Finanzamt reagiert

Mann wirft Steuererklärung in falschen Briefkasten - Fehler wird ihm zum Verhängnis

Mann wirft Umschlag in Briefkasten
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Die Steuererklärung sollte nicht das falsche Finanzamt erreichen.

Ein Arbeitnehmer warf seine Steuererklärung kurz vor Ablauf der Frist in den Briefkasten. Die Adresse war allerdings leider die falsche.

  • Steuerzahler sind selbst dafür verantwortlich, ihre Steuererklärung rechtzeitig beim zuständigen Finanzamt abzugeben.
  • Was droht, wenn die Erklärung kurz vor Ablauf der Frist im falschen Briefkasten landet?
  • Darum drehte sich ein Streit, der schlussendlich beim Bundesfinanzhof landete.

Was passieren kann, wenn die Steuererklärung* kurz vor der Abgabefrist beim falschen Finanzamt landet, musste ein Arbeitnehmer erfahren, der nun die Konsequenzen tragen muss: Der Mann hat seine Steuererklärung am Silvesterabend in den Nachtbriefkasten des Finanzamts eingeworfen - allerdings nicht bei dem für ihn zuständigen. Die freiwillige Erklärung wurde dann zwar an das richtige Finanzamt weitergeleitet, allerdings erst nach dem Jahreswechsel, schildert die Deutsche Presse-Agentur den Rechtsstreit, der schlussendlich vor dem Bundesfinanzhof landete.

Finanzamt wollte Steuererklärung nicht bearbeiten

Denn das zuständige Finanzamt habe die Bearbeitung der Erklärung abgelehnt - mit dem Argument, dass die Abgabefrist abgelaufen sei, heißt es weiter in dem Bericht. Damit war das Finanzamt im Recht, wie der Bundesfinanzhof entschied: Es genügt zwar, dass die Unterlagen im Briefkasten des richtigen Finanzamtes eingeworfen werden. Dies war in diesem Fall aber nicht gegeben. Deshalb bestätigte das Gericht die Weigerung des Finanzamtes, den Steuerfall noch zu bearbeiten (Az.: VI R 37/17).

Lesen Sie hier: So viel Zeit bleibt Ihnen noch für die Steuererklärung 2019 - nur noch wenige Tage.

Steuererklärung nicht kurz vor Fristablauf abgeben

Auch andere Steuerzahler* kann es treffen: Wer seine freiwillige Erklärung zwar rechtzeitig, aber beim falschen Finanzamt abgibt, muss damit rechnen, dass sie als verspätet zurückgewiesen wird. „Das heißt konkret, die erhoffte Steuererstattung ist weg“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler dem dpa-Bericht zufolge.

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Wer seine Steuererklärung erst kurz vor Fristablauf abgibt, sollte also vorher unbedingt prüfen, welches Finanzamt für ihn zuständig ist. „Das ist gerade in Großstädten mitunter nicht einfach“, wird Isabel Klocke in dem Bericht weiter zitiert. Helfen soll die Suchfunktion auf der Internetseite des Bundeszentralamts für Steuern. (ahu) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks

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Steuererklärung kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
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