Blue Origin

Jeff Bezos schmiedet Allianz für bemannte Mondlandung 2024

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Jeff Bezos präsentiert „Blue Moon“, den Lander, mit dem sein Unternehmen „Blue Origin“ auf dem Mond landen will. Mittlerweile hat sich das Unternehmen mit weiteren US-Unternehmen zusammengeschlossen, um das Ziel zu erreichen. „Blue Moon“ wird weiterentwickelt. (Archivbild)

Für die Mondlandung 2024 fehlt der Nasa noch ein Landemodul. Das will Amazon-Gründer Jeff Bezos entwickeln - gemeinsam mit Unternehmen, die schon 1969 zum Mond flogen.

2024 möchte die Nasa – angetrieben von der Regierung Trump – wieder Astronauten auf dem Mond landen lassen. Im Rahmen der „Artemis“-Mission soll dann erstmals auch eine Frau den Mond betreten. Die Nasa will das Ziel auch mit Hilfe aus der Privatwirtschaft erreichen. Nun hat Blue Origin, das private Raumfahrtunternehmen von Amazon-Gründer Jeff Bezos, bekanntgegeben, dass es dabei mitmischen möchte.

Man habe ein nationales Team zusammengestellt, um der Nasa für die „Artemis“-Mission ein System für eine bemannte Landung auf dem Mond anzubieten, heißt es in einer Mitteilung von Blue Origin. Das Unternehmen hat sich mit Größen aus der US-amerikanischen Raumfahrt zusammengeschlossen, um dabei zu helfen, „Amerikaner bis 2024 auf den Boden des Mondes zurückzubringen“, wie es in der Mitteilung heißt.

Mondlandung 2024: „Blue Moon“ soll Astronauten zum Mond bringen

Blue Origin als Hauptvertragspartner wird das Management, die Systemtechnik und die Sicherheitsaspekte übernehmen und will außerdem das Abstiegselement, also das Mondlande-Modul zur Verfügung stellen. Das soll auf dem Lander „Blue Moon“ und dessen Antrieb BE-7 basieren, den Blue Origin bereits seit Jahren heimlich entwickelt und erst dieses Jahr vorstellte*.

Mit im Boot ist der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin, der in jüngerer Zeit unter anderem an der Entwicklung des Weltraumteleskops „Hubble“ und Teilen der Internationalen Raumstation ISS beteiligt war und auch den Mars-Rover „Curiosity“ mitentwickelt hat. „Soweit ich weiß, ist Lockheed Martin das einzige Unternehmen, das tatsächlich auf dem Mars landet“, erklärte Jeff Bezos bei der Vorstellung seiner Pläne auf dem International Astronautical Congress in Washington D.C.. „Sie sind unglaublich kompetent in der Raumfahrt.“

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Mondlandung 2024: Jeff Bezos schmiedet Allianz mit Branchengrößen

Ein weiteres Mitglied des Teams ist Northrop Grumman, ein weiterer US-Rüstungshersteller, der eine wichtige Rolle bei der ersten Mondlandung 1969 spielte und heute unter anderem den unbemannten Raumtransporter „Cygnus“ baut, der die ISS beliefert. Das US-Unternehmen Draper soll für die Navigation zuständig sein. „Draper hat das damals für das Original Apollo-Programm gemacht – aber heute werden wir es auf eine komplett andere Art machen“, so Bezos. „Wenn die Nation präzise Navigation benötigt, wendet sie sich an Draper“, freut sich der Geschäftsführer des Unternehmens, Kaigham J. Gabriel. „Wir haben vor 50 Jahren Apollo zum Mond und zurück geführt. Wir sind bereit, es wieder zu tun.“

Bisher waren vor allem Blue Origin und Lockheed Martin Konkurrenten: Beide Unternehmen hatten in den vergangenen Monaten eigene Pläne für Mondlande-Module vorgestellt. Doch nun schließen sich die Unternehmen zusammen, um das Ziel zu erreichen. „Nationale Herausforderungen rufen nach einer nationalen Antwort“, wird Bob Smith, der Geschäftsführer von Blue Origin in einer Mitteilung zitiert. „Wir kombinieren das Vermächtnis unserer Partner mit unserer fortgeschrittenen Arbeit am „Blue Moon“-Lander und seinem BE-7-Antrieb, um das Artemis-Programm der Nasa* zu unterstützen“, so Smith.

Nasa sucht Vorschläge für ein Mond-Landemodul

Das Ziel des neuen Teams dürfte klar sein: Bis zum 1. November kann man bei der Nasa Vorschläge für einen Mond-Lander* einreichen, der Menschen auf die Oberfläche des Mondes bringen soll. Während man bisher davon ausging, dass Blue Origin und Lockheed Martin ihre zuvor vorgestellten Konzepte separat einreichen, dürfte nun ein gemeinsamer Plan eingereicht werden. Ob es Konkurrenz geben wird, ist derzeit unklar.

Es ist nicht das erste Mal, dass Blue Origin sich mit dem Mond beschäftigt: 2017 kündigte das Unternehmen an, dass es einen unbemannten Transportservice zum Mond* einrichten will. „Es ist Zeit, dass die USA auf den Mond zurückkehren - es ist Zeit, zu bleiben“, sagte Bezos damals. Im Mai hatte Bezos ein Modell seiner Mondlandefähre „Blue Moon“ präsentiert. Damals hieß es, die Raumfähre soll bis zu vier Mondautos, wissenschaftliche Geräte und eventuell sogar Menschen an Bord nehmen können.

Bezos engagiert sich bereits seit einigen Jahren in der Raumfahrt. 2015 sorgte Blue Origin für Aufmerksamkeit, als das Unternehmen aus dem Nichts heraus eine Rakete* vorstellte, die nach der Landung wiederverwendet werden kann. Noch im selben Jahr gelang die erste Landung der Rakete „New Shepard“*, die in Zukunft Touristen ins Weltall bringen soll.

2022 will die Nasa einen Rover auf dem Mond landen, der am Südpol nach Wassereis suchen soll - in Vorbereitung der nächsten bemannten Mondlandung.

Von Tanja Banner

Die Mondlandung

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