„The Dorf“ erhält den Jazzpreis Ruhr und bringt eine CD heraus

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Ohne Saxophon, aber mit Hut: Jan Klare dirigiert „The Dorf“ bei einem Auftritt im Dortmunder Jazzclub Domicil. Jetzt wurde das Projekt mit dem Jazzpreis Ruhr ausgezeichnet.

Von Ralf Stiftel Dortmund/Moers - Das Ruhrgebiets-Großorchester „The Dorf“ erhält den Jazzpreis Ruhr 2013. Wie das Jazzwerk Ruhr mitteilt, wird der Preis (10 000 Euro) an das Ensemble für die Entwicklung eines musikalisch „einzigartigen und urbanen Projekts“ vergeben. Die von Jan Klare geleitete, 2006 gegründete rund 25-köpfige Band wird längst über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus wahrgenommen. Beim Moers Festival treten „The Dorf“ am Samstag bereits zum dritten Mal hintereinander auf.

„Der Jazzpreis bedeutet für uns die Anerkennung des Propheten in der Heimat“, meinte Klare zum Jazzpreis, den die „Dorf“-Musiker für ihren „unverwechselbaren Sound der Region“ erhalten haben. „The Dorf“ präsentiert Neues in Moers. Den Schwerpunkt bilden zwei Kompositionen, die aus Klares Beschäftigung mit Beethovens 5. Symphonie entstanden sind.

Eine davon hört man auch auf der aktuellen CD von „The Dorf“ (Korn/Rough Trade), die gerade erschienen ist. Sie enthält fünf Kompositionen, die live in Moers und im Dortmunder Jazzclub domicil eingespielt wurden. Gast ist der Schlagzeuger FM Einheit, bekannt von den „Einstürzenden Neubauten“. Das berühmte „Ta-ta-ta-daaa“ der „Fünften“ empfängt den Hörer auf dem Baritonsax, ehe das Schlagzeug mächtig loslegt. Dann wechseln durcharrangierte Passagen mit Material der Symphonie mit ekstatischen Kollektivimprovisationen. Auf der CD bekommt man auch einen feinen Querschnitt durch das musikalische Spektrum des Ensembles. Die „Overtüre“ arbeitet mit Themen, deren risikofreudige Intervalle von Frank Zappa inspiriert scheinen. Das längste Stück, „Well“, hingegen arbeitet mit einem Motiv, das wie eine Minimal-Music-Komposition von der Band wiederholt wird. Immer wieder verdichtet sich das Klangbild und wird transparenter, laut und leise. Und die zweite Hälfte des Tracks versucht verschiedene Formen des Schluss-Machens, sei es im Verebben, sei es in Kadenzen.

Das Werk verbindet scheinbar Unverträgliches, Motive aus Klassik, Rock, Jazz, zu einer umwerfenden, druckvollen Musik. Die Klasse der Band überträgt sich schon auf dem Tonträger – live sollten Steigerungen möglich sein.

Termine:

heute, domicil Dortmund,

Samstag, Moers Festival

20.6. domicil Dortmund,

domicil: Tel. 0231/ 862 90 30,

www.domicil-dortmund.de

Moers: Tel. 0180 / 50 40 300, www.moers-festival.de

www.thedorf.net

www.jazzwerkruhr.de

Quelle: wa.de

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