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Die Superb Limousine iV: Der Plug-in-Hybrid-Debütant von Skoda im Test

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Von: Harald Joisten

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Die Superb Limousine iV: Der Plug-in-Hybrid-Debütant von Skoda.
Die Superb Limousine iV von Skoda. © Skoda

Es ist vermutlich nur ein vorübergehender Boom. Aber er kommt genau zur rechten Zeit. Mit auf diesen Zug aufgesprungen ist auch Skoda, mit der Superb Limousine iV.

Weil Elektro-Autos noch viel Potenzial in ihrer Entwicklung haben und mancher potenzielle Käufer daher noch zögert, springt der Plug-in-Hybrid-Antrieb* erfolgreich in die Bresche. Mit dem Doppel-Antrieb aus Verbrenner und Akku lassen sich problemlos weite Strecken zurücklegen, und an jeder Tankstelle lässt sich flink Benzin auftanken. Und so füllt der technisch aufwändige Doppel-Antrieb derzeit die Lücke, bis er in naher Zukunft von reinen E-Autos in puncto Reichweite, Lademöglichkeit etc. übertroffen wird. Mit auf diesen Zug aufgesprungen ist auch Skoda. Die Tschechen haben mit dem Super iV ihr erstes Serienmodell mit Plug-in-Hybridantrieb auf den Markt gebracht. Eine neue Ära betont Skoda stolz.

Skoda Superb Limousine iV: Plug-in-Hybrid-Debütant mit Reichweite

Und der Stolz ist verständlich. Der Plug-in-Hybrid-Debütant funktioniert bestens, wie wir im Test mit der Superb Limousine iV erfahren haben. Bei Skoda steht „iV“ für „innovative Vehicle“. Sprich, Autos mit innovativen Ideen. Und davon wird es künftig einige weitere Modelle geben. Nach dem Superb bringen die Tschechen nun die Plug-in-Versionen des gerade neu aufgelegten Octavia auf den Markt. Und mit dem E-SUV Enyaq steht nun auch das erste Elektro-Auto langsam in den Startlöchern.

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Unter dem Blechkleid des Superb iV befindet sich einerseits ein 1,4 Liter großer Benzinmotor, der 156 PS leistet und an ein 6-Gang-DSG gekoppelt ist. Zusätzlich kommt ein 115 PS starker und fast 140 Kilogramm schwerer Elektromotor zum Einsatz, der seine Energie aus einem 13 kWh großen Akku schöpft und sich am Unterboden vor der Hinterachse befindet. Dieser lässt sich mit dem serienmäßigen Mode-2-Kabel entweder an der Haushaltssteckdose mit 2,3 kW laden (in etwa gut fünf Stunden) oder an einer Wallbox mit bis zu 3,6 kW. Dann ist der Akku im Idealfall in gut dreieinhalb Stunden wieder aufgefüllt. Der Ladeanschluss befindet sich vorne im Kühlergrill kaum sichtbar hinter einer Klappe. Benzin- und Elektromotor zusammen stellen zeitweise eine Systemleistung von 218 PS und 400 Nm Drehmoment zur Verfügung. Damit entspricht der Antriebsstrang dem Konzernbruder und Platzhirschen VW Passat. Und damit lassen sich große Reichweiten erzielen. Skoda verspricht bis zu 850 Kilometer – und hat damit nicht übertrieben.

Die Superb Limousine iV: Der Plug-in-Hybrid-Debütant von Skoda.
Die Superb Limousine iV: Der Plug-in-Hybrid-Debütant von Skoda. © Skoda

Bei Fahrt auf der Autobahn – im Schnitt 130 km/h – kamen wir mit einem Benzin-Tank (50 Liter) klar über 800 Kilometer weit. Ein voll aufgeladener Akku reichte bei uns im Mix zwischen Stadt und Autobahn zwischen 30 und 40 Kilometer. An die von Skoda versprochenen rein elektrische Reichweite von 56 Kilometern kamen wir also nicht heran. Allerdings fiel unser Test auch in die kalten Wintertage mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Im Sommer dürfte es ein paar Kilometer weiter gehen.

