Facelift des Kompakt-SUVs im Fahrtest

Der neue Jeep Compass: Wer ins Gelände will, muss einen Hybrid kaufen – zu diesem Preis

Jeep Compass 4xe rot Gelände
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Ein echter Kumpel fürs Gelände. In der Ausführung Trailhawk fährt der Compass über Stock und Stein. Ab knapp 48.000 Euro!

Wer mit dem neuen Jeep Compass ins Gelände will, der muss Kompromisse eingehen. Allrad gibt es nur bei den Hybridmodellen. Und das kostet.

  • Der Compass ist das meistverkaufte Jeep-Modell in Europa.
  • Das ist neu beim Facelift des beliebten Italo-Amerikaners.
  • Der große Nachteil beim Compass: die Wandler-Automatik.

Für Jeep deutet der Compass in die richtige Richtung. 40 Prozent des Gesamtabsatzes der US-amerikanischen Marke entfallen in Europa auf den Compass. Einem erst 2017 eingeführtem SUV, der zum so genannten C-Segment gehört. Wenn man so will, dann ist der Compass quasi der Dosenöffner für diesen Markt, dem auch weiterhin große Wachstumsraten vorhergesagt werden. Hier wartet illustre Konkurrenz auf den SUV. Seat Ateca, Renault Kadjar, Audi Q3, BMW X1 - und der Peugeot 3008. Der kommt aus dem eigenen Haus. Denn zum internationalen Mega-Konzern Stellantis gehören die beiden Franzosen Peugeot und Citroen - sowie neuerdings die Italo-Amerikaner von FCA - also Fiat, Ferrari, Maserati, Alfa Romeo und eben Jeep

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Jeep Compass: Allrad nur noch mit Hybrid-Antrieb

Vor Urzeiten haben die Amerikaner den Urvater des SUVs* erfunden. Den Willys Jeep. Nach Kriegsende wurde er zum Sinnbild der freundlichen Besatzer in Deutschland. Mit dem offenen Jeep patrouillierten die Befreier und verteilten Süßigkeiten und Zigaretten. Jetzt ist die Marke 80 Jahre alt - und stark wie nie. Allerdings muss sich auch Jeep dem Zeitgeist unterwerfen. Das heißt, dass auch diese Fahrzeuge jetzt aus der Verbrenner-Spur fahren. Wer einen geländegängigen Compass mit Vierrad-Antrieb haben will, der muss seinen Jeep mit Hybrid-Motorisierung bestellten. 4xe nennt Jeep diese Modelle.

Moder und zeitgemäß. Eine ganz andere digitale Welt bietet das Facelift des Jeep Compass.

Außen bleibt sich der Compass treu – innen aber ganz neu

Das ist beim Facelift auch die wichtigste und radikalste Neuerung. Denn von der Optik her ändert sich kaum etwas. Zwar geht der Federstrich in der Karosserie jetzt noch mehr in die Horizontale, was dem Compass einem noch präsenteren Auftritt auf der Straße ermöglich, aber der SUV bleibt seinem rustikal-eleganten Äußere im Großen und Ganzen treu. Rein äußerlich. Denn die inneren Werte sind tatsächlich gewachsen. Hier hat man das alte Cockpit rausgeworfen und alles runderneuert. Mit zwei Bildschirmen. Der eine sieht aus wie ein Tablet und ist wie bei den meisten Autos zentral platziert.

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Android, Apple und Alexa sind schon mit an Bord

Er misst in der Diagonalen knapp 26 Zentimeter und bietet eine berührungsempfindliche Oberfläche für das zeitgemäße digitale Innenleben, das mit allem ausgestattet ist, was der moderne Mensch von heute so braucht. AndroidAuto etwa AppleCarPlay, Alexa & Konsorten. Gleichzeitig halten moderne Design-Details Einzug im Jeep. Klavierlack, gebürstetes Chrom, Alu und Karbonfasern sollen dem Auge schmeicheln und auch die verwöhnte Klientel anziehen. Das alles gibt es freilich nicht für den durchaus attraktiven Grundpreis von rund 28.000 Euro. Hier muss der geneigte Jeep-Kunde schon etwas tiefer in den Taschen wühlen.

Keine Automatik für den Diesel-Compass

Das trifft natürlich auch auf die Welt der Motoren zu. Los geht es hier mit jeweils 130 PS starken Diesel- und Benzinmotoren, die es nur mit dem Sechsgang-Schalter und Vorderradantrieb gibt. Erst beim Benzin-Aggregat mit 150 PS servieren die franko-italo Amerikaner ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe dazu. Den Allradantrieb gibt es gar erst mit der Hybrid-Variante, dem 4xe (ab 41.600 Euro). Macht ja auch Sinn. Während der Benziner die Vorderachse antreibt, werkelt auf der Hinterachse ein Elektromotor.

