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Die acht größten Wein-Mythen: Hartnäckige Irrtümer rund um den Rebensaft

Lassen Sie sich reinen Wein einschenken: Wir präsentieren die größten Mythen und Irrtümer, die sich rund um das Thema Wein hartnäckig halten.

Verschiedene Weinsorten*, verschiedene Länder, verschiedene Jahrgänge: einen richtig guten Wein zu finden, ist für Laien gar nicht so einfach. Dann gibt es auch noch unzählige Gerüchte und Irrtümer rund um das Thema, die verunsichern können. Welche Wein-Mythen kennen Sie? Vielleicht kann Ihnen die folgende Auflistung dabei helfen, auf bestimmte Mythen und gut gemeinte Ratschläge nicht mehr hereinzufallen.

Wein-Mythos Nr. 1: Jeder Wein wird mit dem Alter besser

Das trifft nicht auf jeden Wein zu. Viele der Weine, die heutzutage produziert werden, sind dazu gedacht, innerhalb von 12 bis 18 Monaten getrunken zu werden. Es gibt sogar einen regelrechten Trend, gerade bei Rotweinen, junge, frische Weine zu kreieren, die sofort getrunken besser schmecken als gereift. Natürlich gibt es immer noch Weine, die für Jahre und Jahrzehnte reifen können und immer noch schmecken, wenn nicht sogar besser.

Es gibt aber keine pauschale „perfekte“ Lagerzeit für Weine. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je höher der Tannin-, Zucker- und Säure-Gehalt in Weinen ist, desto länger können sie gelagert werden. Bei einer Lagerung von mehr als fünf Jahren erhöht sich aber das Risiko einer Essignote, die den Wein ungenießbar macht.

Wein-Mythos Nr. 2: Weinflaschen mit Korken sind hochwertiger als mit Schraubverschluss

Man hat das Gefühl, ein Wein, der mit einem Korken verschlossen ist, sei qualitativ hochwertiger und edler. Das ist aber ein Gerücht. Immer mehr Weine werden heutzutage mit Schraubverschluss verkauft. Nicht nur, dass die Flaschen leichter zu öffnen sind. Schraubverschlüsse eliminieren auch viele Probleme, die Korken herbeiführen, zum Beispiel korkenden Wein, Oxidation und Auslaufen des Weins.

Lesen Sie auch: Vier Tricks, um Weinflaschen ohne Korkenzieher zu öffnen.

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Wein-Mythos Nr. 3: Ein guter Wein muss teuer sein

Jedem Menschen schmecken andere Weine besser als andere. Wie viel ein Wein kostet, kann zwar Hinweise auf die Qualität der Trauben geben und wie teuer der Herstellungsprozess war. Dennoch sind viele Wein-Preise getrieben von wirtschaftlichen Überlegungen: Marketing, Angebot und Nachfrage. Aber eine Garantie, dass ein teurer Wein besser schmeckt als ein günstigerer, gibt es nicht. Auch ein Wein zwischen zehn und 15 Euro kann hervorragend schmecken.

Wein-Mythos Nr. 4: Die Franzosen haben den Champagner erfunden

Es ist umstritten, ob die Franzosen wirklich den Champagner erfunden haben, der nach der Region Champagne benannt ist. Angeblich hat der Mönch Dom Perignon durch verschiedene Mischungen von Grundweinen die „Méthode champenoise“ weiterentwickelt. Aber auch der englische Wissenschaftler und Arzt Christopher Merret ist im Gespräch, Champagner im 17. Jahrhundert erfunden zu haben, als er einem fertigen Wein Zucker hinzufügte, um eine zweite Gärung zu verursachen.

Wein-Mythos Nr. 5: Rotwein zu rotem Fleisch, Weißwein zu Fisch und hellem Fleisch

Generell ist es tatsächlich so, dass Rotweine mit hohem Tannin-Gehalt (also Gerbstoffe) ein guter Begleiter zu rotem Fleisch wie Rind sind, während die Säure in Weißweinen hervorragend zu Hühnchen oder Fisch passt. Sie müssen sich aber nicht stur an diese Orientierung halten. Auch ein Pinot Noir kann zu weißem Fleisch schmecken. Schwere Weine passen zu deftigen Gerichten und zu Gerichten aus der Asiatischen Küche schmecken Weine mit leichter Restsüße besonders lecker.

Lesen Sie dazu auch: Welcher Wein passt zu welchem Gericht? Ein Überblick.

Wein-Mythos Nr. 6: Rosé ist eine Mischung aus Rot- und Weißwein

Dass Rosé eine Mischung sei, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Stattdessen liegt die helle, rosa Farbe dieses Wein an einem speziellen Gärverfahren, bei dem das Fruchtfleisch der Trauben vergoren wird, die Schalen aber alsbald entfernt werden. Die meisten Farbstoffe sitzen in der Schale, deshalb bleibt die Rosé-Farbe eher blass.

Wein-Mythos Nr. 7: Rotwein soll bei Zimmertemperatur getrunken werden

Ein hartnäckiger Mythos, der sich bis heute hält: Weißwein wird kalt getrunken, Rotwein bei Zimmertemperatur. Allerdings vergisst man dabei, dass die Regel aus Zeiten stammt, als Zimmer noch auf circa 16 bis 18 Grad geheizt wurden. Heutzutage werden Ess- und Wohnzimmer um einiges wärmer aufgeheizt, auf über 20 Grad. Da die ideale Trinktemperatur für Rotweine laut dem Deutschen Weininstitut zwischen 16 und 18 Grad liegt, können Sie auch Rotwein ruhigen Gewissens herunterkühlen, zum Beispiel indem Sie ihn für eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen.

Mehr dazu: Rotwein gekühlt trinken? Warum das gar kein Verbrechen ist.

Wein-Mythos Nr. 8: Wenn ein Wein nach einer bestimmten Frucht riecht und schmeckt, war diese Frucht auch an der Herstellung beteiligt

Die Etiketten auf Weinflaschen können schon etwas verwirrend sein: „ kräftig-samtige Erdbeeraromen“, „intensive Aromen von dunklen Beeren“. Wurden da etwa Aromastoffe hinzugefügt? Nein. Tatsache ist: Wein wird einzig und allein aus Weintrauben hergestellt. Andere Aromen und Geschmäcker, die Sie vielleicht entdecken, sind das Resultat von Aroma- und Geschmacksmolekülen, die eine Traube mit einer bestimmten Frucht gemeinsam hat. Zum Beispiel enthalten Cabernet-Trauben die gleichen Geschmacksmoleküle wie schwarze Johannisbeeren. (mad) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Weiterlesen: Fünf Fehler beim Weintrinken, die fast jeder macht – Tipps für mehr Genuss.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Andreas Arnold/dpa

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