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Abgas-Skandal und CO2-Problem: Die wichtigsten Infos

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Von: Martina Lippl, Matthias Opfermann, Franziska Kaindl

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Beim VW-Abgasskandal kommen immer mehr Details ans Licht. Leichte VW-Nutzfahrzeuge und Seat Modelle sind auch manipuliert worden.
Beim VW-Abgasskandal kommen immer mehr Details ans Licht. Auch 2016-Modelle von Volkswagen haben ein C02-Problem. © dpa

Der Abgas-Skandal weitet sich immer mehr aus. Im Diesel-Gipfel wurde nun beschlossen, was mit betroffenen Fahrzeugen passieren soll. Alle Infos auf einen Blick.

+++Update vom 03. August 2017: Auf einer Pressekonferenz wurden nun die Ergebnisse des "Diesel-Gipfels" bekannt gegeben. Demnach sollen mehr als 5 Millionen Diesel-Autos der Emmissionklasse 5 und auch 6 in Deutschland mit einer neuen Schadstoff-Software nachgerüstet werden. Mehr zum Gipfel und was Besitzer von älteren Diesel-Fahrzeugen machen können, lesen Sie in der großen Zusammenfassung auf tz nach.

+++Update vom 19. Juli 2017: Anfang August findet der "Diesel-Gipfel" statt. Bundesregierung, Bundesländer und Autohersteller wollen konkrete Schritte erörtern, um den Schadstoffausstoß zu vermindern.

+++Update vom 14. Juli 2017: Auch gegen Mercedes werden schwerwiegende Manipulationsvorwürfe erhoben. Mehrere Medien berichten, dass die die Schwaben fast zehn Jahre lang Autos mit zu hohen Schadstoffwerten verkauft haben sollen. Nach Bekanntwerden dieser neuen Recherchen bestellte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt am gestrigen Donnerstag Mercedes-Vertreter in sein Ministerium ein. Man wolle den Vorwürfen nachgehen, hieß es. 

+++Update vom 05. Juli 2017: Volvo läutet den Abschied vom Verbrennungsmotor ein. Der schwedische Hersteller will Schritt für Schritt vom Verbrennungsmotor wegkommen und auf E-Mobilität setzen.     

+++Update vom 02. Juni 2017: Nun ist es raus. Wie die tz berichtete, sind nach den VW- nun auch Audi-Fahrer von der sogenannten Schummelsoftware betroffen. Es wurde eine große Rückrufaktion angekündigt.  

+++Update vom 15. März 2017: Razzia bei Audi. Gegenstand der Ermittlungen sei, laut Medienberichten, der Verkauf von 80.000 Autos von 2009 bis 2015 in die USA, die mit einem von Audi entwickelten V6-Drei-Liter-Dieselmotor ausgestattet sind. 

Der Sechszylinder-TDI-Motor war Thema auf der Audi-Jahrespressekonferenz. In Europa wurde unser 3-Liter-V6-TDI nicht beanstandet, sagte Audi-Chef Rupert Stadler. Mehr über die Razzia bei Audi lesen Sie hier bei tz.de

+++Update 3. Februar 2017: Wirbel um TÜV-Plakette. Der TÜV Nord will nicht-umgerüsteten Autos, laut Medienberichten, die Plakette verweigern. Doch geht das eigentlich?

Probleme bekommen demnach Autobesitzer, die ihren Wagen nicht zum Nachrüsten in die Werkstatt gebracht haben und zur Hauptuntersuchung (HU) müssen. Denn es gibt eine Frist von 18 Monaten. Innerhalb dieser Frist müssten betroffene Halter ihre Dieselfahrzeuge in die Werkstatt bringen.

Diese Frist von 18 Monaten endet im Juli 2017. Da die Rückrufaktion mit dem VW Amarok im Januar 2016 gestartet war. 

Doch noch läuft der Rückruf. Unklar scheint demnach, wann die Frist tatsächlich endet, ob spätere Stichtage gelten sollen. Eine gesetzliche Regelung fehle noch.

Update: Seit Anfang 2016 ruft der Volkswagenkonzern betroffene Diesel-Autos in die Werkstatt. Bis Ende des Jahres wollten die Wolfsburger die Rückrufaktion abgeschlossen haben.

