Stefano Bollani/Hamilton de Hollanda: O que sera (ECM)

Ungewöhnlich ist diese transkontinentale Paarung zwischen dem italienischen Pianisten Stefano Bollani und dem brasilianischen Bandolim-Virtuosen Hamilton de Hollanda. Die Bandolim ist eine zehnsaitige Mandoline. Muss man eigens betonen, dass die Musiker hier rasend schnelle Unisoni vortragen, dass sie sensationell schnell Frage und Antwort spielen, dass die Musik hier wie aus einem Guss klingt?

Das Wesentliche ist damit doch gar nicht gesagt. Bollani und de Hollanda treffen sich zwischen den musikalischen Welten, beginnen mit einer Ballade der Bossa-Nova-Klassiker Edu Lobo und Chico Buarque, „Beatriz“. Dann gibt’s munteren Modern Jazz mit Bollanis „Barbone Di Siviglia“. Und was kitzeln sie aus dem alten Italo-Schlager „Guarda Che Luna“ heraus, bei dem am Ende vermutlich Bollani knurrig singt und die Verse zerkaut wie eine Paolo-Conte-Parodie.

Witz haben sie natürlich auch. Später singt der Pianist sein Solo auf Buarques „O Que Sera“ im Falsett mit. Man kann die rhythmischen Spielchen in Baden Powells „Canto de Osannha“ genießen, wo sie auf ihren Instrumenten trommeln. Und zum Abschluss bieten sie einen Streifzug durch die Musikgeschichte, mit einer Stride-Piano-Einlage und einem Turbo-Mozart-Finale, das den Saal zum Toben bringt.

Quelle: wa.de

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