1. come-on.de
  2. Leben
  3. Gesundheit

Akupunktur und Zungendiagnose: Wie wirkt Traditionelle Chinesische Medizin?

Erstellt:

Von: Juliane Gutmann

Kommentare

Akupuktur ist ein wesentlicher Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Akupuktur ist ein wesentlicher Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin. © picture-alliance/ dpa/dpaweb/Hans Wiedl

Als eine der ältesten Heilkünste der Welt, lindert die Traditionelle Chinesische Medizin bereits seit rund 2.000 Jahren Beschwerden jeglicher Art. Dieses Wirkprinzip steckt dahinter.

Immer mehr Menschen vertrauen auf alternativmedizinische Behandlungsverfahren. Dazu zählt zum einen die Phytotherapie, also die Anwendung von Heilpflanzen und aus ihnen erzeugten Arzneimitteln. Auch die uralte Heilkunst des Ayurveda oder die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) locken immer mehr Patienten an, die auf natürliche Weise gesund werden möchten. Vor allem der ganzheitliche Ansatz spricht für die TCM: Nicht die Behandlung der Symptome steht im Vordergrund, sondern die Ursachenforschung und deren Bekämpfung. So soll ein langfristiger Behandlungserfolg erzielt werden. Doch die TMC birgt auch Grenzen, die jeder Patient kennen sollte.

Die fünf Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin ist eine Heilkunst, die sich vor über 2.000 Jahren in China herausbildete und sich bis heute weiterentwickelt. Die therapeutischen Verfahren innerhalb der TCM werden als "Säulen" bezeichnet. Durch sie wird versucht, das verlorene Gleichgewicht der Kräfte im Körper wieder herzustellen. Dazu gibt es mehrere Methoden:

Das könnte Sie auch interessieren: Meditation: Diesen Effekt auf die Gesundheit kannten Sie noch nicht.

So wichtig ist die Diagnose in der TCM

Wie ein Heilpraktiker wird ein TCM-Arzt zuerst ein ausführliches Anamnese-Gespräch führen. Dabei werden nicht nur die Beschwerden abgefragt, sondern auch familiäre Erkrankungen, Ess- und Schlafgewohnheiten, Lebensumstände, etwaige Stressfaktoren* und, bei Frauen, wie regelmäßig und stark die Menstruation ist. Ziel ist es, ein umfassendes Bild vom Patienten zu gewinnen, um diesen so passgenau wie möglich zu behandeln.

Auch Puls- und Zungendiagnose geben dem TMC-Arzt Auskunft über den Gesundheitszustand des Patienten und darüber, wie sich die Behandlung gestalten muss. Je nachdem, welche Diagnose erstellt wird, folgt eine individuell angepasste Therapie, die sich der oben genannten Säulen bedient.

Die Wirkweise der TMC beruht auf Lehren des Taoismus und des Konfuzianismus über die richtige Lebensführung. Sind Yin und Yang nicht im Gleichgewicht, kommt es dieser Lehren zufolge zu psychischen und körperlichen Beschwerden. Yin werden Eigenschaften wie weiblich, weich, innen, unbewusst zugeordnet, Yang dagegen männlich, hart, außen, bewusst. Sind beide im Ungleichgewicht, kann Qi, die Lebensenergie, nicht ungehindert im Körper fließen. Qi fließt der Traditionellen Chinesischen Medizin zufolge auf bestimmten Energiebahnen (Meridianen) durch den Körper.

Lesen Sie auch: Mann macht 14 Tage Yoga im Ashram – und durcherlebt erstaunliche Effekte.

Je früher die Behandlung einsetzt, desto schneller die Genesung

Der TCM zufolge können alle Krankheiten behandelt werden, die noch nicht zu weit fortgeschritten sind, rein psychischer Natur sind oder keine Organe zerstört haben. Es gilt: Je früher eine Krankheit erkannt und behandelt wird, desto schneller tritt der Behandlungserfolg ein. Chronische Beschwerden müssen dagegen länger therapiert werden.

In der Praxis wird die TCM meist bei einfachen Beschwerden wie Magen-Darm-Problemen und Rückenschmerzen, aber auch chronischen Leiden wie chronischer Nasennebenhöhlenentzündung in Anspruch genommen. Auch zur Prävention von Krankheiten wird die uralte Heilkunst empfohlen. Bei schweren Erkrankungen wie Krebs sollte immer ein Facharzt konsultiert werden. TCM kann hier in Absprache mit dem Onkologen ergänzend zur konventionellen Medizin eingesetzt werden. Operationen oder bildgebende Verfahren wie MRT-Scans oder CT-Scans gehören nicht zur Therapie der TCM.

Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine TCM-Behandlung, etwa im Fall von Rückenschmerzen oder chronischen Gelenkschmerzen.

Quellen:

Weiterlesen: Wer lange leben will, sollte diese eine Sache tun - sie hat nichts mit Sport und Ernährung zu tun.

jg

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant

Kommentare