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Biontech-Booster: Schutz sinkt bereits nach drei Monaten - nicht nur bei Omikron

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Von: Daniel Schinzig

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Eine Booster-Impfung schützt gegen einen schweren Corona-Verlauf. Aber die Wirkung lässt beim Vakzin von Biontech nach kurzer Zeit nach - nicht nur bei Omikron.

Hamm - Die Annahme gibt es schon lange: Der besonders hohe Schutz vor Corona, insbesondere vor schweren Verläufen und Krankenhauseinweisungen, nimmt nur wenige Monate nach der Booster-Impfung ab. Dass das zumindest für den Impfstoff von Biontech gilt, konnte nun in einer von Pfizer finanzierten Studie bestätigt werden. Doch was heißt das genau? Wie gut bin ich noch geschützt, wenn die Auffrischungsimpfung schon etwas länger zurückliegt?

Booster mit Biontech: Schutz sinkt nach wenigen Monaten

Was nach wie vor klar ist: Eine Booster-Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer erhöht den Schutz vor der Coronavariante Omikron enorm. Eine Ansteckung mit dem Virus ist zwar noch möglich, die Wahrscheinlichkeit für eine Einweisung ins Krankenhaus oder einen Besuch in der Notaufnahme sinkt aber stark.

Doch die Untersuchung, die im Fachblatt The Lancet Respiratory Medicine veröffentlicht wurde, zeigt auch: Dieser Schutz lässt offensichtlich nach etwa drei Monaten deutlich nach. Das soll nicht als Argument gegen die Auffrischung verstanden werden. In der Untersuchung wird betont, dass auch nach dieser Zeit noch eine gewisse Wirksamkeit erhalten bleibt. Aber es macht dennoch hellhörig.

So beträgt laut der Untersuchung die Wirksamkeit gegen Krankenhauseinweisungen wegen Omikron innerhalb der drei Monate nach dem Booster 88 Prozent. Danach fällt der Schutz recht stark auf 55 Prozent. Bei dem Schutz vor Besuchen einer Notaufnahme zeigt sich ein ähnliches Bild: Wird die Wirkung zunächst mit 77 Prozent beziffert, geht sie nach drei Monaten auf 53 Prozent herunter.

Schutz der Booster-Impfung sinkt nach wenigen Monaten - nicht nur bei Omikron

Immer wieder hört man, dass die Omikron-Variante des Coronavirus dafür sorgt, dass der Impfschutz schwächer ist. Und das ist auch richtig. Dennoch haben die Forscher aus Südkalifornien die Beobachtung gemacht, dass es auch bei der Delta-Variante zu einer Abschwächung der Wirkung drei Monate nach dem Booster kommt. Allerdings konnte auch noch einmal beobachtet werden, dass der generelle Schutz des Biontech/Pfizer-Vakzins bei Delta besser ist - insbesondere bei der Erst- und Zweitimpfung.

Für die Untersuchung wurden 11.123 Einweisungen ins Krankenhaus und Besuche in der Notaufnahme untersucht, die nicht zu einer Krankenhauseinweisung führten. Der Studie war von Dezember 2021 bis Februar 2022 angelegt. In dieser Zeit waren sowohl Omikron als auch Delta im Umlauf.

Eine Frau hält ein Fläschen des Biontech-Impfstoffs Comirnaty gegen das Corona-Virus in der Hand.
Eine neue Studie bestätigt: Der Schutz der Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer nimmt wenige Monate nach dem Booster ab. © Sebastian Gollnow/dpa

Die Ergebnisse der Studie können generell als Indiz dafür gedeutet werden, dass nach der dritten Impfung (erster Booster) ein zweiter Booster nach einer gewissen Zeit durchaus sinnvoll ist. Zumindest für bestimmte Gruppen. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission die zweite Auffrischung für alle Personen ab 70 sowie für Personen mit bestimmten Vorerkrankungen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) würde die vierte Impfung gerne schon für Menschen ab 60 empfehlen.

Ganz davon ab, wie lange wie gut welcher Impfstoff nun schützt: In NRW gibt es mittlerweile nahezu keine Corona-Regeln mehr. Die Schüler müssen sich auch nicht mehr testen. Da ist es gut zu wissen, wie sich eine Infektion mit der Omikron-Variante bemerkbar macht.

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