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So sieht Audi das Aus für das Prestigeprojekt Artemis – VW-Machtwort hat entschieden

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Von: Dominik Jahn

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Audi Artemis
Audi-Chef Markus Duesmann hat das Projekt „Artemis“ ins Leben gerufen. Jetzt wurde es von VW-Chef Oliver Blume wieder gestrichen. © dpa/ Daniel Wollstein

Der Autohersteller Audi muss die Entscheidung von VW hinnehmen. Der Mutterkonzern soll das Prestigeprojekt Artemis gestrichen haben. Jetzt hat sich das Unternehmen dazu geäußert.

Bei Audi wurde zuletzt immer wieder deutlich, wie sehr man doch immer wieder mit Zukunftsproblemen im VW-Konzern zu kämpfen hat. Erst im Dezember gab es Meldungen darüber, dass VW-Chef Oliver Blume mit einem Machtwort den Ingolstädtern mal eben das Zukunfts-Modell „Artemis“ gestrichen, wie echo24.de berichtet hat. Auf Nachfrage der Redaktion erklärt Audi den Verlust seines Prestigeprojektes.

Der Druck auf Chef Markus Duesmann wird auch durch weitere Entscheidungen der Unternehmensmutter erhöht. Für die Ingolstädter wird 2023 der Erfolg zur Pflicht. Zudem soll Duesmann über die Vorgehensweise im Fall Artemis wenig begeistert gewesen sein. Laut einem Bericht in der „Auto Motor Sport“ soll ihm „Blumes Entscheidung sehr missfallen haben“.

Audi lässt mit Aussage Raum für Spekulationen

Der Unmut ist laut dem Fachmagazin durchaus verständlich. Hält man sich vor Augen, dass Markus Duesmann als Mitglied des Vorstandes im Mutterkonzern Volkswagen zum einen zuständig ist für die Markengruppe „Premium“, aber zusätzlich eben auch Vorstandsvorsitzender der Audi AG ist. Mit dem Machtwort durch Blume und dem Aus für Artemis, dürfte demnach auch das Ansehen der Ingolstädter Autohersteller innerhalb des gesamten Konzerns gesunken sein.

Unternehmen:Audi
Hauptsitz:Ingolstadt
Gründung:16. Juli 1909, Zwickau
Dachorganisation:Volkswagen AG

Auf Nachfrage von echo24.de, ob das Projekt inzwischen tatsächlich von der Liste gestrichen wurde, verzichtet Audi auf klare Aussagen und flüchtet sich in Fachjargon. Damit bleibt viel Spielraum für Spekulationen. In der Antwort heißt es: „Durch die Anpassung der Roadmap für die E³-Architekturen hat der Volkswagen Konzern verlässliche und langfristige Entwicklungs-Prämissen für Produktportfolio, Mechatronik-Plattformen und technische Funktionen geschaffen. Der Richtungsentscheid des Konzernvorstands stellt die zum jetzigen Zeitpunkt bestmögliche, leistbare Lösung für den Konzern dar.“

Der Autohersteller wird nur mit einer Ansage zu Artemis deutlich

Mit der Aussage, man habe „die zum jetzigen Zeitpunkt bestmögliche, leistbare Lösung für den Konzern“ gewählt, könnte Audis Artemis als eher unrentables Projekt dastehen für VW. Außerdem scheint Duesmanns Hoffnungsträger-Modell, den Aussagen nach, einfach nicht mehr in die zukünftige Ausrichtung des Konzerns zu passen: „Die neuen Prämissen sind die Basis für die individuellen Planungen aller Marken und die Ableitung der jeweiligen Entwicklungsschwerpunkte für das zukünftige Portfolio.“

Eine konkrete Aussage zum Projekt Artemis gab es am Ende von Audi nicht. In aller Deutlichkeit heißt es abschließend lediglich: „Ergebnisse werden wir zu gegebener Zeit kommunizieren.“ Klarer ist dagegen bereits, welche Modelle ohne Nachfolger bleiben und welche Modelle die Autobauer ab 2023 produzieren.

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