Series X und S

Rundum unaufgeregt: Die neue Xbox-Generation im Test

Xbox Series X und S
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Zum Start der neuen Xbox-Konsolen stehen zwar jede Menge Spiele zur Wahl, in der Regel handelt es sich dabei aber um Titel, die auch schon für den Vorgänger Xbox One erschienen sind. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Xbox Series X und S
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Weiß oder schwarz? Die Xbox Series S (links) ist technisch schwächer als die Series X (rechts), dafür aber auch deutlich günstiger. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Xbox Series X und S
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Die neuen Xbox-Konsolen Series S (links) und Series X (rechts) sind von Grund auf neu designt, am Controller hat sich im Vergleich zum Vorgänger aber kaum etwas geändert. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Speichererweiterung für die Xbox Series X
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Kleiner Slot, grosser Preis: Der Speicher der neuen Xbox-Konsolen lässt sich per Zusatz-Modul um 1 Terabyte erweitern - das kostet allerdings 240 Euro. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
Xbox Series X
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Monolith mit Fernseher: Die Xbox Series X fügt sich mit ihrem schlichten Design gut in die meisten Wohnzimmer ein. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Mit der Xbox Series X und Series S bringt Microsoft gleich zwei neue Konsolen auf den Markt. Den großen Spiele-Kracher gibt es zwar noch nicht - dafür aber weniger Warterei und andere schöne Details.

Berlin (dpa/tmn) – Die Unaufgeregtheit der neuen Xbox-Konsolen äußert sich schon im Design. Das größere Modell Xbox Series X: ein schwarzer Monolith mit leichten grünen Akzenten. Die kleinere Xbox Series S: ein kleiner, weißer Block mit einem großen, schwarzen Kreis an der Seite. Diese Konsolen passen zumindest optisch in fast jedes Wohnzimmer.

Und auch sonst gibt es wenig, was beim Test wirklich aufregend ist – doch das heißt nicht, dass Microsoft mit seiner neuen Generation an Heimkonsolen schlechte Arbeit geleistet hat. Denn beide Versionen bringen entschiedene Verbesserungen gegenüber den Vorgängern mit sich, an die sich die Spielenden im besten Fall schon nach kurzer Zeit gewöhnen.

Schneller Speicher lässt Ladezeiten schmelzen

Da wären zum einen die drastisch reduzierten Wartezeiten. Beide Konsolen haben nun schnellen SSD-Speicher eingebaut, die Ladezeiten sollen dadurch stark sinken. In der Series X stecken 1 Terabyte (TB) Speicher, in der Series S sind es 512 Gigabyte (GB), wobei sich beide mit einem extra erhältlichen Zusatz-Modul für rund 240 Euro um 1 TB erweitern lassen.

Das Ergebnis dieses schnellen Speichers: Die Konsolen fahren im Test schneller hoch als der angeschlossene Fernseher, Level im Spiel werden teilweise in wenigen Sekunden geladen. Auch die Funktion «Quick Resume» wird durch die SSDs ermöglicht, also ein schneller Wechsel zwischen Apps und Spielen, die im Hintergrund geöffnet bleiben. Dies funktioniert jedoch nur mit entsprechend optimierten Spielen.

Auch Spiele könnten sich durch die schnellen Ladezeiten künftig verändern, denn die Entwicklerstudios müssten keine Ladezeiten mehr kaschieren. Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis Spiele auf den Markt kommen, die wirklich für diese Generation und ihre neuen Features entwickelt wurden.

Hochauflösende, flüssige Bilder

Natürlich hat sich unter der Haube noch mehr getan. Beide Konsolen haben aktuelle Prozessoren und Grafikkarten, wobei die Series S etwas weniger Rechenpower mitbringt. Durch die neue Technik soll die Series X 8K-Darstellung mit 60 Bildern pro Sekunde (fps) schaffen, 4K (Ultra HD) gar mit 120 fps. Dafür braucht es aber auch einen entsprechenden Fernseher oder Bildschirm.

Die Series S kommt auf eine Maximalauflösung von 1440p bei 120 fps. Außerdem hat sie kein optisches Laufwerk für 4K-Blurays.

