NDR zeigt Reportage „Die Windjäger“

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In Cuxhaven warten die Stützkreuze auf ihren Transport Richtung Borkum. Szene aus „Die Windjäger“. ▪

Von Achim Lettmann ▪ Wie sieht die Energiewende aus? Woher kommt der Strom der Zukunft? Erste Eindrücke von den neuen Kraftwerken gibt die Reportage „Die Windjäger – der Riesen-Windpark vor Borkum“ im NDR-Fernsehen. Es geht um den ersten Hochseewindpark, der von der russischen Firma Bard aufgestellt wird. Frank Schulte und sein Kamerateam (Radio Bremen) werden auf der Plattform Bard 1 willkommen geheißen. Große Wellen, viel Wind und Männer, die das aushalten, das darf man erwarten und das liefert auch die Reportage „Die Windjäger“. In der Nordsee läuft der große Testlauf für die Energiewende.

Das TV-Team bleibt vor allem am Objekt. Wie werden 120 Meter lange Rotorenblätter für die Windkraft gebaut? Wo lagern die dreibeinigen Sockel für den Windmast? In Cuxhaven blickt die Fernsehkamera in Hallen, die so gigantisch sind wie einst bei Krupp in Essen. 40 Meter werden die Stützkreuze (450 Tonnen schwer) in den Meeresboden gerammt. Nochmal 40 Meter sind es bis zur Wasseroberfläche. Und darüber steht ein 150 Meter hohe Windanlage mit Mast, Rotor und Kraftumwandler (82 Tonnen). Die monumentale Größe ist auf dem kleinen Fernsehbild kaum zu vermitteln. Aber wie die Arbeitsvorgänge miteinander verzahnt sind, das wird in der Reportage stationsweise bebildert. Natürlich darf gestaunt werden, über Transportmaschinen mit hunderten von drehbaren Rädern, über Spezialschiffe, die auf dem Meeresgrund stehen können, über Menschen wie Oliver Thies, der diese Technik verantwortlich bedienen kann. Der Kranführer stammt aus Westfalen und sagt: „Einen Grobmotoriker kann man da nicht ran lassen.“

Die Problemanalyse deckt allerdings nur das Erwartete auf. Salzwasser bedroht die Stützkreuze aus Stahl, hohe Wellen verzögern die Arbeiten vor allem im Herbst. Und was macht dann ein Sturm mit den Rotorblättern, wenn es wirklich dramatisch wird? Frank Schulte zeigt die Arbeiter und Ingenieure, aber ins Logbuch ihrer Probleme lassen sie ihn nicht schauen. Nur soweit: Ja, es gibt Aggressionen, weil man auf engstem Raum zusammen arbeitet. Das Essen muss gut sein, sonst sinkt die Stimmung.

Der Bard-Firmenbesitzer Arngolt Bekker bleibt im Hintergrund. Er gehörte zum Aufsichtsrat der russischen Gazprom-Gesellschaft. Zu offiziellen Terminen erscheint seine Tochter Natalia. Welchen Weg die Geldströme nehmen, ist nicht Thema der Reportage. Es geht um Technik und die Hoffnung, dass alles klappt.

NDR, 21.45 Uhr

Quelle: wa.de

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