Ronan Keating mit neuem Album in Oberhausen

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Begeistert die Fans auf seiner Tour: Der irische Sänger Ronan Keating. ▪

Von Andreas Sträter ▪ OBERHAUSEN–Mit dem Schmelz in seiner Stimme lässt er die Herzen seiner Fans dahin fließen. Nach sechs Jahren ist der irische Popsänger Ronan Keating mit einem neuen Solo-Album auf Tour. Am Wochenende gab der smarte 35-Jährige ein umjubeltes Konzert in Oberhausen für seine Fans aus dem Ruhrpott und dem Rheinland. Einige Sitze bleiben leer – doch die, die da sind, feiern ihn umso mehr. Vor etwas mehr als 2500 Zuhörern stellt er in der Arena am Centro sein neues Album „Fires“ vor, das im vergangenen Herbst erschienen ist.

Vom ersten Song an ist der Jubel groß, dabei hat Keating keinen seiner größten Hits zum Einstieg gewählt, sondern den Titelsong seines neuen Albums. Die Botschaft von „Fires“ ist: niemals aufzugeben. „Glaube an dich, sei mutig, gib niemals auf!“ Ein Feuer habe er auch unter seinem Hintern anzünden müssen, um in die Gänge zu kommen, sagt er. „Ich musste herauskommen aus dem dunklen Loch, in dem ich gesteckt habe.“ Der Sänger meint damit sicher nicht nur die Trennung von seiner Frau Yvonne Conolly und den Tod des Freundes und früheren Bandkollegen Stephen Gately. Dann erhebt er seine Stimme zum Stück „Easy Now My Dear“. Das Lied ist leise, nicht aufdringlich, feinfühlig, die Stimme klingt vom ersten Ton an zerbrechlich. Der Saal ist ruhig. Stille.

Die Bühnenshow des Sängers und zeitweiligen Gitarristen ist relativ simpel: Eine Background-Sängerin, eine Hand voll Musiker und Scheinwerfer. Es soll Keating pur sein, bei einigen Balladen ist der Spot so auf ihn gerichtet, dass der Rest der Bühne im Dunkeln unsichtbar bleibt. Er präsentiert sein neues Album, doch die Fans in Oberhausen hängen ihm erst an den Lippen, wenn er die alten Songs trällert. Natürlich muss er „If Tomorrow Never Comes“, „The Way You Make Me Feel“, „Loving Each Day“ und „Life Is A Rollercoaster“ singen. Daran führt kein Weg vorbei. Die Hitnoten im Nummer-Eins-Hit „When You Say Nothing At All“ aus dem Film „Notting Hill“ dehnt er in die Unendlichkeit. Da wäre weniger mehr gewesen.

Sechs Jahre lang war von ihm nichts Neues mehr zu hören. Auch sein letztes Konzert in Deutschland ist schon eine Weile her. Im Sommer 2011 trat er noch bei einem Open-Air auf einem traurigen Parkplatz an der Dortmunder Westfalenhalle auf. Das muss nicht schön gewesen sein für den Sänger. „Oberhausen, schön wieder bei Euch zu sein!“, ruft er in die Halle und wippt locker zu fröhlichen Songs über die Bühne. Ihm geht es gut, das sieht man. Passend dazu singt er den Titel „Alright“. Das Stück ist ein typischer Song für den neuen Keating. Er wollte eine optimistische Platte machen, wie er sagt – ein „hoffnungsvolles, positives Album“. Denn die vergangenen Jahre hätten ihm gezeigt: „So schlecht es dir auch geht – es ist immer Hoffnung da.“ Geholfen hätten ihm dabei seine Fans. „Ich bin so froh, wieder auf der Bühne zu stehen – ich würde auch vor 20 Leuten spielen“, sagt Keating. Der Weg zu seinem neuen Album sei eine echte Reise gewesen, für die er eine Weile gebraucht habe. „Aber ich habe es geschafft und ich erzähle euch nun sozusagen mein Leben mit diesen Songs.“ So wie etwa in „Scars“ (Narben), in dem es heißt: „Sie sind ein Teil von mir. Sie machen mich zu dem, der ich bin.“

Über seine Zeit als Posterboy verliert der Mann aus Dublin aber nicht mehr viele Worte. Aber die Boy-Band Boyzone ist ein Teil von ihm. Vor 20 Jahren begann er seine Laufbahn mit der zusammengecasteten Gruppe. Es folgte ein rasanter Aufstieg, besonders in Großbritannien und Irland hatte die Band viele Nummer-eins-Hits. Darüber hinaus erreichten alle vier Alben Platz Eins der britischen Charts – das hatten vorher nur die Beatles geschafft. Im Jahr 1998 löste sich die Gruppe auf und Keating startete seine Solo-Karriere. Ende des Jahres feiert er mit seinen verbliebenen Bandkollegen den 20. Geburtstag der Gruppe mit Shows in England und Irland.

Quelle: wa.de

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