Skoda Superb Limousine iV: Motor und Batterie des Plug-in-Hybrids

Der automatische Wechsel während der Fahrt zwischen Benzin- und Elektromotor läuft absolut reibungslos und unbemerkt ab. Der Fahrer hat generell die Wahl zwischen Sport-Modus, der die maximale Systemleistung bietet, sowie dem reinen E-Modus und dem Hybrid-Modus, in dem der Superb selbstständig entscheidet, welche Antriebsart er nutzt. Wer möglichst elektrisch fahren möchte, kann auch den E-Modus generell eingeschaltet lassen. Dann fährt der iV so weit wie möglich im reinen Batterie-Betrieb. Ist die Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie leer gefahren, springt automatisch der Benziner an. Dasselbe trifft auch immer dann zu, wenn man kräftiger aufs Gaspedal drückt und die Batterie die gewünschte Leistung nicht alleine liefern kann. Der Verbrenner arbeitet auch laufruhig, lediglich bei stärkerer Beschleunigung gehen die Drehzahlen und der Geräuschpegel etwas zu deutlich nach oben. Auch mit leerer Batterie fährt es sich immer wieder kurzzeitig rein elektrisch, weil sich der E-Motor beim Bremsen und Rollen stets etwas auflädt. Wer eine besonders starke Rekuperation haben möchte, kann den Automatik-Hebel auf „B“ schalten – und sich damit nahezu das eigene Bremsen sparen. Außerdem kann der Fahrer einstellen, ob eine bestimmte Kapazität im Akku gehalten werden soll. Zum Beispiel, wenn man die letzten Kilometer in der Stadt elektrisch zurücklegen möchte.

Die Superb Limousine iV: Der Plug-in-Hybrid-Debütant von Skoda.
Der Plug-in-Hybrid-Debütant von Skoda verfügt über eine Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie. © Skoda

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Skoda Superb Limousine iV: Plug-in-Hybrid mit Komfort und Geschwindigkeit

Wird der Superb iV per Druckknopf gestartet, geht er automatisch in den E-Modus. Bei langsamer Geschwindigkeit bis etwa 20 km/h springt ein Soundgenerator namens „E-noise“ an, der für ein leichtes Brummen sorgt, um andere Verkehrsteilnehmer auf den Wagen aufmerksam zu machen. Das ist gut gemeint und funktioniert auch in der Praxis, stört jedoch im Innenraum ein klein wenig das typisch lautlose Gleiten eines E-Autos. Die Höchstgeschwindigkeit im E-Modus beträgt 130 km/h. Die Sitzposition im Wagen ist recht tief, was die Rundumsicht aber nicht stört.

Auf der Autobahn bietet der Superb iV großen Komfort. Die 6-Gang-Automatik schaltet blitzschnell und ohne jede Zugkraftunterbrechung. Es fährt sich – speziell in der weichen Federungseinstellung Comfort – sehr entspannt. Auf Langstrecken – ohne große Batterieunterstützung – betrug unser Spritverbrauch etwa sieben Liter Super.

Die Superb Limousine iV: Der Plug-in-Hybrid-Debütant von Skoda.
Der Plug-in-Hybrid-Debütant von Skoda bietet viel Komfort. © Skoda

Ansonsten ist auch der iV ein ganz normaler Superb mit seinen bekannten Stärken: viel Platz für Passagiere und Gepäck, solide Verarbeitung, intelligente Detaillösungen, viele verfügbare Assistenzsysteme. Der Kofferraum schrumpft durch die Batterie lediglich ein klein wenig, bietet aber immer noch beachtlich Platz. In der Limousine sind es 485 bis 1610 Liter.

Als Limousine startet der Skoda Superb iV ab 41.590 Euro, als Kombi ist er 1000 Euro teurer.

Fazit: Der Superb iV ist ein klassischer Fall für Pendler, die es nicht zu weit zur Arbeit haben und dabei elektrisch fahren wollen. Und er ist dank des laufruhigen Motors und des komfortablen Fahrwerks ein perfektes Reisemobil für die Familie.

Skoda Super TSI iV Limousine

Motor und Getriebe:Plug-in-Hybrid-Antrieb mit Vierzylinder-Turbobenziner (156 PS) und 13-kWh-Lithium-Ionen-Akku (116 PS)
1395 ccm Hubraum
maximales Drehmoment 400 Nm (Gesamtsystem)
Sechs-Doppelkupplungsgetriebe
Frontantrieb
Fahrleistungen:0-100 km/h in 7,7 Sek.
Spitze 225 km/h
Kraftstoffverbrauch:1,5 l/100 km kombiniert mit Elektro-Unterstützung
5,9 l/100 km kombiniert (bei leerer Batterie)
7,1 l/100 km (Super) Testverbrauch (bei leerer Batterie)
CO2-Emission kombiniert 33 g/km.
Stromverbrauch kombiniert: 13,9 kWh/100 km
Stromverbrauch kombiniert: 16,2 kWh/100 km (Test)
Reichweite elektrisch: 62 km (WLTP)
Reichweite elektrisch: 30 km (Test)
Aufladezeit: 5 Stunden bei 2,3 kW AC (Haushaltssteckdose), 3. 30 Stunden bei 3,6 kW AC (Wallbox oder Ladesäule)
Maße und Gewichte:Länge/Breite/Höhe 4869/1864/1503 mm, Kofferraumvolumen 485 bis 1610 Liter, Leergewicht 1730 kg (mit Fahrer), Zuladung 596 kg.
Preis:40.541 Euro

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(joi) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks.

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