Aktueller Zeitplan für den VW Rückruf (Stand Mai 2016)

Dieselmotor mit der internen Typenbezeichnung EA 189-Motor- erfüllt die EU-Abgasnorm Euro 5und wird mit 1,2, 1,6 oder 2,0 Litern Hubraum angebotenBetroffen vom Stickoxid-Skandal sind die Baujahre 2009 bis 2014.
seit JanuarVW Amarok
ab Mai 2016Golf TDI Blue Motion mit 2,0 Liter-Motor und SchaltgetriebeSoftware-Update30 Minuten
ab 30. Mai 20161,2 Liter-MotorenSoftware-Update 30 Minuten
ab 5. September 20161,6 TDI Motoren mit Common-Rail-DieseleinspritzungSoftware-UpdateStrömungsgleichrichter60 Minuten

Nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" können die Schadstoffemissionen durch ein Software-Update und den Einbau eines Sensors im Luftfilter behoben werden. Der Sensor kostet demnach zehn Euro.

Im Januar 2016 soll der Rückruf beginnen. Zuerst werden die betroffenen Fahrzeuge mit 2,0-Liter-Motoren in die Werkstatt bestellt. Bei diesen Motoren reicht ein Software-Update am Computer aus.

Für die anderen betroffenen Motoren muss der VW-Konzern dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) noch Lösungen vorschlagen: 

In den USA bekommen die Geschädigten des Abgas-Skandals bei Volkswagen vom Unternehmen ein Wiedergutmachungs-Paket im Wert von über 1000 Dollar. Das "Goodwill Package" enthält ein Guthaben in Höhe von 500 Dollar (465 Euro) auf einer Prepaid-Karte, einen Einkaufsgutschein über weitete 500 Dollar, einzulösen beim VW-Händler, sowie Pannenhilfe über drei Jahre für das betroffene Fahrzeug.

Das Stickoxid-Problem N0X

Beim Abgas-Skandal standen bislang die manipulierten Abgaswerte von Dieselmotoren eines Motortyps im Fokus: Motoren mit der Bezeichnung EA 189. Dabei bleibt es scheinbar auch. Volkswagen bestätigte offiziell, dass Dieselautos mit EA 288-Motoren gemäß Euro-5-Norm und Euro-6-Norm nicht betroffen sind. 

Den Vorwurf der amerikanischen Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency), das auch bei Drei-Liter-Diesel (V6-TDI-Dieselmotoren) eine Software-Funktion vorhanden sei, dementiert Volkswagen. 

Das CO2-Problem

Anfang November teilte VW mit, dass es auch beim Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid (CO2) und beim Spritverbrauch „Unregelmäßigkeiten“ gab. Der Konzern hat Autos mit falschen CO2-Abgaswerten unter anderem von Tüv-Prüfstellen abnehmen lassen. 

Volkswagen hat die Aufklärung möglicher falscher CO2-Messwerte einiger Fahrzeugmodelle nach eigenen Angaben weitgehend abgeschlossen und eine Liste mit neun Modellvarianten vorgelegt.

Bei den Motoren EA288 mit Euro-6-Norm wurden, laut KBA, unzutreffende C02-Werte angegeben.

Die Kfz-Steuer in Deutschland richtet sich nach dem CO2-Ausstoß. Volkswagen will für seine Kunden mögliche Nachzahlungen bei der Kfz-Steuer wegen falscher CO2-Angaben bezahlen.

Die VW-Kunden können auf der Webseite volkswagen.de/info überprüfen, wie es um die C02-Angaben bei ihrem Auto steht. Durch die Eingabe der Fahrzeug-Identifikationsnummer (VIN; Vehicle Identification Number) können sie sich darüber informieren, ob ihr Fahrzeug betroffen ist.

So läuft der Rückruf

Ab Januar 2016 soll laut Plan mit den Nachbesserungen der Dieselmotoren begonnen werden. Die Maßnahmen werden, laut Volkswagen, momentan für jede betroffene Baureihe und jedes betroffene Modelljahr entwickelt und zunächst den zuständigen Behörden vorgestellt.

Viele VW-Besitzer erhalten bald Post. Im Abgas-Skandal von Volkswagen hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) den Rückruf von 2,4 Millionen Diesel-Fahrzeugen angeordnet.

Volkswagen arbeitet derzeit den größten Skandal seiner Konzerngeschichte auf. Ende September war bekannt geworden, dass der Volkswagen-Konzern in den USA mit Abgaswerten von Dieselfahrzeugen bei Tests betrogen hatte. Eine Software kann dafür sorgen, dass im Testbetrieb deutlich weniger gesundheitsschädliche Stickoxide (Nox-Werte) gemessen werden als im regulären Betrieb.

Was muss VW jetzt tun?

Das KBA hat das Softwareprogramm als "unzulässige Abschaltvorrichtung" eingestuft. Im Januar 2016 soll nun die Rückrufaktion der betroffenen Dieselautos starten. Volkswagen-Kunden müssen allerdings Geduld haben. Die Nachbesserung der Fahrzeuge kann sich hinziehen. Für die meisten betroffenen Motoren genügt, laut VW-Chef Matthias Müller, ein Software-Update. Bei einem Teil der Fahrzeuge würden dagegen auch zusätzliche Eingriffe an der Hardware notwendig sein.

