Stradivari aus Landesbesitz soll bei Zimmermann bleiben

Von Robert Vornholt DÜSSELDORF - Mit einem Kunstgriff soll verhindert werden, dass der Violinist Frank Peter Zimmermann seine Instrument „Lady Inchiquin“ verliert. Bisher stellt die Portigon AG – Nachfolgeunternehmen der abgewickelten landeseigenen WestLB – dem Musiker die Geige zur Verfügung, die Antonio Stradivari 1711 gebaut hat.

„Sie ist wie die große Liebe meines Lebens“, beschreibt der Künstler seine Beziehung zur 303 Jahre alten Geige, die er seit 2002 nutzt. Das Verhältnis droht gestört zu werden. Die Bank will das Instrument, das mehrere Millionen wert ist, an einen südkoreanischen Bieter verkaufen. Damit Zimmermann die Stradivari behält, werden Gespräche mit einem europäischen Investor geführt, der sie weiter dem Virtuosen überlassen würde.

Dieser Fall ist ein Beispiel für die anhaltende Debatte über den Verkauf von Kunstwerken durch Landestöchter. Zwar hat Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) in einem Schreiben an Museumsdirektoren versichert, dass „die Landesregierung nicht die Absicht hat, Kunst, die sich im direkten Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen befindet, zum Zwecke der Haushaltskonsolidierung zu veräußern“. Aber das verstehen Kulturschaffende so, dass Kunstwerke in indirektem Eigentum des Landes sehr wohl zum Verkauf stehen sollen. Inzwischen haben sich die Museumsdirektoren in einem zweiten kritischen Brief an Kraft gewandt.

CDU-Kulturexperte Thomas Sternberg hofft, dass die Versteigerung der Warhol-Werke ein „Warnschuss“ ist, damit sich der Bilderverkauf nicht wiederholt. Sternbergs Wunsch ist es, dass die Portigon-Kunstsammlung in die Kunststiftung NRW eingegliedert wird, so dass Museen die Kulturgüter nutzen können. „Wir müssen eine Inventarisierung in Angriff nehmen, um nicht zuletzt auch den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes offenzulegen, welche Kunstwerke sich im Eigentum Nordrhein-Westfalens befinden. Nur so können auch zukünftige Kunstverkäufe ohne das Wissen dieser und des Parlamentes verhindert werden.“

Quelle: wa.de

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