Sieben Todsünden

Investieren Sie in diese Aktien, winkt das schnelle Geld - es gibt einen Haken

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Unmoralisches Angebot: schnelles Geld gegen schlechtes Gewissen?

Eine brisante Theorie: Weil viele Menschen zu viel Anstand haben, werden Sie auch niemals reich werden. Schließlich investieren Sie nicht in die richtigen Branchen.

Haben Sie schon einmal von den sieben Todsünden gehört? Und wenn ja, kennen sie auch alle? Das sollten Sie allerdings besser nachholen – zumindest als Anleger. Schließlich bauen die lukrativsten Branchen auf ihnen. Doch viele scheuen sich davor, in sie zu investieren – sind sie doch moralisch umstritten, für viele ein Tabu oder es klebt "Blut an deren Händen".

Warum Anleger am meisten Geld mit den sieben Todsünden machen

Im angelsächsischen Sprachraum wurden sie 2002 auch "Vice Fund" (dt. "Laster-Fonds") getauft. Heute nennen sie sich "US Barrier Fund". Hierzu zählen Investments aus der Tabak-, Glücksspiel- und Alkoholindustrie sowie auch Waffenproduzenten. "Menschen trinken immer Alkohol, sie rauchen immer, und irgendwo auf der Welt gibt es immer Krieg", erklärte einmal der ehemalige Anlageberater Dan Ahrens den Erfolg des Vice Fund, wie der Business Insider berichtet.

Auch heutzutage erkenne man das besonders gut daran, dass, während der Dax innerhalb von 24 Monaten um circa vier Prozent anstieg, sich der größte, deutsche Waffenhersteller (Rheinmetall AG) um satte 60 Prozent steigerte. Das Paradoxe daran: Gleichzeitig steigt allerdings auch das Interesse in nachhaltigen und ethischen Geldanlagen. Das bestätigt jetzt auch Börsenexperte Dirk Müller, auch genannt "Mr. Dax". Außerdem rate er Anlegern sogar zu letzteren, da diese gerade vergleichsweise günstig seien und von Investoren gemieden würden.

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Nachhaltige Investments sind im Kommen - doch unmoralische Angebote sind noch immer lukrativer

Auch der Begründer der integrativen Wirtschaftsethik, Peter Ulrich von der Universität St. Gallen, ruft zum Boykott der "sündigen" Fonds auf. Schließlich herrsche an der Börse das Prinzip von Angebot und Nachfrage: Wenn also die Anleger mehr in Ethik- und Nachhaltigkeitsfonds investieren würden, wäre das am Ende auch ein Signal an den Markt. Firmen müssten dann folglich ihr Geschäftsmodell ändern.

"Ethische Prinzipien sollten integrale Geschäftsgrundlage jedes Unternehmens sein", fordert Ulrich. "Das wird verfehlt, wenn zuerst mit knallharten Methoden der Gewinn maximiert wird, um danach mit einem kleinen Anteil Gutes zu tun." Schließlich sei es scheinheilig, anschließend nur soziale Projekte zu unterstützen, um sein Image aufzubessern.

Volkswirt Conrad Mattern hält dagegen: Unmoralische Investments seien dadurch schon lukrativer, da sie weniger konjunkturabhängig seien. "Niemand wird aufhören zu rauchen, nur weil die Konjunktur schlechter läuft. Auch wird kein Land seine Militärausgaben kürzen, wenn es sich bedroht fühlt, nur weil die Steuereinnahmen sinken", sagte er der Zeit.

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"Laster-Fonds": Schnelles Geld - gegen schlechtes Gewissen?

Auch Dirk Müller findet, dass Glücksspiel und Alkohol eine persönliche Sache seien, doch was die Rüstungsindustrie angehe, steige er aus. "Wer in Rüstungsaktien investiert, muss sich zwangsläufig über ausbrechende Kriege freuen. Je heftiger sie ausfallen und je mehr Opfer es gibt, umso besser für den Investor", so der Börsenexperte. "Solch einen perversen Interessenskonflikt will ich für mich nicht eingehen", stellt er klar.

Am Ende muss wohl jeder selbst für sich entscheiden, was ihm das schnelle Geld wert ist – und ob er es mit seinem Gewissen auf Dauer ausmachen kann.

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jp

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