Corona-Vakzin

Thrombosen offenbar auch bei Impfstoffen von Biontech und Moderna – Studie belegt Risiko

Bei den Corona-Impfstoffen von Astrazeneca und Johnson & Johnson gab es Fälle von Thrombosen. Und bei Biontech und Moderna? Eine Studie liefert überraschende Antworten.

Hamm - Die Vektor-Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson stehen weiterhin heftig in der Kritik. Wegen des Vakzins sollen nach den Impfungen vereinzelte Fälle von Sinusvenenthrombosen aufgetreten sein. In Deutschland wird der Corona-Impfstoff von Astrzeneca daher nur noch an über 60-Jährige verabreicht. Die Lieferungen von Impfdosen des Herstellers Johnson & Johnson in die EU wurden vorerst gestoppt, die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat Untersuchungen eingeleitet. (News zum Coronavirus)

UnternehmenBiontech
Gründung2008
CEOUğur Şahin (2008–)
HauptsitzDeutschland

Biontech/Pfizer: Corona-Impfstoff soll genauso oft Thrombosen auslösen wie Astrazeneca

Die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Curevac rücken mehr denn je in den Fokus. Für letzteren fordert SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gar eine Notzulassung. Nun gibt es angeblich überraschende Ergebnisse. Wie eine Studie der Universität Oxford beweisen soll, kommen beim Einsatz der mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna beinahe genauso viele Blutgerinnsel als Nebenwirkung vor wie bei den in die Kritik geratenen Vektorimpfstoffen.

Der Studie zufolge sollen statistisch gesehen vier von vier Millionen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpfte Personen anschließend an einer Hirnvenenthrombose gelitten haben. Die Universität, die das Mittel von Astrazeneca mitentwickelt hatte, zieht anschließend den Vergleich zum Vektor-Impfstoff.

Von den fünf Millionen Menschen, die den Impfstoff von Astrazeneca erhalten hatten, waren es demzufolge fünf mit Thrombose als Nebenwirkung. Ohnehin sei das Risiko einer Hirnvenenthrombose bei einer Covid-19-Erkrankung um ein Vielfaches höher als bei einer Impfung gegen das Virus. Wie die Studie wohl belegt, liegt die Statistik demnach bei 39 von einer Million erkrankten Personen.

Corona-Impfung: In Deutschland bislang 48 Verdachtsfälle auf Sinusvenenthrombose

In Deutschland wurden bislang 48 Verdachtsfälle auf eine Sinusvenenthrombose nach der Corona-Impfung mit dem Mittel von Astrazeneca gemeldet. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) waren, mit Ausnahme von acht Fällen, Frauen im Alter von 20 bis 66 Jahren betroffen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) begründet das mit der häufigeren Impfung von Frauen.

In einer Hausarztpraxis wird eine Spritze mit dem Biontech-Impfstoff Comirnaty gegen das Coronavirus aufgezogen.

Bei einer Hirnvenenthrombose verstopft die Sinusvene, das Blut gelangt nicht mehr von Gehirn zurück zum Herzen. Schuld sind die Blutplättchen, die normalerweise Schäden an Gefäßen abdichten, um eine Blutung zu stoppen. Bei einer Sinusvenenthrombose verkleben jedoch eben jene Plättchen, ohne dass eine Blutung vorliegt.

Corona-Impfung: Das ist der Unterschied zwischen Vektor- und mRNA-Impfstoffen

Sichere Erkenntnisse, wodurch die Sinusvenenthrombosen bei geimpften Personen ausgelöst werden, gibt es noch nicht. Die Vektorimpfstoffe von Johnson & Johnson und Astrazeneca nutzen ein an sich harmloses Adenovirus. Darüber werden Erbinformationen des Virus in den menschlichen Körper geschleust.

Die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Curevac hingegen liefern das genetische Material in einem Fetttropfen, der bis zu den Zellen reist. Erst kürzlich hatte SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach im Deutschlandfunk betont, Sinusvenenthrombosen seien beim Vektorimpfstoff Johnson & Johnson wie zuvor bei Astrazeneca zu erwarten gewesen.

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson ist in der EU bereits zugelassen. Allerdings wurde bislang noch keine Dosis verimpft. Ursprünglich waren bis Juni 2021 Impfungen in Deutschland mit dem Mittel geplant .Im zweiten Quartal sollen 10,1 Millionen Dosen und 2021 insgesamt 36,7 Millionen Dosen geliefert werden. Der Vorteil des bis dato Hoffnungsträgers: Menschen benötigen nur eine Dosis, um immunisiert zu werden.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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