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Audi mit neuen Aufgaben im Konzern – VW-Chef gibt Verantwortung ab

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Von: Dominik Jahn

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AUDI Konzernzentrale
Audi soll mehr leisten – VW-Chef verteilt Aufgaben im Konzern und erhöht damit die Verantwortung. © dpa/ Daniel Kalker

VW-Chef Oliver Blume hat eine klare Vorstellung von der Zusammenarbeit mit Audi und Porsche. Doch es gibt einen Haken: Mit mehr Verantwortung im Konzern könnte aber auch die Kontrolle größer werden.

Zuletzt hatte man im VW-Konzern die Unternehmenstochter Audi deutlich spüren lassen, dass man nicht zufrieden ist mit den letzten Entwicklungen, wie echo24.de berichtet hat. Audi-Chef Markus Duesmann kämpft um das erhoffte interne Ansehen, und das Jahr 2023 muss zum Erfolgsjahr werden. Jetzt erklärt VW-Boss Oliver Blume, dass er den einzelnen Marken mehr Verantwortung übertragen möchte.

Es erscheint wie ein Kurswechsel. Erst nimmt man Audi augenscheinlich mit einigen Maßnahmen ein paar Freiheiten weg, dann spannt man die Ingolstädter wieder mehr ein im VW-Konzern. Auf der anderen Seiten lässt man damit aber die Konzern-Tochter mehr leisten und hat sie im Blick. Oliver Blume erklärte dazu im „Handelsblatt“ (Artikel hinter der Bezahlschranke), dass man Ende Januar mit allen Vorständen zu einer „Zieleklausur“ zusammenkommen werde.

VW-Chef Blume erklärt sein Vorhaben mit Audi und Porsche

Laut dem Bericht sollen sich dabei „die Konzerneinheiten künftig zu klaren Kennzahlen bekennen“. Auf deren Basis würden dann sogenannte „virtuelle Equity Stories“ entwickelt werden - simulierte Börsengänge. Getestet wurde dieses Vorgehen demnach bereits mit der „IPO von Porsche im September 2022. Die Aktien des Sportwagenbauers sind inzwischen mehr wert als die von Volkswagen“.

Unternehmen:Audi
Hauptsitz:Ingolstadt
Gründung:16. Juli 1909, Zwickau
Dachorganisation:Volkswagen AG

Das Ziel des VW-Chefs: Er möchte den Automobilkonzern „dezentraler“ führen. Marken wie Audi oder Porsche sollen damit mehr Verantwortung übernehmen für das gesamte Unternehmen. Wie „Der Aktionär“, auf Grundlage des Interviews im „Handelsblatt“ schreibt, wird die Kernmarke VW sich um Produktion und Einkauf für das gesamte Unternehmen kümmern, Audi um Vertrieb und Qualität und Porsche um Entwicklung und Design. 

VW: Mehr Kontrolle durch mehr Verantwortung für Audi und Porsche?

Mit der neuen Strategie lassen sich für Oliver Blume die Erfolge einzelner im Konzern sicher besser kontrollieren. Wer kurzfristige und langfristige Pläne für Strategie, Produkte, Finanzen und Nachhaltigkeit vorlegen muss, der lässt sich auch gut daran messen. Nicht nur für Audi-Chef Markus Duesmann bleibt damit der Druck hoch für die Zukunft.

Experten hatten in der Vergangenheit besonders hart den fehlenden Output bei Audi kritisiert. Zu viele Projekte, zu wenig Autos auf dem Markt gebracht. Die neuen Modellen für 2023 sollen dabei endlich den Erfolg bringen für die Ingolstäder Autobauer.

Audi steht 2023 vor einem schwierigen Jahr in der Automobilindustrie

Spannend wird zudem die Entwicklung auf dem so wichtigen Markt in China sein. Zuletzt musste hier gerade auch Audi eine herbe Niederlage einstecken. Mit den Verkaufszahlen lag man deutlich hinter der chinesischen Marke BYD. Allerdings hatten 2022 alle deutschen Hersteller Probleme auf diesem Markt.

Langfristig versucht Audi in jedem Fall weitere Kosten einzusparen. So gab man bekannt, bis 2033 die Ausgaben für die Werke halbieren zu wollen. Der Auto-Konzern setzt auf mehr Digitalisierung und legt zudem Produktionen von VW und Audi zusammen. Und ganz ohne Stellenabbau wird es auch nicht gehen. Dazu und zu den zuletzt schlechten Absatzzahlen hat das Unternehmen gegenüber echo24.de auf Nachfrage bereits Stellung genommen.

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