Arm und abgezockt

Total paradox: Besitzen Sie ein Basiskonto? Dann müssen Sie 250 Euro draufzahlen

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Wer ein Basiskonto eröffnen will, sollte sich zuvor über die Gebühren informieren.

Wer kein regelmäßiges Einkommen besaß, für den war es lange Zeit fast unmöglich, ein Konto bei einer Bank zu eröffnen. Das ist nun anders - doch es gibt einen großen Haken.

Keine Rente, kein Einkommen und keine Wohnung? Früher wäre es unter diesen Umständen fast undenkbar gewesen, ein Konto bei einer Bank zu bekommen. Doch seit 2016 hat sich einiges verändert - und Bürger mit geringem Einkommen, wie Sozialhilfeempfänger, Obdachlose oder Flüchtlinge, haben jetzt ebenfalls Zugang zum bargeldlosen Zahlungsverkehr - und damit auch gesetzlichen Anspruch auf ein eigenes Konto. 

Basiskonto im Finanz-Test: Menschen mit geringem Einkommen müssen trotzdem drauf zahlen

So haben arme Menschen seit drei Jahren die Möglichkeit, ein Basiskonto zu eröffnen. Das Perfide daran: Ausgerechnet diese Menschen sollen am Ende dafür deutlich draufzahlen müssen, wie eine Untersuchung von Finanztest ergab. So hat das Verbraucherportal herausgefunden, dass die Gebühren für diese Konten sehr hoch sind.

Video: Die Bankgebühren sollen weiter steigen

Angeblich sollen die Kosten sogar weiter steigen, vor allem beim Grundpreis oder den Gebühren für Überweisungen auf Papier. Doch das widerspricht komplett dem Konzept des Basiskontos! Schließlich soll es armen Menschen ermöglichen, am Geldverkehr teilzunehmen - und Ihnen nicht noch mehr Geld abknöpfen…

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Insgesamt wurden 124 Banken überprüft - doch nur zwei von ihnen bieten das Basiskonto gratis an: die PSD Karlsruhe und die Sparda Baden-Württemberg. Diese sollen weder Geld für das Konto noch für die Girocard verlangen. Bei allen anderen fallen dagegen Gebühren an. Für die Berechnungen diente den Testern ein Modellpaket, darin die monatliche Grundgebühr, etwa 36 Überweisungen pro Jahr, 227 Last- oder Gutschriften (inklusive der Zahlungen mit Karte), 48 Bargeldabhebungen jährlich sowie die Änderung von Daueraufträgen oder das Drucken von Kontoauszügen in der Filiale.

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124 Banken im Test - teilweise Gebühren von jährlich 250 Euro!

Das Ergebnis: Etwa 47 Banken bieten diesen Service für unter 100 Euro im Jahr an. Während allerdings die Sparda München fünf Euro Jahresgebühr verlangt, sind es zum Beispiel bei der Salzlandsparkasse und der Targobank schon satte 250 Euro pro Jahr! Die Sparkasse Holstein verlangt 235 Euro, die Hannoversche Volksbank mit 226 Euro etwas weniger. Doch das Oberlandesgericht in Frankfurt/Main hat bereits klargestellt, dass manche Preise der Geldhäuser nicht rechtens sind.

So wurde der monatliche Grundpreis von neun Euro sowie die Überweisungskosten von 1,50 Euro der Deutschen Bank vom Gericht als "unangemessen hoch" eingestuft. So kam es zu dem Schluss, dass Basiskonten angeblich nicht das günstigste Kontomodell sein müsste - aber sich am durchschnittlichen Nutzerverhalten der Kontoinhaber orientieren müssten.  

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jp

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