„RubbeldieKatz“ von Detlev Buck mit Matthias Schweighöfer und Alexandra Maria Lara

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Matthias Schweighöfer als „Alexandra“ und Alexandra Maria Lara als Sarah in dem Film „RubbeldieKatz“. ▪

Von Achim Lettmann ▪ Der deutsche Kinostar der Stunde ist Matthias Schweighöfer. Der Blonde mit dem Bubilachen wird vom Publikum geliebt. In dem Film „Friendship“ (2010) wollten ihn 1,6 Millionen Kinogänger sehen. In der Komödie „What a man“ (2011) ist er Hauptdarsteller und Regisseur zugleich. Und wieder erfolgreich. Nun profitiert Regisseur Detlev Buck vom Sunnyboy in der Liebeskomödie „RubbeldieKatz“.

Alex (Matthias Schweighöfer) ist ein netter Schauspieler, der an der Berliner Vagantenbühne ein älteres Publikum unterhält. Sein Bruder Jürgen (Detlev Buck) will mehr und fährt ihn zum Casting für einen Hollywoodfilm. Vorher allerdings lernt Alex eine schöne Frau kennen. Die Nacht wird stürmisch, die Liebe ist unverhofft („Strangers in the Night“) und geheimnisvoll, denn Sarah verschwindet am anderen Morgen. Dass Alex dann beim Vorsprechen eine lesbische Frau aus der NS-Zeit spielen muss, kompliziert die Arbeit. Aber richtig prekär wird es erst, als sein One-Night-Stand erscheint und sich als Star des Films erweist. Mit einem Versteckspiel beginnt „RubbeldieKatz“, was soviel heißt wie, mach‘ mal schnell.

Das scheint auch das dramaturgische Konzept von Anika Decker (Drehbuch) zu sein, die bereits mit „Kein-ohrhasen“ (2007) und „Zweiohrküken“ (2009) Kassenerfolge schrieb. Der Filmplot rauscht von einer Sinnkrise zur nächsten Gefühlsdramatik. Alexandra Maria Lara spielt die Superdarstellerin Sarah, sensibel und suchend. Eigentlich passt das „Bambi“ gar nicht ins harte Filmbusiness. Ihre Agentin wird von Sunnyi Melles schnippisch zugespitzt. Für sie sind Liebe und Familie nur Medienthemen, aufgebauscht und überholt: „Das war in den 80ern“, sagt sie.

In einer deutschen Komödie geht es um die „wahren“ und dann im Kino naiv inszenierten Gefühle. Das ist seit den 80/90er Jahren und den Beziehungskisten mit Katja Riemann so, und das will auch Detlev Buck nutzen. Alex und Sarah werden sich schon finden, aber bis dahin müssen sie diese unromantische Welt mit all ihren sexuell Orientierungslosen ertragen. Alex hat eine „Männerfamilie“ an der Backe, die zufällig auf Kerle trifft, wie sie Cartoonist Ralf König gezeichnet hat. Da wird auch Bruder Jürgen schwach, der eigentlich nur den stieseligen Manager markiert („Schau‘ auf unser Konto“). Den Loser Basti spielt Maximilian Brückner mit Verzögerung und Wollmütze. Und Freund Jan (Denis Moschitto) führt ins Männergespräch ein: Wo liegt denn der G-Punkt? Ein bisschen Buddie-Komödie wird – RubbeldieKatz – noch eingebaut. Das Roadmovie folgt später.

Solche Genre-Zugriffe wirken für den Moment, aber im Verlauf des Films ist spürbar, Regisseur Buck inszeniert nur aufs Klischee. Damit ist nicht Alex‘ fehlgezündete Ex gemeint, auch nicht das Katzenköpfchen auf Sarahs Slip. Sondern die Sexprobleme, die diese Erfolgsfrau hat und ihr Bedürfnis, einen Mann mit Plan zu bekommen. Das lässt sich nicht einfach machen. Auch Kollege Thomas (Max von Thun) wird im Strickkäppi demontiert. Die Machosuche in Zeiten desorientierter Männer und schwuler Kostümbildner (Milan Peschel) soll ein Megaspaß sein.

Dabei gerät die ganze Story ins Wanken. Nur die erstklassigen Schauspieler halten diese Komödie noch zusammen. Lässt man peinliche Abende auf der Reeperbahn („Wir wollen die Möpse sehen!“) mal beiseite, gibt es absurde Momente bei der Persiflage auf Hollywood. Joachim Meyerhoff spielt einen Ami-Regisseur, der platter kaum sein kann. Auch er verliebt sich in die deutsche Frau, die Schweighöfer ganz kernig und hoffnungsvoll zeigt, wenn Sarah in ihre/seine Nähe kommt. Nun knistert es, obwohl der Film laut und vorhersehbar ist. Und das liegt vor allem an Alexandra Maria Lara und – natürlich – Matthias Schweighöfer.

Der Film

Eine Liebeskomödie mit derben Klischees, die von den Schauspielern gerettet wird.

Regie: Detlev Buck

Darsteller: Matthias Schweighöfer, Alexandra Maria Lara, Max von Thun, Detlev Buck

Dauer: 108 Minuten

Wertung: +++oo

Quelle: wa.de

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