Fahrbericht

Geheimtipp Fiat 124 Spider: Schickes Cabrio für schmales Geld

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Italienischer Autotraum: 2016 wurde der Fiat 124 Spider wiederbelebt. Ende 2019 wurde die Produktion eingestellt.

Schmales Budget, trotzdem Lust auf ein neues Cabriolet? Den Fiat Spider 124 gibt es mit einer Laufleistung unter 5000 Kilometern häufig deutlich unter 20.000 Euro. Ein schicker Roadster mit guten Fahrleistungen wie unser Alltagstest zeigt.

  • 140 PS unter dem Hinterteil, blauer Himmel über dem Kopf. Das muss nicht teuer sein.
  • Der Fiat 124 Spider ist technisch verwandt mit dem Mazda MX-5.
  • Aber in zwei entscheidenden Punkten schlägt der Italiener den Japaner.

Auch wenn der Spider technisch vieles gemeinsam hat mit seinem japanischen Bruder, dem Mazda MX-5*: Bei der Karosserie, die um 14 Zentimeter länger ist und deshalb auch gefälliger wirkt, gingen die Italiener ihren eigenen Weg. Auch beim Motor wollte man sich nicht lumpen lassen. Statt des 1,5-Liter-Mazda-Saugers setzen die Azzurri auf einen 1,4 Liter starken Turbomotor.

Der Fiat 124 im Alltagstest - so fährt er sich

Und der hat es in sich. Beim Tritt auf das Gaspedal genehmigt sich der Fiat 124 nur eine minimale Turboloch-Gedächtnis-Zehntelsekunde, aber dann geht es auch schon los. Das maximale Drehmoment von 240 Nm steht schon bei 2250 Umdrehungen zur Verfügung. Zusammen mit dem Schaltgetriebe mit den knackigsten Schaltwegen, die es zurzeit auf dem Markt gibt, ergibt sich so der typische Roadster-Fahrspaß. Wenig Gewicht, Heckantrieb und die Wendigkeit eines Lambada-Tänzers lassen uns mit einem Frühlings-Juchzer um die Kurven tanzen, dass die Leute von der Let's-Dance-Jury zu Höchstnoten greifen würden.

14 Zentimeter länger ist die Karosserie des Fiat 124 Spider im Vergleich zum technischen Bruder, dem Mazda MX-5.

Echtes Cabrio-Feeling im Fiat 124 Spider

Apropos Frühjahr: Selbst, wenn die Wolkendecke nur kurz aufreißt: Das Verdeck beim Spider ist schnell weg. Und zwar in drei Sekunden. Das geht ganz einfach mit der Hand. Hebel aufschnappen lassen, Stoffmütze nach hinten ziehen, einrasten lassen. Wer braucht dazu schon einen Elektromotor und anfällige Technik? Außerdem ist das so schön puristisch. Echte Cabriofahrer schätzen so etwas. Genauso wie den Fahrtwind, den man einfach im Gesicht spüren muss. Und das ist im Spider tatsächlich der Fall. Wo andere Fahrzeughersteller mit seltsamen Heckscheibenspoilern und warmen Luft-Vorhängen aus dem Rücksitz arbeiten, da darf es bei 124er noch das echte Freiluft-Feeling sein.

In drei Sekunden ist das Verdeck geöffnet. Und zwar im Handbetrieb. Macht allerdings keine große Mühe.

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Fiat 124 Spider: Welche Ausstattung ist am besten?

Wer einen gebrauchten Spider sucht, sollte auf die Ausstattung achten. Lusso (Luxus auf Italienisch) ist wie der Name schon sagt, etwas teurer, sollte man sich aber schon gönnen. Weil der Spider mit den 17-Zoll-Leichtmetallfelgern, der Auspuffanlage mit verchromten Endrohren und dem Überrollbügel in Aluminium-Optik  einfach besser aussieht. Und auch im Interieur gilt: Das Auge fährt mit. Leder-Applikationen und Einsätze in glänzendem Schwarz geben dem Armaturenbrett einen edel-sportlichen Charakter.

Viel Leder auch auf dem Armaturenbrett: Diesen Luxus bietet die Ausstattungsvariante Lusso.

Hat der Fiat 124 auch Nachteile?

Nachteile hat der Fiat 124 Spider nicht wirklich. Und wenn, dann sind sie systemimmanent. So wie zum Beispiel die tiefe Sitzposition, die schon eine gewisse Gelenkigkeit erfordert. Oder das Kofferraumvolumen, das beim Spider mit 140 Litern zwar leicht über dem einer gewöhnlichen Schuhschachtel rangiert, aber gerade mal für ein kurzes Wochenende taugen dürfte. Auch im Fond lässt sich dieses Manko nicht ausgleichen, weil hinter den Sitzen kein Platz ist. Selbst ein Handschuhfach gibt es nicht. Einen abschließbaren Stauraum hat man nur zwischen den Sitzen an der Rückwand zum Kofferraum. Um da etwas unterzubringen – da hilft normale Gelenkigkeit nicht mehr. Hier muss man schon über Fähigkeiten eines Verrenkungskünstlers verfügen.

Vorgänger und Nachfolger: Zwei Fiat 124 Spider bei einer Ausfahrt um einen der vielen norditalienischen Seen.

Unser Fazit zum Fiat 124 Spider 

Wer auf einen knackigen Italiener steht, der über verlässliche Mazda-Technik verfügt und auch von den Japanern in der gewohnt guten Qualität gebaut wurde, für den ist der 124er Spider eine echte Option. Neue Fahrzeuge bietet Fiat derzeit nicht an. Das ist allerdings kein Schaden, weil es auf dem Gebrauchtwagenmarkt viele gute Exemplare mit minimaler Laufleistung gibt. Wer 5.000 Euro mehr locker machen kann, der sollte sich den Abarth* mit 170 PS leisten. Macht abartigen Spaß. Versprochen.

Typisches Kennzeichen Doppel-Lackierung. Die Abarth-Variante des 124 Spider wirkt deutlich sportlicher.

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Datenblatt zum Fiat 124 Spider

Hubraum:

1368 ccm

Leistung:

140 PS

Drehmoment:

240 Nm bei 2250 U7min

Antrieb:

Hinterrad

Getriebe:

6-Gang-Handschalter

0 - 100 km/h:

7,5 s

Top-Tempo:

217 km/h

Länge/B./H.:

4,08/1,74/1,23 m

Sitzplätze:

2

Leergewicht/zul.:

1,125 / 1,315 t

Kofferraum:

140 l

Normverbrauch:

6,4 l / 100 km

Co2-Emissionen:

148 g / km

Neupreis mit Lusso-Ausstattung

rund 26.500 Euro

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Rudolf Bögel

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