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Wie viel bringt die Strompreisbremse den Verbrauchern?

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Von: Carina Blumenroth

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Die Bundesregierung versucht die Verbraucher finanziell zu entlasten, jetzt ist eine Strompreisbremse im Gespräch. Wie viel die bringen kann, ist noch fraglich.

Die Preise steigen, das Geld bleibt gleich, die Bundesregierung erdenkt Pläne, wie Verbraucherinnen und Verbraucher entlastet werden können. Neben der Gaspreisbremse, die die Gasumlage ersetzt, ist jetzt ebenfalls eine Strompreisbremse im Gespräch. Doch wie viel haben Verbraucherinnen und Verbraucher eigentlich davon?

Strompreisbremse: Was sind die Hintergründe?

Was ist eigentlich die Strompreisbremse?

Die Strompreisbremse soll dazu beitragen, die Stromkosten allgemein zu senken. Um dies zu bewerkstelligen, sollen sogenannte Zufallsgewinne von Stromproduzenten zeitweise abgeschöpft werden. Zufallsgewinne sind die Mehreinnahmen, die Produzenten durch billige Produktion und teuren Verkauf haben. Damit sollen unter anderem die Strompreise für einen Basisverbrauch von Verbraucherinnen und Verbrauchern finanziert werden.

Quelle: Bundesregierung.de

Die Gaspreisbremse soll im Schnellverfahren durchgezogen werden, sodass Verbraucherinnen und Verbraucher bereits ab Januar 2023 davon profitieren könnten. Das sei eine komplizierte Angelegenheit, wie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) dem Handelsblatt sagt: „Die Abschöpfung der Zufallsgewinne ist eine extrem komplexe Aufgabe. Wir arbeiten hier wie bei der Gaspreisbremse eng mit Bundeskanzleramt und Bundesfinanzministerium zusammen. Normalerweise würde man sich dafür zwei oder drei Jahre Zeit nehmen. Das alles müssen wir in der Krise in nur zwei Monaten machen. Wir setzen damit einen politischen Auftrag um, aber es ist gefahrgeneigt.“

Übrigens: Lesen Sie hier, was Strom aktuell in Deutschland kostet.

Steckdosenleiste mit Kippschalter und Geld.
Ein Strompreisdeckel ist ab Januar 2023 im Gespräch – die Strompreise werden dann vermutlich ebenfalls noch mal ansteigen. © McPHOTO/B. Leitner/Imago

Was haben die Verbraucher von einer Strompreisbremse?

Wie genau sich die geplanten Änderungen auf Verbraucherinnen und Verbraucher auswirken könnten, ist noch nicht ganz klar. Allerdings hat das Verbraucherportal Check24 bereits Musterrechnungen erstellt, bei denen eine Familie um 348 Euro pro Jahr entlastet wird.

80% Vorjahresverbrauch auf 0,35 €/kWh gedeckelt
Familie, Verbrauch 5.000 kWhErsparnis: 348 Euro

Derzeit müssen in diesem Fall durchschnittlich rund 43,7 Cent pro Kilowattstunde bezahlt werden, informiert Check24. Ein Singlehaushalt mit einem Verbrauch von 1.500 Kilowattstunde würde bei genannter Entlastung 104 Euro jährlich sparen.

Strompreisbremse: Preiserhöhungen kommen im Jahr 2023

Generell rechnen Expertinnen und Experten damit, dass der Strompreis im kommenden Jahr ansteigen wird. Der MDR berichtet, dass es derzeit enorme Preisunterschiede für Stromkundinnen und -kunden gäbe. Das liege auch daran, wann die Konzerne eingekauft hätten – wenn diese dies vorausschauend im vergangenen Jahr getan haben, dann könne ein geringerer Preis möglich sein. Gerade Bestandskundinnen und -kunden profitierten oft von günstigeren Preisen, bei Neuverträgen sei eine Anhebung der Preise möglich.

Deshalb ist es jetzt oft nicht ratsam, seinen Vertrag zu wechseln, da Sie vermutlich mehr zahlen würden. Eine genaue Prognose, wie sich der Strompreis entwickelt, ist nicht konkret benennbar. Dominic Möst, Professor für Energiewirtschaft an der TU Dresden, teilt dem MDR jedoch seine Einschätzung mit: „Was aus meiner Sicht ein sehr guter, aussagekräftiger Indikator ist, in welche Richtung es gehen wird: Wenn man bei Neuverträgen schaut, wo da die Strompreise heute liegen. Da sind wir so in der Bandbreite zwischen 45 bis teilweise 60 Cent die Kilowattstunde.“

Andere Verantwortliche, wie beispielsweise Markus Barella, Geschäftsführer der Firma „first energy“, hält auch eine Verdopplung des Preises (auf etwa 60 Cent pro Kilowattstunde) für möglich, wie er dem MDR sagt: „Auf Grundlage der aktuellen Börsenpreise für das kommende Lieferjahr müssen wir davon ausgehen, dass sich die Stromkosten für Privatkunden im Idealfall nur verdoppeln, sollten die Preise weiter steigen, sind auch individuell höhere Preissteigerungen möglich.“ Diese beiden Aussagen sind nicht allgemeingültig und hängen natürlich von den äußeren Entwicklungen ab. Eine genaue Prognose kann jetzt noch nicht abgegeben werden.

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