Dieselmotoren des Typs EA 189

Von dem Einbau der Manipulations-Software in Diesel-Autos ist nach VW nur der Dieselmotor mit internen Typenbezeichnung EA 189 betroffen. Der Motor erfüllt die europäische Abgasnorm EU 5 und wurde in verschiedene Autos im Baujahr 2009 bis 2014 verwendet:

Insgesamt sind weltweit fünf Millionen Diesel-Autos der Marke Pkw Volkswagen betroffen. In Deutschland sind es nach Angaben von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) 2,4 Millionen Fahrzeuge. Das Kraftfahrtbundesamt prüft derzeit wie Volkswagen die betroffenen Motoren technisch anpassen kann.

Volkswagen hat eine Webseite gestartet auf der VW-Besitzer überprüfen können, ob ihr Fahrzeug betroffen ist. Unter info.volkswagen prüft ein System anhand der Fahrgestellnummer bzw. Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN), ob eine Nachbesserung erforderlich ist. Die FIN steht im Service-Handbuch oder an der Windschutzscheibe.

Diese Fahrzeuge sind nicht betroffen

Ist ihr Audi betroffen?

Audi hat jetzt eine Webseite eingerichtet, auf dem Kunden mit Eingabe der Fahrgestellnummer prüfen, ob ihr Audi betroffen ist.

Die 17-stellige Fahrgestellnummer finden Autobesitzer in ihrem Fahrzeugschein und der Zulassungsbescheinigung oder im Serviceplan.

Ist ihr Skoda betroffen?

SKODA hat unter www.skoda-auto.de eine Seite eingerichtet, auf der Autobesitzer eine Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) in eine Eingabemaske eingeben können. Die Nummer ist an der Windschutzscheibe, im Fahrzeugschein und im Kfz-Brief zu finden.  Sollte das Auto betroffen sein, werden Kunden gebeten, ihren SKODA Partner oder die SKODA Infoline (0800 44 24 24 6) zu kontaktieren.

Ist ihr Seat betroffen?

Auch Seat bietet Kunden eine Suchmaschine für betroffene Dieselmotoren unter www.seat.de

Welche Marken und Modelle sind betroffen?

 CO2-Fahrzeuge               Modelljahr 2016                  Nox-WerteDieselmotorendes Typs EA 189Modelle, die mit der Software zum Manipulierender Abgaswerte ausgerüstet sind
VolkswagenVW Passat (siebte Generation)
VW Tiguan (erste Generation)
VW Golf (sechste Generation)
VW GolfVW Golf CabrioVW Passat VariantVW SciroccoVW Polo
Volkswagen NutzfahrzeugeVW T6 VW Caddy1,8 Millionen leichte Nutzfahrzeuge
Volkswagen MexikoBei Volkswagen Mexiko werden nun folgende Modellemit Vierzylinder Diesel-Motorengeprüft (Verkaufszeitraum zwischen 2009 und August 2015). - Transporter 2.0 TDI- Amarok 2.0 TDI- Vento 1.5/1.6 TDI- Jetta 2.0 TDI - vierte Gen.- Bora 2.0 TDI- Audi Q3 2.0 TDI (Modelle bis 2015)- Audi A4 2.0 TDI
AudiVom Skandal sind weltweit Fahrzeuge von Audi (Tochtermarke) betroffen:In Europa sind rund 2,3 Millionen Autos mit einem Vierzylinder-TDI betroffen.In den USA sind rund 14.000 Audi A3 betroffen.
Audi A1Audi A1 SportbackAudi A3
Skodaweltweit sind 1,2 Millionen Fahrzeuge bei Skoda betroffen. EA 189-Aggregate wurden in diesen ŠKODA Modellen verbaut: - Fabia II (Baujahre 2009 bis 2014)- Roomster (Baujahre 2009 bis 2015)- Rapid (Baujahre 2011 bis 2015)- Yeti (Baujahre 2009 bis 2015)- Octavia II (Baujahre 2009 bis 2013)- Superb II (Baujahre 2009 bis 2015).
Skoda FabiaSkoda Fabia CombiSkoda Rapid SpacebackSkoda RapidSkoda YetiSkoda OctaviaSkoda Octavia CombiSkoda SuberbSkoda Suberb Combi
Seatetwa 700.000 Fahrzeuge von Seat
Seat IbizaSeat ToledoSeat LeonSeat Leon SC

ml

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