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Corona: Erst die Infektion, dann die Impfung - US-Studie entdeckt große Vorteile

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Von: Lukas Zigo

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Eine Krankenschwester füllt eine Spritze mit dem Covid-19 Impfstoff von Pfizer
Eine Krankenschwester füllt eine Spritze mit dem Covid-19 Impfstoff von Pfizer © Rogelio V. Solis/dpa

Eine neue Studie besagt, dass eine Impfung nach einer Corona-Infektion einen großen Nutzen haben kann.

Texas – Forscher in den USA untersuchten einen Vorfall in einem texanischen Gefängnis, bei dem die Delta-Variante drei Viertel der dort inhaftierten Menschen infizierte. Der Anteil an vollständig Geimpften lag bei fast 80 Prozent, die meisten erhielten Pfizer. Während die Studie zeigt, dass Durchbruch-Fälle in Hochrisikoumgebungen wie Gefängnissen, in denen physische Distanz und angemessene Belüftung unmöglich ist, absolut vorkommen können, enthält sie auch positive Neuigkeiten.

Zunächst haben die Impfungen selbst angesichts der Delta-Variante schwere Krankheitsverläufe verhindert. Vier der 172 Menschen, welche sich mit dem Coronavirus infiziert hatten, wurden während des Ausbruchs in ein Krankenhaus eingeliefert. Drei davon waren ungeimpft.

Corona-Virus: Niedrigste Ansteckungsrate bei Infizierten, die geimpft wurden

Die bei weitem niedrigste Ansteckungsrate hatten diejenigen, die im Nachgang einer Corona-Infektion trotzdem geimpft wurden – „was die Bedeutung der Impfung auch bei Personen mit einer auskurierten Infektion hervorhebt“, argumentierten die Autoren der Studie, veröffentlicht von dem Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention. Eine Einschränkung der Studie besteht darin, dass der Pool an Menschen, die sich sowohl mit Covid-19 infiziert hatten, als auch geimpft wurden, relativ klein war.

Dennoch liefert die Studie weitere Beweise dafür, dass vollständig Geimpfte einen hohen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen oder gar dem Tod an den Tag legen. Und das sogar in echten Hochrisikoumgebungen und angesichts der Delta-Variante, welche etwa doppelt so ansteckend ist wie frühere Varianten. Des Weiteren fügt diese Studie sich zu einer wachsenden Zahl von Beweisen hinzu, die darauf hindeuten, dass Menschen, die Covid-19 hatten und sich nach Erholung geimpft haben, wahrscheinlich die sichersten von allen sind.

US-Studie: Warum die Corona-Impfung empfohlen wird, obwohl sie schon Covid-19 hatten

Einige Leute, darunter die ehemalige US-Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin, haben sich gegen eine Impfung für Infizierte ausgesprochen. Sie sagen, dass die „natürliche“ Immunität sicherer und möglicherweise stärker ist, und verweisen auf eine Studie aus Israel, welche auf eine stärkere natürliche Immunität hindeutet.

Diese Studie wurde jedoch noch keinem Kreuzgutachten unterzogen, in dem unabhängige Gutachter:innen des gleichen Fachgebiets die Studie untersuchen und prüfen. Sie hat sich in den sozialen Medien bereits weit verbreitet, wobei Teile der Ergebnisse weggelassen wurden – unter anderem, dass die Immunität bei Menschen, die eine Dosis des Pfizer-Impfstoffs erhielten, höher war.

USA: CDC wirbt seit Monaten für die Impfung genesener Menschen

Tatsächlich ist es so, dass das CDC (Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention) schon seit Monaten dafür wirbt, dass Menschen, die das Corona-Virus hatten und sich erholt haben, trotzdem geimpft werden sollen. In Teilen, weil die Forscher:innen noch immer nicht genau wissen, wie lange die natürliche Immunität anhält.

Darüber hinaus haben frühere Studien gezeigt, dass unter den Menschen, welche Covid-19 bekommen und sich erholt haben, diejenigen, die nicht geimpft wurden, mehr als doppelt so häufig erneut an Corona erkranken als diejenigen, welche vollständig geimpft wurden. (Lukas Zigo)

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