Schlagzeugspiel: Pablo Held: Glow (Pirouet/Edel)

Pablo Held: Glow (Pirouet/Edel). Das feinnervige Schlagzeugspiel, das den Beat eher umkreist als stur markiert. Das expressive Saxophon, das sich immer höher in ekstatische Motivschleifen windet. Der festliegende Akkord eines Harmoniums.

Die Auflösung in einem Riff, und dann folgt ein Piano-Solo. Das Stück „LP“ erinnert an die Dramaturgie der Kollektivimprovisationen auf den Alben von Miles Davis, als er den Rockjazz entdeckte. Nur dass dies sozusagen eine Unplugged-Version ist, ohne elektrisch verstärkte Instrumente. Der Pianist Pablo Held hat schon mit seinen ersten beiden Einspielungen in Trio-Besetzung beeindruckt. Mit „Glow“ legt er nun ein Album in großer Besetzung nach, und wieder gelingt ihm eine Überraschung, die den Hörer beglückt. Zehn Musiker spielen hier, aber nicht unbedingt alle zugleich, eher hat man den Eindruck wechselnder Formationen, die sich mal orchestral verdichten, dann wieder zu kleinen Gruppen finden. Neben der Rhythmusgruppe seines Trios, Robert Landfermann (Bass) und Jonas Burgwinkel (Drums) spielt Helds Lehrer Hubert Nuss Harmonium und Celesta, es gibt eine Harfenistin, aber auch drei Bläser. Das Titelstück besteht aus einer zehnminütigen Improvisation über einer festgelegten Tonfolge, praktisch einem einzigen Akkord, aus dem wunderbare Klangfarben und Harmonien entwickelt werden. Das folgende „Rebirth Of A Song“ kommt rhythmisch markanter daher. Andere Stücke haben einen eher kammermusikalischen Charakter wie „Secret“ mit dem feinen Cello von Henning Sieverts. ▪ RALF STIFTEL

Quelle: wa.de

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