Social Distortion feiert das Jubiläum einer Platte in Köln

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Legt sich ins Zeug: Frontmann Mike Ness von der kalifornischen Band „Social Distortion“ in Köln.

Von Tim Griese KÖLN - Vor 25 Jahren veröffentlichte die kalifornische Punkrock-Band Social Distortion ihr drittes Album, betitelt mit dem Bandnamen, das sich zur erfolgreichsten Platte der Bandgeschichte entwickeln und die Gruppe auch im Mainstream bekannt machte. Anlass genug, um mit der Scheibe auf eine nostalgische Tour um den Globus zu gehen. Auch in Köln stoppt der musikalische Antiquitätenladen mit seinen eingängigen Punkrock-Hymnen.

Als „Social Distortion“ 1990 in den Auslagen der Plattenläden aufgestellt wurde, war die Band noch mit einem anderen Line-up unterwegs. Auch schon davor und danach hat es immer Wechsel gegeben. Die einzige Konstante ist Frontmann Mike Ness geblieben, der sein „Baby“ seit der Gründung im Jahr 1978 hegt und pflegt.

Social Distortion haben längst so etwas wie einen Legenden-Status in der Punkrock-Szene erreicht. Ness, mittlerweile 53, ist zu ihrer Kultfigur geworden. Seine musikalischen Wurzeln verortet der Gitarrist und Sänger in 1950er Jahren, als Rockabilly, Country und Blues in Mode waren.

Auf ein Best-of-Set müssen die Fans wegen des Tour-Themas verzichten. Hits allerdings gab es auch auf „Social Distortion“ ausreichend: „Story of My Life“ zum Beispiel, wahrscheinlich die Social-D-Nummer schlechthin, in der sich alles um eine verpasste Chance auf eine Liebesbeziehung dreht. Dank rechtzeitiger Positionierung in der Tracklist der Platte kommen die Fans schon früh in den Genuss des Stücks. Der Refrain wird sehnlichst erwartet, und dann donnern sie los, die Fans, im eingängigen Sing-along-Teil, während Ness Gitarre gniedelnd in die Knie geht und rotzfrech gen Hallendach spuckt. Ness liebt die Attitüde.

Der eingängige Chorus von „Sick Boys“ steht dem Vorgänger-Song in nichts nach und handelt von Jungs, die immer wieder in Schwierigkeiten geraten und keiner Auseinandersetzung aus dem Weg gehen. „Ball and Chain“, ebenfalls ein Klassiker im Schaffen der Band, schraubt das Tempo runter und offenbart sich als Wehklage: „Es sind jetzt zehn Jahre, und es gab tausend Tränen. Jetzt sieh dir mal den Schlamassel an, in dem ich stecke“, jammert Ness darin. „Eine gebrochene Nase und ein gebrochenes Herz, eine leere Flasche Gin“, zählt er auf.

Der Sänger, in Massachusetts geboren, ist gut aufgelegt. Schnoddrig nuschelnd sucht er den Smalltalk, animiert seine Anhänger dazu, für mehr Stimmung zu sorgen, und reißt auch ein paar Witze: Über „99 to Life“, wo es um einen Kerl geht, der sein Mädchen umgebracht hat und in der Gefängniszelle seine Tat bereut, sagt er: „Nehmt den Song bitte nicht wörtlich. Nicht, dass ihr mit einem Klappmesser rausgeht und euch ein Mädchen schnappt.“

Im zweiten Teil des Konzerts dröhnen Songs von anderen der bis dato erschienenen sieben Studioalben aus den Boxen. Mit „Gimme the Sweet and Lowdown“ und dem genialen „Machine Gun Blues“ gibt es auch zwei Songs von der aktuellen Platte „Hard Times and Nursery Rhymes“. Die Rolling-Stones-Ballade „Wild Horses“ bleibt schön langsam, erhält aber durch den Ness-Schwermut den typischen Vibe der Band. „Ring of Fire“, der größte Hit von Country-Ikone Johnny Cash, zieht das Tempo dann noch einmal an – eine Nummer, die nicht fehlen darf.

Quelle: wa.de

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