The Wombats im Kölner E-Werk

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Matthew Murphy singt und spielt mit der Band . - Foto: Zöllner

Von Frank Zöllner -  KÖLN Wenn ein Gradmesser für eine intensive und hitzige Show die Anzahl an Personen ist, die mit Kreislaufproblemen von den Ordnern aus der Menge gezogen werden muss, dann haben The Wombats früh ihr Ziel erreicht.

Bereits bei den ersten Tönen der Auftaktnummer „Your Body Is A Weapon“ hat die Security alle Hände voll zu tun – und der Abend wird diesbezüglich wenig entspannter verlaufen.

Zum Abschluss einer Klubtournee stellte sich am Montagabend im ausverkauften Kölner E-Werk das Liverpooler Trio vor – speziell um für ihr am 10. April in Deutschland erscheinendes neues Album „Glitterbug“ zu werben. Sieben Songs davon sind in der 17 Lieder umfassenden Setlist zu finden. Diese sind, etwa wie die Single „Greek Tragedy“, insgesamt ein bisschen weniger krachig und dafür elektronischer. Und auch die Songs des neuen Albums kennen die Fans teilweise und gehen dazu mit.

Aber natürlich ist auch noch die ruppige Energie da, für die Wombats genauso steht. Der sich charmant zurückhaltende Sänger, Gitarrist und Keyboarder Matthew Murphy erzählt, dass er bei einem früheren Konzert in der Rheinmetropole ein Mädchen beim Stage Diving so getroffen habe, dass sie ohnmächtig wurde. Aber solche Auswüchse nimmt ein Wombats-Konzert anno 2015 nicht mehr an. Wobei allerdings das Publikum schon früh bei der Indierock-Hymne „Moving To New York“ begeistert mitgeht.

Murphy kommuniziert voller Zurückhaltung mit den Fans. Ganz anders aber beim körperlichen Einsatz. Er fliegt mit seiner Gitarre über die Bühne, seine wilde Mähne steht ihm wie elektrisiert vom Kopf. Dazu drischt Drummer Dan Haggis auf sein Instrument ein, und der immer wieder sich wild im Kreis drehende Bassist Tord Øverland-Knudsen weiß ebenfalls nicht, wohin mit seiner Energie.

Das Trio spielt auch die Hits wie die extrem tanzbaren Powerpop-Nummern „Tokyo (Vampires & Wolves)“, das spaßige „Techno Fan“ und „Kill The Director“. Die Basis ihrer cleveren und fein arrangierten Songs sind immer eingängige und perfekte Melodienbögen, in denen abwechselnd Gitarren, Schlagzeug oder das Keyboard den Ton angeben und die gepaart werden mit Sing-along-Passagen. Diese sind auch in Köln Einladungen an die Fans, sich lautstark einzubringen. Besonders laut geschieht dies auch bei der Dance-Punk-Hymne „Let’s Dance to Joy Division“ von ihrem Erstlingswerk „A Guide to Love, Loss & Desperation“, der nach 80 Minuten voller guter Laune das Konzert beendet.

Der Weg bis zu den neuen, stark durch Synthesizer geprägten Songs wie „Headspace“, ist lang. Aber nun haben sich The Wombats eben einen anderen Teil der 80er Jahre als Musikschablone ausgeguckt und setzen dies auch optisch um. Denn die Bühnendeko zeigt eine Großstadt-Skyline mit Hochhaus-Umrandungen durch die guten alten Neon-Lichtstreifen – ein weiteres Markenzeichen dieser Epoche.

Quelle: wa.de

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