Wen betrifft es - und wann?

Grundrente wird schrittweise ausbezahlt: Wer mit dem Geld rechnen kann

Hunderttausende Rentner können demnächst mit etwas mehr Geld rechnen – nämlich wenn sie erstmals Grundrente ausbezahlt bekommen. Wann ist es bei wem soweit?

In diesem Jahr hat die Corona-Pandemie Rentnerinnen und Rentner um eine Erhöhung gebracht: Im Westen gab es gar kein Plus*, in Ostdeutschland 0,72 Prozent. Grund war der konjunkturbedingte Einbruch der Beitragseinnahmen bei der Rentenkasse. Doch eine Trendumkehr steht bevor – mit zunächst deutlich steigenden Renten im Juli 2022: 4,8 Prozent mehr könnte es in den alten Ländern dann laut Rentenversicherungsbericht geben, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete, 2023 dann 3,15 Prozent - in Ostdeutschland sogar 5,56 und dann 3,88 Prozent.

Grundrente kommt bei immer mehr Menschen an

Es dürfte für Hunderttausende Rentner sogar noch etwas mehr werden im kommenden Jahr – nämlich wenn sie erstmals Grundrente ausbezahlt bekommen, und zwar rückwirkend ab Anfang 2021. Denn damals startete der Aufschlag für langjährige Geringverdiener offiziell. Doch der Aufbau der Datensysteme dauerte so lange, dass erst im Juli die ersten Anspruchsberechtigten Grundrentenbescheide erhielten. Bis Ende 2022 soll es dauern, bis aus den 26 Millionen Rentenkonten die geschätzten 1,3 Millionen Menschen herausgesiebt sind, die Anspruch auf den Zuschlag habe.

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Anspruch auf Grundrente? Prüfung erfolgt schrittweise

In diesem Jahr hat die Corona-Pandemie Rentner um eine Erhöhung gebracht. Im Westen gab es gar kein Plus, in Ostdeutschland 0,72 Prozent. 

Grundrente bekommt dpa zufolge, wer mindestens 33 Jahre Beiträge gezahlt hat, für Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit, oder dabei auch Zeiten für Kindererziehung oder Pflege aufweist oder Kranken-, Übergangs- oder Kurzarbeitergeld bezogen hat. Erst ab 35 Jahre gibt es den vollen Zuschlag. Die Grundrente richtet sich an Geringverdiener, aber die Beitragsleistung muss mindestens 30 Prozent des Durchschnittsverdienstes entsprochen haben. 

Verschickt werden die neuen Infos zunächst mit den Rentenbescheiden an Neurentner - sie erfahren also, ob und wenn ja in welcher Höhe sie Grundrente bekommen. Nach dem Start bei den Neurentnern will die Rentenversicherung der dpa zufolge im zweiten Halbjahr bei Menschen mit GrundsicherungWohngeld oder anderen Fürsorgeleistungen prüfen, ob sie Anspruch auf Grundrente haben. Auch die Bezüge der Hochbetagten, die bereits vor 1992 Rente bezogen haben, kommen bei den Prüfungen an die Reihe. Bis zum vierten Quartal 2022 folgen dann die Millionen weiteren Renten.

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Wie hoch ist die Grundrente im Schnitt?

Mit was können Rentner und Rentnerinnen rechen? Im Schnitt soll die Grundrente nach Schätzungen der Regierung 75 Euro betragen, wie dpa schrieb. Aber ob die Prognose zutreffe, sei noch offen. „Genauere Aussagen sind hier erst möglich, wenn eine repräsentative Zahl von Grundrentenzuschlägen tatsächlich berechnet worden ist. Ich bin selber auf die Zahlen sehr gespannt“, sagte die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, dem „Weser-Kurier“ (19. Juli).

Bei der Stiftung Warentest war man davon ausgegangen, dass der Zuschlag „laut Renten­versicherung bei rund 75 Euro im Monat“ liege. Allzu viel sollten Rentne­rinnen und Rentner zwar nicht erwarten, hieß es in einem Beitrag auf Test.de (20. Juli) Aber: „Im Optimalfall sind jedoch knapp 420 Euro möglich.“

Probleme der kommenden Jahre bei den Renten

Und wie steht es allgemein um die Zukunft der Renten? Die alles in allem guten Rentenjahre dürften vorbeigehen, heißt es in dem dpa-Bericht. Steuermittel würden schon heute bereits rund 30 Prozent der Renten-Ausgaben decken - mehr als ein Viertel seines Haushalts gebe der Bund dafür aus. Soll der Bund immer mehr zur umlagefinanzierten Rente zuschießen? Oder sollen gar Beiträge steigen oder Leistungen sinken? Eine Antwort sollte eine von der Regierung eingesetzte Rentenkommission im vergangenen Jahr liefern, so dpa. Bei ihr seien die Meinungen aber teils so unversöhnlich aufeinandergeprallt, dass einige Kommentatoren von einem Scheitern gesprochen hätten.(ahu) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Das Geld vor dem Euro: Kennen Sie diese EU-Währungen noch?

Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung.
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein.
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire.
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert.
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Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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