Interview: Stanfour will beim Adam ordentlich Gas geben

Konstantin Rethwisch (links) ist der Sänger der Band Stanfour, die er 2004 mit seinem Bruder auf Föhr gründete. ▪

SOEST ▪ Als Konstantin Rethwisch mit seinem Bruder Alexander die Band Stanfour gründete, waren sie noch zu viert. Beim Adam-Festival am 29. Juli darf sich das Soester Publikum über acht Stanfour-Musiker freuen. Unser Mitarbeiter Marc Thöne sprach mit Konstantin Rethwisch über Bandnamen, Föhr und Erfahrungen als Vorgruppe internationaler Topstars.

Konstantin Rethwisch, do you speak german?

Konstantin Rethwisch: (lacht) Ja, also hauptsächlich german.

Ich frage, weil bei einem Meet & Greet kürzlich ein älterer Gewinner bemerkte, dass er sich vorab erkundigen musste, ob er mit Ihnen englisch sprechen müsse. Werden Sie in Deutschland oft für eine internationale Band gehalten?

Rethwisch: Das kommt immer noch ab und zu vor. Am Anfang war es klar, weil uns niemand kannte. Inzwischen wissen viele, dass wir aus Norddeutschland kommen. Aber es ist nahe liegend, weil wir englischsprachige Musik machen.

Welche Nationalität vermutet man im Ausland bei Ihnen?

Rethwisch: Das ist sehr unterschiedlich. Die Amerikaner unterscheiden gar nicht zwischen europäischen Nationalitäten, für die ist Europa eins. Da werden wir eher mal in die skandinavische Abteilung eingeordnet.

Das Adam-Festival findet auf dem ehemaligen Exerzierplatz einer belgischen Kaserne statt. Ist das für Sie ein ungewöhnlicher Auftrittsort?

Rethwisch: Eigentlich nicht mehr, weil wir öfters mal in Kasernen oder Kasernen nahen Gegenden gespielt haben. Der Vater unseres Gitarristen arbeitet bei der Bundeswehr. Von daher haben wir sowieso einen gewissen Bezug dazu.

Was war bislang Ihr ungewöhnlichster Auftrittsort?

Rethwisch: Das war eine Kaserne in Hessen. Dort haben wir für eine Panzerdivision in einer alten Panzerlagerhalle gespielt. Das war klasse.

Was werden Sie in Soest abliefern? Wie lange werden Sie spielen?

Rethwisch: Das ist immer die Frage, wie lange man uns lässt. Ich glaube, es wird eine gute Stunde sein. Wir werden natürlich Stücke aus unseren beiden Alben spielen, aber auch ein, zwei neue Songs spielen. Wir hoffen, dass wir ordentlich Gas geben können.

Sind die neuen Stücke Vorboten eines neuen Albums?

Rethwisch: Wir schreiben derzeit neue Stücke. Wir planen, dass wir das Album im November im Kasten haben. Dann wird es kurze Zeit später herauskommen.

Wird es Sie als Insulaner vor dem Auftritt noch an das westfälische Meer, den Möhnesee, ziehen?

Rethwisch: Das kann gut sein. Es hängt natürlich davon ab, wie viel Zeit wir haben. Wenn es sich ergibt, werden wir auf jeden Fall dort hinfahren.

Verdrehen Sie eigentlich mittlerweile die Augen, wenn Sie mit einer Überschrift „Von der Insel Föhr reist die Band Stanfour an“ angekündigt werden?

Rethwisch: Das Insel-Thema ist immer sehr gerne genommen. Für einige ist es sicher auch ungewöhnlich. Gerade im Süden Deutschlands wissen viele nicht, dass Deutschland so viele Inseln hat. Darum ist es ein gern genommenes Thema. Für uns ist es normal. Wir wohnen mittlerweile auch nicht mehr dort, sondern in Hamburg. Die Leute sind einfach interessiert und finden es spannend, dass man auf einer Insel groß geworden ist. Wir beantworten die Fragen aber gerne.

Für alle Soester, die in den Sommerferien noch zum Gegenbesuch nach Föhr aufbrechen: Was ist Ihr ultimativer Insel-Geheimtipp?

Rethwisch: Es gibt die Diskothek Olympic. Wobei eigentlich ist sie gar kein Geheimtipp, weil es auf der Insel nur die eine Diskothek gibt. Es gibt viele schöne Plätze. Ich bin immer gerne in ein, zwei Strandbars. Die würde ich den Soestern auf jeden Fall empfehlen.

Was haben Sie sich als Vorband von a-ha, Bryan Adams, Pink oder den Scorpions abschauen können?

Rethwisch: Das ist sehr unterschiedlich. Die Scorpions haben jahrelange Bühnenerfahrung und liefern eine faszinierende Rockshow ab. Unsere Gitarristen werden immer bei dem Feuer aus der Gitarre neidisch. Bei Bryan Adams ist es einfach unglaublich, über welchen Zeitraum er gute Qualität liefert. Die Stimme hält auch, wenn er zwei Stunden spielt. Was man bei diesen Bands immer merkt, ist die Leidenschaft, auf die Bühne zu gehen. Sie können schwierig sein, bevor sie auf die Bühne gehen, aber wenn sie dort stehen, machen sie es mit unglaublich viel Leidenschaft.

Relativieren sich viele Einschätzungen, wenn man die Superstars hinter der Bühne kennen lernt?

Rethwisch: Gerade als Vorband wird es einem nicht immer leicht gemacht. Das sind oft schon merkwürdige Verhaltensweisen. Meist aber nicht von den Künstlern selbst, sondern vom Umfeld. Damit muss man umgehen und kann es dem Künstler nicht vorwerfen.

Wer fällt Ihnen als positives Beispiel ein?

Rethwisch: Die Scorpions sind sehr nett, auch wenn sie oft als Band gelten, die nur schwer zugänglich sei. Bei a-ha kann ich es schwer sagen. Es ist kein Geheimnis, dass sie innerhalb der Band sehr zerstritten sind. Deshalb haben sie sich auch aufgelöst. Da war überhaupt kein Bandgefühl da. Zu ihnen hatten wir keinen Kontakt. Bryan Adams hingegen ist einfach nett, entspannt und zurückhaltend.

 

Quelle: wa.de

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