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Internetverträge: Glasfaser-Märchen an der Haustür

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Internetverträge Glasfaser Haustür
Wenn ohne Termin Menschen an der Tür klingeln und die Geschichte vom schnellen Internet erzählen, sollte man dieses Märchen auf keinen Fall glauben. © Kai Remmers/dpa-tmn

Drückerkolonnen. Gibt es so etwas überhaupt noch? Oh ja. Und deshalb sollte jede und jeder vorbereitet sein, wenn ohne Termin Menschen klingeln und die Geschichte vom bunten Hund erzählen.

Berlin - Tür auf und gleich wieder zu. Diese Reaktion ist nie verkehrt, wenn Unbekannte ohne Termin oder Einladung vor der Haustür stehen, einfach so Fragen stellen oder etwas verkaufen wollen.

Derzeit sind wieder verstärkt Drückerkolonnen unterwegs, die sich etwa als Telekom-Mitarbeiter oder -Mitarbeiterinnen ausgeben und behaupten, es gebe Änderungen am Netz, auf die man sofort reagieren müsse. Das berichtet das Telekommunikationsportal „Teltarif.de“.

Es gibt keinen Handlungsbedarf an der Haustür

Hier gilt: Bloß nicht überrumpeln lassen. Egal, ob gerade zufällig tatsächlich etwas geändert, umgebaut oder abgeschaltet wird oder nicht: Es gibt keinen Handlungsbedarf an der Haustür. Und auch wenn jemand noch so penetrant behauptet wird, man würde sonst nie wieder die Chance auf schnelles Glasfaser-Internet bekommen oder ähnliches. Das sind Märchen.

Bei Haustürgeschäften würden keine außergewöhnlich günstigen oder anderweitig attraktiven Produkte angeboten, so die Telekommunikationsexperten. Zumindest nichts, was sich nicht auch noch zu einem späteren Zeitpunkt auf anderem Weg abschließen lassen würde.

Sie wollen nur die Provision

Drückern, die gerne im Duo auftreten, geht es darum, möglichst teure neue Verträge zu vermitteln. Dafür streichen sie eine möglichst hohe Provision ein, ganz egal, ob der jeweilige Tarif den persönlichen Ansprüchen und Bedürfnissen entspricht.

An der Haustür sollte man weder Daten zur eigenen Person noch aktuelle vertragsbezogene Informationen preisgeben. Und schon gar nicht sollte man etwas unterschreiben. Weder mit Kugelschreiber auf Papier, noch mit dem Finger oder Stift auf einem Tablet. Auf Beteuerungen, das Angebot sei unverbindlich, verlässt man sich besser nicht.

Ein Vertrag braucht Zeit

Vor einem Vertragsschluss sollte man sich die Bedingungen, die Leistungen und das Kleingedruckte immer genau durchlesen, raten die Experten. Und das braucht Zeit, die man an der Haustür sicher nicht hat.

Neben schwarzen Schafen gebe es aber zumindest bei der Telekom auch Vertriebsmitarbeiter im Außendienst oder offiziell beauftragte Firmen. Wer es ganz genau wissen möchte, kann bei einer kostenfreien Telekom-Hotline (0800/ 82 66 347) nachfragen, ob der Besucher an der Haustür autorisiert ist. Dazu lässt man sich den Dienstausweis zeigen und vor allem die sogenannte Vertriebsmitarbeiter-Nummer geben.

Es gibt einen Weg zurück

Wird kein Ausweis gezeigt und keine oder eine falsche Mitarbeiternummer genannt, sollte man die Person oder die Personen des Hauses oder des Grundstücks verweisen und gegebenenfalls die Polizei rufen, rät „Teltarif.de“.

Gut zu wissen, wenn alle Stricke gerissen sind: Wer an der Haustür einen Vertrag unterzeichnet hat, den er oder sie hinterher doch nicht möchte, hat ein Widerrufsrecht von 14 Tagen - ohne Angabe von Gründen. dpa

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