Wenig geändert hat sich auch am Controller. Schon der Vorgänger wurde von vielen Fans als Ideal-Controller gefeiert. Das Steuerkreuz wurde gegen einen großen, runden Knopf ausgetauscht. In der Mitte wurde ein Share-Button hinzugefügt, mit dem die Spielenden einfach Screenshots und Aufzeichnungen anfertigen können. Betrieben wird der Controller weiter mit zwei AA-Batterien.

Viele Apps - aber keine Exklusivspiele

Weiter lassen sich beide Konsolen auch als Medien-Zentrale nutzen. Streaming-Apps wie Netflix, Spotify, Apple TV+, Youtube, Amazon Prime oder Disney+ sind über den Microsoft Store kostenlos herunterladbar, zur Nutzung sind natürlich entsprechende Mitgliedschaften nötig.

Das Wichtigste bei neuer Hardware sind jedoch wohl die Spiele. Und hier geht Microsoft einen eher unüblichen Weg: Zum Start gibt es keine exklusiven, neuen Spiele. Das eigentlich als Launchtitel angekündigte «Halo Infinite» wurde auf 2021 verschoben.

Stattdessen will die Xbox mit dem enormen Spielekatalog der vergangenen Generationen punkten: Nahezu alle Spiele bis zur ersten Xbox, die bereits auf der Xbox One laufen, sollen auch auf den neuen Konsolen spielbar sein. Ausgenommen sind Spiele, die auf die Bewegungssteuerung Kinect angewiesen sind. Der Hersteller listet auf seiner Internetseite rund 580 abwärtskompatible Spiele auf.

Optimiert wird nach und nach

Einerseits erleichtert das den Umstieg auf die neue Generation: Wer ein Spiel auf der Xbox One noch nicht fertig hat, kann einfach auf der Series X/S weiterspielen - der Spielstand kommt automatisch aus der Cloud.

Andererseits macht das den Umstieg - abgesehen von der neuen Technik - auch eher unnötig. Viele Spiele werden erst in den kommenden Monaten so für die neue Generation optimiert, dass sich die neue Technik in der Darstellung tatsächlich bemerkbar macht. Zum Launch sind 30 Spiele für die neue Generation angepasst, darunter «Forza Horizon 4», «Gears 5», «Ori and the Will of the Wisps» sowie «Sea of Thieves».

Spiele, die das Label «Smart Delivery» haben, lassen sich dabei kostenlos von der Xbox-One-Version auf die Version der neuen Konsolen upgraden.

Wichtiger Punkt in der Strategie von Microsoft ist auch das Spieleabo Game Pass. Für einen monatlichen Betrag von etwa zehn Euro bekommen Abonnierende Zugang zu über 100 Spielen.

Konsolenstart zum Kampfpreis

Lohnt es sich also, zum Start eine dieser Konsolen zu kaufen? Das kommt drauf an. Wer bereits einen der Vorgänger besitzt, hat zunächst einmal bis auf kürzere Ladezeiten und hübschere Grafik kaum Vorteile. Gerade mit der nur rund 300 Euro teuren Series S war der Einstieg zum Start in eine neue Konsolengeneration jedoch noch nie so günstig. Für die meisten Spielefans dürfte das die Konsole der Wahl sein.

Wer technisch alles aus seinen Speiel herausholen möchte, kann rund 500 Euro in die Series X investieren – braucht aber gleichzeitig auch einen Bildschirm, der das auch entsprechend darstellen kann. Außerdem können hier wegen des optischen Laufwerks auch gebrauchte Spiele genutzt werden, was die höhere Investition über die nächsten Jahre rechtfertigen kann.

Die Unaufgeregtheit um diese neuen Konsolen ist deshalb auch ein guter Grund, einfach noch ein wenig mit der Anschaffung zu warten. Auf exklusive Spiele, auf mehr optimierte Inhalte, eventuell sogar auf sinkende Hardware-Preise. Dann wird sich auch die wahre Kraft dieser neuen Generation wirklich zeigen.

Xbox Series X und Xbox Series S erscheinen weltweit am 10. November. Beide Konsolen wurden dpa vorab zu Testzwecken von Microsoft leihweise zur Verfügung gestellt.

© dpa-infocom, dpa:201105-99-226767/2

Liste der abwärtskompatiblen Spiele

Rubriklistenbild: © Zacharie Scheurer

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