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Sie lieben Nuss-Eis? Bei manchen Eiscafés bekommen Sie nicht das, was draufsteht

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Von: Maria Dirschauer

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Leckeres Nuss-Eis aus dem Eiscafé? Bei vielen Herstellern ist Vorsicht geboten.
Leckeres Nuss-Eis aus dem Eiscafé? Bei manchen Herstellern ist Vorsicht geboten. © imago-images

Viele Genießer lieben Nuss-Eis. Aber wussten Sie, dass die meisten Sorten kaum echte Nüsse enthalten? Die traurige Wahrheit lesen Sie hier.

Der Sommer ist da, die Sonne scheint, die Eiscafés haben endlich wieder geöffnet. Was ist Ihre Lieblingseissorte? Schoko, Vanille*, Joghurt oder vielleicht eine Nusssorte? Pistazie, Haselnuss oder Walnuss: Nuss-Eis ist bei vielen Verbrauchern beliebt. Doch das Erschreckende: Viele Eissorten, die von Eiscafés als Nuss-Eis verkauft werden, enthalten keine Nüsse, manche nicht einmal das entsprechende Aroma. Das NDR-Verbrauchermagazin Markt hat in Stichproben mehrere Nuss-Eissorten aus Eiscafés im Labor untersuchen lassen. Das Ergebnis: Bei vielen wird geschummelt.

Nuss-Eis oft aus Fertigprodukten mit Aromen

Zur Herstellung von Nuss-Eis sollte man wissen: Es gibt die Leitsätze für Speiseeis des Deutschen Lebensmittelbuches. Dort ist festgelegt, dass der Nussanteil bei fünf Prozent liegen muss, außerdem muss der Geschmack deutlich wahrnehmbar sein. Anders sieht es schon bei „Eis mit Nussgeschmack“ aus: Hier müssen gar keine Nuss-Bestandteile enthalten sein, der Geschmack kommt meistens durch die Zugabe von Aromen zustande. Viele Eiscafés arbeiten mit Fertigprodukten, anstatt das Eis mit natürlichen Zutaten, also in diesem Fall z. B. reinem Mark aus Nüssen oder Pistazien, selbst herzustellen.

Auch lecker: Für dieses sahnig-cremige Eis brauchen Sie nur drei Zutaten - und keine Eismaschine.

Eis im Check: Pistazieneis enthält fast nie Pistazien

Vor allem Pistazieneis entspricht laut Markt häufig nicht den Anforderungen. Für diese Sorte gibt es zwar keine Vorschriften in den Leitsätzen. Wie die Vorsitzende der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission Birgit Rehlender aber berichtet, müsse rein lebensmittelrechtlich auch bei Pistazieneis drin sein, was drauf steht: „Und es muss auch danach schmecken.“ Bei den von Markt untersuchten Pistazieneissorten stammte in 90 Prozent der Fälle das Aroma nicht aus Pistazien, sondern wurde zugesetzt. Teilweise fanden sich sogar Aromastoffe, die in der EU für Lebensmittel gar nicht zugelassen sind. Zudem wird das Eis auch grün gefärbt.

In einer Probe wurde besonders viel Benzaldehyd gefunden: ein Stoff, der nach Bittermandel und Marzipan schmeckt, obwohl das mit dem wahren Geschmack von Pistazien nichts zu tun hat. In diesem Fall ist eigentlich weder die Bezeichnung „Pistazieneis“ noch „Eis mit Pistaziengeschmack“ erlaubt. Auch bei Walnuss- und Haselnusseis entdeckte Markt viel zugesetztes Aroma.

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Gutes Nuss-Eis erkennen: Das können Verbraucher tun

Was können Sie als Verbraucher jetzt tun, um gutes Nuss-Eis in Ihrem Eiscafé zu erkennen? Leider gibt es diesbezüglich keine gute Nachricht: Ihre Möglichkeiten sind begrenzt. Bei lose verkaufter Ware müssen Zutaten grundsätzlich nicht angegeben werden, wie Markt berichtet. Sie können natürlich beim Personal im Eisladen nachfragen – doch ob sie dort eine ehrliche Antwort erwarten können, ist fraglich. Was also tun? Sie können Ihr Lieblingseis auch selber herstellen. Ein Rezept für leckeres Speiseeis, das Sie beliebig variieren können, finden Sie hier. (mad) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Quelle: Markt

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