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Gaspreise steigen: Wie viel kostet derzeit eine Kilowattstunde in Deutschland?

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Von: Andrea Stettner

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Die Entwicklung beim Gaspreis bereitet vielen Menschen Sorgen. Eine Analyse zeigt, mit welchen Kosten Privatkunden derzeit rechnen müssen.

Gas ist durch den Krieg in der Ukraine für Verbraucher um einiges teurer geworden. Der aktuelle Gaspreis in Deutschland bewegt sich deshalb – genau wie der aktuelle Strompreis – auf einem hohen Niveau, wie Daten aus einer aktuellen Auswertung zeigen. In Hinblick auf den Winter zeichnet sich dennoch eine positive Entwicklung ab.

Gasherd. Der aktuelle Gaspreis bereitet vielen Menschen in Deutschland Sorgen.
Der aktuelle Gaspreis bereitet vielen Menschen in Deutschland Sorgen. (Symbolbild) © Marijan Murat/dpa

Gaspreis aktuell: So viel kostet eine Kilowattstunde

Laut einer Analyse des Vergleichsportals Verivox kostet eine Kilowattstunde Gas derzeit im Mittel 23,8 Cent für Neukunden (Stand: 17. Oktober 2022). Vor einem Jahr lag der Preis für Neukunden noch bei 9,9 Cent pro Kilowattstunde. Bestandskunden zahlen in der Regel jedoch einiges weniger, wie das Portal Finanztip mitteilt. Die Preisunterschiede zwischen Bestands- und Neukunden sind 2022 deshalb vergleichsweise hoch.

Gaspreisentwicklung in Deutschland der letzten Jahre:

Jahr20182019202020212022
Gaspreis pro kWh bei einem Verbrauch von 20.000 kWh im Jahr5,63 Cent/kWh6,07 Cent/kWh5,65 Cent/kWh6,56 Cent/kWh14,48 Cent/kWh

Quelle: Verivox

Gaspreis sinkt seit September wieder

Obwohl die Gaspreise sich derzeit auf einem hohen Niveau bewegen und Gaskunden Mehrkosten von bis zu 1.000 Euro im Jahr befürchten, zeigt sich seit September auch ein Trend zu sinkenden Gaspreisen. Energie-Experte Jochen Linßen vom Forschungszentrum Jülich vermutet dahinter mehrere Gründe. „Sicher wirken sich die zu knapp 95 Prozent gefüllten Gasspeicher zusammen mit der derzeit vorherrschenden milden Witterung und die Einsparungen in Industrie, Kraftwerken, Gewerbe und Haushalten dämpfend auf die Preisentwicklung aus“, sagt der Professor für Gas- und Wasserstoffinfrastrukturen gegenüber dem NDR. Zudem sollen sich die angekündigten Lieferungen von regasifiziertem Flüssiggas (LNG) aus Frankreich positiv auf den aktuellen Gaspreis auswirken. Dass der Gaspreis wieder sein Vorkrisenniveau erreicht, glaubt der Experte jedoch nicht, schließlich seien mit der Nutzung von Flüssiggas auch höhere Transportkosten verbunden.

Gaspreisbremse ab März 2023: nur noch 12 Cent pro Kilowattstunde

Spätestens ab Dezember soll Gas-Privatkunden eine deutliche Entlastung durch die Gaspreisbremse der eingesetzten Expertenkommission winken. So soll zunächst der Staat die Abschlagszahlungen von Privatkunden für den Monat Dezember übernehmen. Ab März 2023 soll dann der sogenannte Gaspreisdeckel greifen. Dabei wird für 80 Prozent des Verbrauchs der Preis auf zwölf Cent pro Kilowattstunde festgesetzt werden. Laut Berechnungen von Verivox, soll die Gaspreisbremse die Gaskosten der Haushalte um rund 41 Prozent reduzieren, sollte sie so umgesetzt werden.

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