Das Trio Hotel FM beim Eurovision Song Contest

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Zuversichtlich: Komponist Gabriel Baruta (links) sowie David Bryan und Alex Szuz (rechts) in Düsseldorf. ▪

Von Dominic Rieder ▪ DÜSSELDORF–Vielerorts in Düsseldorf sind sie derzeit immer wieder auf den Straßen der Rheinmetropole zu sehen: Die großen Busse eines Münchener Transportunternehmens, auf denen das Logo des Eurovision Song Contest und in Herzform die Flagge eines der Teilnehmerländer prangt. Sie bringen die Delegationen in ihr Hotel, zu einer Stadtbesichtigung, zur Shoppingtour auf der Königsallee oder zum gemütlichen Abendessen in der Altstadt.

Meist jedoch steuern die Busse die Düsseldorfer Arena an, denn Freizeit ist eher rar und der Terminkalender vollgepackt mit Proben, Pressekonferenzen, Interviews, wie auch David Bryan, Sänger des rumänischen Trios Hotel FM, zu berichten weiß. So sei die Zeit in Düsseldorf für die Band stärker von Hektik geprägt als ihr Alltag in Rumänien, erzählt der gebürtige Brite. „Wir sind erst seit kurzem in Rumänien berühmt. Zwar werden wird schonmal im Einkaufszentrum erkannt und angesprochen, aber es ist jetzt nicht so, dass sich eine große Menschentraube um uns bildet und Fotos knipst.“

An ihren Probetagen in der Arena wird Bryan und seinen Bandkollegen, Pianist und Komponist Gabriel Baruta sowie Schlagzeuger Alex Szuz, indes größere Aufmerksamkeit zuteil. Für viele Anhänger des Eurovision Song Contests aus aller Welt, die mit speziellen Fan-Akkreditierungen vor Ort sind, ist ein Autogramm, ein gemeinsames Foto oder ein Small Talk mit den Interpreten aus 43 Nationen heißbegehrt. Auch die Rumänen sind gefragt. Die Gruppe freut sich über das rege Interesse an ihrem Beitrag „Change“ – einem flotten Weltverbesserungs-Song mit Brit-Pop-Einschlag, mit dem sie am Donnerstag im 2. Halbfinale startet (ARD, 21 Uhr) und kommt jedem Autogramm- oder Fotowunsch freundlich nach.

Etwas Zeit, um sich den Düsseldorfer Sehenswürdigkeiten wie Rheinturm, Medienhafen, Rheinuferpromenade oder Schloss Benrath zu widmen, bleibt dann aber doch. Eine Stadtbesichtigung und eine Bootstour seien geplant, so Bryan, der bereits bei seiner Ankunft einen positiven Eindruck der Rheinmetropole gewonnen hat. „Eine sehr, sehr schöne Stadt“, betont der Musiker. Bryans erster Besuch in Nordrhein-Westfalen ist es allerdings nicht. Eine Klassenfahrt während seiner Schulzeit führte ihn nach Meinerzhagen im Sauerland. „Ein wirklich traumhafter Ort im Bergigen“, erinnert sich der Engländer.

Nach Rumänien verschlug es den Sänger übrigens der Liebe wegen. Seine englische Freundin nahm die Möglichkeit wahr, in dem osteuropäischen Staat ein soziales Hilfsprojekt zu betreuen. Zur Gruppe Hotel FM stieß Bryan schließlich, als er bei einem Karaoke-Abend auftrat und dort von Bandgründer Gabriel Baruta entdeckt wurde. Und mit dem Sieg beim Vorentscheid am Silvesterabend fand die nationale Karriere des Trios ihren bisherigen Höhepunkt. Beim Televoting musste sich Hotel FM zwar mit dem zweiten Platz begnügen, zum Sieg reichte es aber dank der Fachjury, zu der ein gewisser Johnny Logan zählte – mit drei Siegen für Irland (1980 und 1987 als Sänger sowie 1992 als Komponist) der erfolgreichste Teilnehmer in der 55-jährigen Geschichte des Contests.

Quelle: wa.de

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