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Das steckt in Tafeltrauben

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Das steckt in Tafeltrauben
Trauben sind ein idealer Snack für zwischendurch - der enthaltene Frucht- und Traubenzucker liefert schnell Energie. © Christin Klose/dpa-tmn

Tafeltrauben haben gerade Saison. Sie punkten mit ihren Inhaltsstoffen und dem saftig-süßen Geschmack. Da greift man doch gerne zu! Nur warum müffeln die Finger danach manchmal so?

München/Bonn - Im Supermarkt, auf dem Wochenmarkt, im Bioladen - überall sind sie gerade zu haben: Tafeltrauben. Ihr süßer Geschmack und wertvolle Inhaltsstoffe machen die saftigen Früchtchen zu einem idealen Snack für zwischendurch.

Also gründlich waschen und ran ans Naschen. Ein süßer Geschmack breitet sich im Mund aus. Doch warum riechen die Hände manchmal so unangenehm? Das liegt dann am Schwefel, der auf den Trauben liegt und so ihre Haltbarkeit verbessert. Zum Glück schmeckt man den nicht.

Ist der Schwefel gesundheitlich unbedenklich? „Das kommt darauf an“, sagt der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Johannes Georg Wechsler aus München.

Warum Schwefel?

Tafeltrauben gelten als überaus empfindliches Obst. Um beim konventionellen Anbau ihre weichen Schalen vor Wettereinflüssen, aber auch vor Pilzen und Bakterien zu schützen, kommen Pestizide - darunter Schwefel - zum Einsatz.

Trauben zählen zu den Obstsorten, die bei Proben immer wieder wegen Spuren von mehreren Pflanzenschutzmitteln auffallen. Nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wurden im Jahr 2019 vereinzelt sogar Rückstände von mehr als zehn verschiedenen Pestiziden festgestellt. Solange dabei die Grenzwerte eingehalten werden, ist aber zumeist alles im grünen Bereich.

„Allerdings sind die Wechselwirkungen von Pestiziden auf die Gesundheit noch nicht bis ins letzte Detail geklärt“, sagt Wechsler, der Präsident des Bundesverbands Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM) ist. Ihm zufolge geht man bislang davon aus, dass bei Schwefel ein Gramm auf einem Kilogramm Trauben zumeist als gesundheitlich unbedenklich gilt. Allenfalls bei empfindlichen Personen könnte der Schwefel zu Allergien oder auch Asthmaanfällen führen.

Mehr als nur Vitamine

Trotz allem gehören Trauben laut Bundeszentrum für Ernährung (BZFE) neben Äpfeln und Bananen zum beliebtesten Obst der Deutschen. Demnach nimmt jeder und jede Deutsche mehr als fünf Kilogramm Tafeltrauben pro Jahr zu sich.

Die Beeren enthalten Ballaststoffe und Fruchtsäuren, die dafür sorgen, dass der Darm auf Trab kommt. „Die Früchte punkten zudem mit vielen Vitaminen, aber auch mit B-Vitaminen wie etwa Folat“, sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Daneben sind sie reich an Kalium. Auch Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen kommen in Tafeltrauben vor.

Dunkelblau, rötlich, gelblich oder hellgrün: Die Farbe der Trauben gibt nicht nur Rückschluss auf ihren Geschmack. „Rötliche und blaue Trauben sind eindeutig gesünder“, erklärt Wechsler. Sie enthielten im Vergleich zu hellen Trauben einen höheren Anteil an sekundären Pflanzenstoffen, die im Körper etwa entzündungshemmend wirken.

Die „Kernfrage“

Es macht auch einen Unterschied, ob man Trauben mit oder ohne Kerne isst. „Für gesunde Menschen empfehle ich, Trauben mit Kernen zu essen“, sagt Ernährungsexpertin Gahl, „da gerade die enthaltenen Gerb- und Ballaststoffe eine verdauungsfördernde Wirkung entfalten.“ Bei bestimmten Darmerkrankungen sei es aber ratsam, Trauben ohne Kerne zu essen. Im Zweifelsfall sollte man die Hausärztin oder den Hausarzt fragen, was die bessere Wahl ist.

Was ebenfalls für Trauben mit Kernen spricht: „Sie enthalten ebenso wie das Fruchtfleisch sekundäre Pflanzenstoffe“, so Wechsler.

Traubendiät? Wenn, dann nur kurz

Trauben haben pro 100 Gramm rund 70 Kilokalorien, das ist mehr als viele andere Obstsorten. Wegen ihres hohen Wassergehalts und der Ballaststoffe schwören dennoch manche auf eine sogenannte Traubendiät, um etwa über kurze Zeiträume beim Verzehr von einem Kilogramm Tafeltrauben pro Tag ein paar Kilos Gewicht purzeln zu lassen und sich zu entschlacken.

„Ernährungsmedizinisch gibt es keine Bedenken, solange kein Diabetes mellitus vorliegt und man das dann und wann an einem einzigen Tag macht“, sagt Ernährungsmediziner Wechsler. Länger als zwei bis drei Tage am Stück ist eine Traubendiät nicht ratsam. „Sie ist viel zu einseitig“, sagt Gahl.

Ihr hoher Gehalt an Frucht- und Traubenzucker macht Trauben zwar zu tollen Energielieferanten für den Körper. Wer aber bei einer Diät zum Abnehmen ausschließlich auf sie setzt, dem fehlen wichtige Nährstoffe für eine ausgewogene Kost, zum Beispiel Proteine.

Perfekt zum Käse

„Trauben tragen aber in jedem Fall zu einer abwechslungsreichen Ernährung bei“, sagt Antje Gahl. Ideal findet sie sie zum Käse. Ebenfalls empfehlenswert: ein paar Trauben als Topping auf dem Salat. Oder eben: eine Handvoll Trauben als Snack.

Vor dem Genuss gilt aber immer: „Die Trauben gründlichst waschen, und zwar unter fließendem Wasser, das warm ist“, sagt Ernährungsmediziner Wechsler. Mit dem gründlichen Waschen verflüchtigt sich auch der Schwefelgeruch - und die Finger müffeln weniger. dpa

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