Rekordbesuch bei der 20. Mayday in Dortmund

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Junge Gäste einer traditionsreichen Party: Blick auf die Mayday in Dortmund. ▪

Von Benedikt Ricken ▪ DORTMUND–Was kann man über eine Musikveranstaltung sagen, die so alt ist wie ein Großteil ihrer Besucher? Gehört sie zum alten Eisen, oder kommt sie trotzdem im modernen Gewand daher?

Die Mayday, auch als „Mutter aller Raves“ bezeichnet, meisterte zum 20-jährigen Bestehen den Spagat zwischen beiden Alternativen. In den Dortmunder Westfalenhallen tanzten am Wochenende Fans der elektronischen Musik zu wummernden Bässen und treibenden Beats in den Mai. Dabei waren aktuellste musikalische Stilrichtungen ebenso vertreten wie der „Twenty Young Dome“: Auf dem neu geschaffenen Tanzbereich legten die DJs aus den Anfangsjahren der Veranstaltung auf, unter anderem standen dort Marusha und Tanith an den Plattentellern. Um die Zeitreise perfekt zu gestalten, besorgten die Veranstalter in ganz Deutschland Lampen und Boxen aus der Zeit um die Mayday-Gründung. Ältere Besucher schwelgten in Erinnerungen, jüngere Technofans betrachteten die Retro-Klänge als willkommene Abwechslung.

Das größte Geschenk zum runden Jubiläum wurde der Mayday allerdings von ihren Anhängern selbst beschert: Mit 27 000 Partygästen feierten so viele Raver wie nie zuvor – Besucherrekord. Die tanzende Menge verteilte sich auf fünf Bereiche, die von über 50 DJs beschallt wurden. Von hart-brachial in der „Factory“ bis locker-groovig im „Casino“ wurde jeder elektronische Musikgeschmack bedient, ganz gleich ob von Weltstars wie Paul van Dyk oder Newcomern wie Laserkraft 3D. Mit von der Partie waren auch Sven Väth, Jeff Mills, Angerfist, Tom Novy oder Westbam, der bereits auf jeder Mayday die Platten drehte. Damit Licht und Ton ihre beeindruckende Wirkung erzielen konnten, wurden 350 Tonnen Technik installiert.

Die Erfolgsgeschichte der Mayday startet 1991 im frisch vereinten Berlin, zur Rettung des Jugendsenders DT64 feiern 6000 Raver die erste Ausgabe des Events – damals noch mit Gasmasken, Staubsaugerschläuchen und Schweisserbrillen futuristisch bis ulkig verkleidet. Ab 1993 findet die Mega-Party in Dortmund statt und zieht dort Jahr für Jahr Ravermassen in ihren Bann – wenn auch heute nur noch selten mit Gasmasken. Neonfarben liegen hingegen voll im Trend.

Auch lange nach ihrer Gründung, lange nachdem Techno-Musik die Charts beherrschte und die Hymne „Sonic Empire“ sogar die deren Spitze erklang, zeigt die Mayday, dass altes Eisen noch lange nicht rosten muss. Die Szene ist lebendig und passt sich dem Zeitgeist an, bewahrt jedoch auch alte Sounds und Traditionen. So dürften auch die nächsten 20 Jahre locker zu meistern sein.

Quelle: wa.de

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