Furten bis zu 40 Zentimetern Tiefe bewältigt der Compass ohne Probleme. Seine Bodenfreiheit liegt bei knapp 20 Zentimetern.

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Spitzenmodell mit ordentlich Power

Wahlweise hat das System aus den beiden Antriebswelten 190 oder 240 PS und ist damit zumindest auf dem Papier mehr als ordentlich aufgestellt. Mit 520 Nm Drehmoment geht es mit der Top-Version in 7,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Das ist ziemlich knackig für die knapp zwei Tonnen Lebendgewicht, die der Compass mit Allrad und Hybrid auf die Waage bringt. Fühlt sich nur nicht so gut an, weil der Jeep, typisch für FCA und Stellantis, mit einer Wandler-Automatik ausgestattet ist. Sie ist auf Effizienz ausgelegt, das heißt sie läuft gerne auf höheren Drehzahlen und jault dazu jämmerlich. In unseren Ohren ein echtes Manko. Und eines Jeeps nicht unbedingt würdig.

Schaut nach Premium aus - kommt aber aus der Kompaktklasse. Sogar Nappa-Leder gibt es für das Compass-Armaturenbrett.

Sieben Liter Verbrauch – aber nur auf dem Papier

Wie alle Hybrid-Autos, die zur Kategorie PHEV zählen, also aufgeladen werden können, kommt der Compass 4xe damit auf einen rein theoretisch ordentlichen Verbrauch von knapp sieben Litern. Aber auch nur, wenn das Auto immer wieder aufgeladen wird. Eine echte Herausforderung. Nicht von der Ladezeit her, den der 11-kW-Akku ist in aller Regel nach knapp zwei Stunden wieder voll - sondern eher von der Reichweite her. Rund 50 Kilometer soll der Compass schaffen. Das liegt zwar im Durchschnitt der täglichen bundesdeutschen Autonutzung, ist aber aus der Erfahrung her im alltäglichen Betrieb nervig, weil man bei jeder sich bietenden Gelegenheit an eine Stromzapfstelle muss. Wer nicht zu Hause laden kann, der wird hauptsächlich mit dem Verbrenner unterwegs sein. Und dann ist so ein Hybridauto auch nicht umweltverträglich, sondern aufgrund seines höheren Gewichts genau das Gegenteil. Nur ein Beispiel, direkt aus dem Hause Compass. Der 4xe wiegt stramme 330 Kilogramm mehr als der kleinere Diesel- und Verbrenner-Vertreter. Und Gewicht kostet Sprit.

Erinnerung an die Anfänge. Der Willys Jeep ist der Ursprung der US-amerikanischen Marke und findet sich an vielen Stellen im Auto.

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Unser Fazit zum neuen Jeep Compass ist gemischt

Vom Aussehen her bekommt der Amerikaner mit dem markanten Gesicht „thump-up“ also Daumen nach oben. Nicht nur, weil er der Traditionsmarke gut steht, sondern weil sich der Compass vom Aussehen her zu einem echten Jeep entwickelt hat. Was auch auf die Geländefähigkeiten zutrifft. Da ist er ein echter Kumpel, der sogar Wassertiefen bis 40 Zentimeter schafft. Mit gemischten Gefühlen blicken wir auf den Hybrid-Antrieb, der mehr Nach- als Vorteile hat. Das ist freilich nicht der Fehler von Jeep, hier hat Deutschland mit der finanziellen Förderung das falsche Signal gesetzt für eine Technik, die nur dann umweltfreundlich ist, wenn täglich aufgeladen wird. Die meisten Studien beweisen jedoch, dass das Gegenteil der Fall ist. Und dann wird aus einem Hybridauto mehr ein Umweltferkel als ein Umweltengel.

  • Technische Daten Jeep Compass 4xe Limited
  • Verbrenner: 1,3-Liter-Vierzylinder-Benziner 
  • E-Motor: Drehstrom-Asynchron-Motor
  • Systemleistung: 140 kW (190 PS)
  • Systemdrehmoment: 520 Nm
  • Antrieb: Allrad mit 6-Gang-Wandler-Automatikk
  • Batteriekapazität: 11,4 kWh
  • Ladedauer (kürzeste): 2 Stunden
  • elektrische Reichweite: 46 km
  • Länge / Breite / Höhe: 4,40 / 1,87 / 1,65 Meter
  • Leergewicht/Zul: 1935 (465)
  • Anhängelast (gebr.): 1325 kg
  • Kofferraum: 420 - 1230 l
  • Bodenfreiheit: 201 mm
  • Wattiefe: 406 mm
  • 0 - 100 km/h: 7,9 s.
  • Spitze: 183 km/h
  • Normverbrauch: 7,0 - 7,3 l/100
  • CO2-Emission: 45 g/km
  • Preis ab: 28.000 Euro

Rudolf Bögel *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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