Shooting-Star Bruno Mars in der Live Music Hall Köln

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Bruno Mars (rechts) mit Band in Köln. ▪

Von Frank Zöllner ▪ KÖLN–Nur eine Bitte wird Bruno Mars während seines Konzertes Live Music Hall ausgeschlagen. Die Aufforderung: „Legt die Smartphones weg und tanzt!“ ignoriert das überwiegend weibliche Publikum. Dieser Abend muss unbedingt in Gänze dokumentiert werden, um gegenüber denen angeben zu können, die keins der begehrten Tickets ergattert haben.

Dem 25-jährigen Shooting-Star wird zudem ein ständiges, ohren-betäubendes Gekreische entgegen gebracht. Wenn der Hawaiianer lächelt, scheinen ihm die Herzen zuzufliegen. Und wenn er seine von seinem Idol Elvis Presley abgeschauten Hüftschwünge ansetzt, kokettiert er verschmitzt mit seinem Image als Sexsymbol.

Mars, der mit bürgerlichen Namen Peter Gene Hernandez heißt, ist aber auch erfolgreicher Songschreiber und Produzent. Er war an Travie McCoys Hit „Billionaire“ beteiligt – und trägt ihn im Rahmen des knapp 70-minütigen Auftritts vor. Auch beim WM-Song „Waving Flag“ von K‘Naan hatte Mars seine Finger im Spiel.

Nach der Schulzeit zog Mars nach Los Angeles, um als Musiker Karriere zu machen. Einen Plattenvertrag blieb ihm zunächst aber verwehrt – so wurde er Produzent. Dass seine Karriere verglüht wie eine Sternschnuppe, ist nicht zu erwarten. Er ist das jüngste von sechs Kindern einer Musikerfamilie in Waikiki. Auch dass Mars ein Multi-Instrumentalist ist, demonstiert er. Das Intro zeigt ihn als Schlagzeuger, danach ist die Gitarre dauerhaft im Einsatz. Erster Lohn seiner Arbeit sind Grammys für sein Debüt-Album „Doo Wop & Hooligans“ und für die Single „Just The Way You Are“. Auch die aktuelle Single „Grenade“ stand in mehreren Ländern an der Charts-Spitze – und der luftige „The Lazy Song“ hat das Zeug zum nächsten Sommerhit.

Sein Programm muss Mars noch strecken, um einen Konzertabend ausfüllen zu können. So verweist er auf seine Anfänge in Bars und Kneipen – und mischt dazu auf die Melodie von Nivanas „Smells Like Teen Spirit“ Michael Jacksons „Billy Jean“ – um dann zur „Seven Nation Army“ der White Stripes umzuschwenken. Auch der verstorbene King Of Pop scheint großen Einfluss auf die Entwicklung von Mars gehabt zu haben – zu erleben in einer fünfminütigen grazilen Tanzchoreografie.

Neben den sehr kraftvollen Elementen zeigt Mars vieles von dem, weswegen der Großteil seiner weiblichen Fans gekommen ist: Schmuseballaden, die von Sehnsucht, Vertrauen („Count On Me“), Bindung („Marry You“) und der Schönheit von Frauen künden – vorgetragen von einer einschmeichelnden und gehauchten Stimme.

Stilistisch zeigt sich Bruno Mars verspielt. Das Grundgerüst aus Soul, R&B und Pop wird mit ein paar Spritzern Rap und Reggae angereichert. Der talentierte Musiker kündigt sein baldiges Wiederkommen an – vermutlich wird er dann die kuschelige Klub-Atmosphäre gegen große Hallen oder Stadien tauschen.

Quelle: wa.de

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