin bei. In ihrem Blog zog sie den Vergleich zur Pockenimpfung, die in Deutschland 1970 mit einer Impfpflicht versehen wurde. Mehr als 50 Jahre sind seitdem vergangenen, die Forschung ist deutlich weiter. Doch: Die Pocken konnten ausgerottet werden.

In seltenen Fällen kam es zu Impfschäden in Form impfbedingte Encephalitis (Gehirnentzündung). Doch auch eben jene Gehirnentzündung trat in den seltensten Fällen unmittelbar nach der Verabreichung des Impfstoffs auf. Ohnehin war die Impfreaktion damals deutlich höher. Der Begriff Langzeitfolgen wurde laut Petra Falb im Zusammenhang mit der Pockenimpfung falsch verwendet. Denn: Jede Gehirnentzündung kann dauerhafte Schäden hinterlassen.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka

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