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V-Klasse unter Strom: Der neue Elektrogleiter EQV schafft mehr als 400 Kilometer

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Der Mercedes-Benz EQV ist die elektrische Variante der V-Klasse.

Mercedes bringt den Flüsterbus. EQV heißt die elektrische Variante der V-Klasse. Wir kennen schon erste elektrisierende Details.

Schon fast gebetsmühlenartig wurde den deutschen Autoherstellern vorgeworfen, dass sie beim Thema Elektromobiliät hinter der Blaskapelle herlaufen. Mercedes holt auf, und setzt zumindest bei den Transportern zum Überholvorgang an. Nach den elektrischen Lasteseln eVito und eSprinter kann man nun auch den Mercedes-Bulli umweltfreundlich fahren. Offiziell vorgestellt wird der EQV heuer auf der IAA in Frankfurt (12. bis 22. September). Wir durften vorab schon das Konzeptauto sehen, jetzt hat Daimler in Stuttgart das Serienfahrzeug vorgestellt und neue Details verraten.

Elektrogleiter EQV: Das schafft die Batterie des Mercedes

Das Wichtigste vorneweg. Der E-Bus soll eine Reichweite von knapp über 400 Kilometer haben, was ihn schon fast langstreckentauglich macht. Für den Familienausflug zur weiter entfernt lebenden Oma ist das allemal ausreichend. Die Strategen bei Daimler haben jedoch nicht nur den Privatkunden im Visier, sondern das Shuttle-Geschäft im Kurz- und Mittelstreckenbereich.

Dafür ist der EQV allemal gerüstet. Da ist zum einen die Reichweite wichtig aber auch die Fähigkeit schnell aufzuladen. Die 90 Kilowattstunden fassende Lithium-Ionen-Batterie kann mit bis zu 110 kw bestromt werden. Das heißt in nur 15 Minuten bekommt man 100 Kilometer Reichweite. Wenn man Benzin oder Diesel tankt, zahlt und dann vielleicht noch die Toilette aufsucht - dann dauert das genauso lang.

In der Elektromobilität holt Mercedes langsam auf.

Soll die Batterie allerdings wieder bis auf 80 Prozent Leistung gebracht werden (vorausgesetzt sie hat noch 10 Prozent Restkapazität), dann braucht man allerdings schon fast eine Dreiviertelstunde. Da ist dann der kleine Happen an der Tankstelle zeitlich auch noch drin. An der Wallbox zu Hause oder an der öffentlichen Ladestation dauert das natürlich länger: Knapp 10 Stunden.

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Was hat der Mercedes EQV unter der Haube?

Die 300 Kilogramm schweren Batterien, die flach im Unterboden untergebracht sind, bedienen einen 204 PS starken E-Motor mit einem Drehmoment von 362 Nm, der an der Vorderachse sitzt. Damit dürfte der EQV ordentlich Dampf entwickeln. Allerdings nur bis Tempo 160, denn dann wird abgeregelt. Macht auch Sinn. Zum einen schmilzt die Power oberhalb dieser Geschwindigkeiten ebenfalls im atemberaubenden Tempo dahin. Andererseits würden sich Rasen und Öko-Gedanke zusammen nur schwer miteinander vertragen.

Wie viele andere Elektromodelle holt sich der EQV während der Fahrt Energie zurück. Beim Bremsen. Rekuperieren nennt man das. Wie stark man dieses Instrument einsetzt, kann man entweder vom Bordcomputer regeln lassen, oder man gönnt sich den Spaß selbst. Hinter dem Lenkrad sind sogenannte Paddles montiert, mit denen man den Grad der Rekuperation selbst steuert. Auf der höchsten Stufe soll es sogar möglich sein, ganz ohne das Bremspedal auszukommen. Abgesehen vom Notfall natürlich! Wer jemals auf einem Aufsitz-Rasenmäher gesessen ist, kennt dieses Gefühl.

Die Emissionen beim EQV liegen natürlich bei 0, der Verbrauch wird vorläufig mit 27 Kilowattstunden pro 100 Kilometer angegeben. Kurz den Rechner angeschmissen: Bei einem kw/h-Preis von im Schnitt 30 Cent macht das rund acht Euro Betriebskosten auf 100 Kilometer. Genauso günstig wie ein Diesel.

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Luxus pur: Das bietet die Innenausstattung des Mercedes EQV

Das macht den EQV in der Tat interessant für den Personentransport, zumal der elektrische Zwilling der V-Klasse auch dessen Vorteile mitbringt. Der Van hat Platz für acht Passagiere (zulässiges Gesamtgewicht bis zu 3,5 Tonnen). Dann ist er mit Sitzbänken ausgestattet. Mit Einzelsitzen wird er zum luxuriösen Shuttle. Die werden dann voll elektrisch eingestellt, klimatisiert und wer will kann sich auch noch massieren lassen. Business-Klasse auf vier Rädern. Und Gepäck passt auch noch ordentlich rein: 1030 Liter beträgt das Kofferraumvolumen.

Die Innenausstattung des Mercedes-Benz EQV lässt nichts zu wünschen übrig.

Wer den EQV auf der Straße erkennen will, der muss schon genau hinsehen. Die Front mit dem veränderten und dadurch mächtiger wirkenden Kühler sieht ähnlich aus wie beim Elektro-SUV EQC. Unter dem rechten Scheinwerfer fällt dann vielleicht noch die kleine Klappe auf. Hier steckt man den Strom zum Nachladen ein. Auch im Inneren schreit der EQV nicht unbedingt "Hallo ich bin ein Elektro-Auto". Mit dezenten Farben wie Rosé-Gold und Midnight Blue wird hier fein akzentuiert. Technisch auf der Höhe der Zeit ist der Van jetzt endlich auch mit dem sprach gesteuerten MBUX-System und einem größeren Bildschirm.

Fazit: Für wen eignet sich der Mercedes EQV?

Mit dem EQV bringt Mercedes nicht nur einen Elektro-Van, der sowohl für den kommerziellen Shuttle-Dienst interessant ist als auch für größere Familien. Damit greift Daimler Tesla auch im heimischen US-Markt an. Modell X bietet nur sieben Sitzplätze. Daimler hat einen mehr. Und so teuer wird der Elektro-Bulli mit Stern garantiert nicht. Model X kostet knapp 110.000 Euro. Die herkömmliche V-Klasse zwischen 40.000 und 70.000 Euro. Vermutlich wird sich der EQV hier eher am oberen Ende orientieren.

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Rudolf Bögel

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