8000 Besucher auf dem Schlossplatz

Rapper Cro in Münster: Alles ganz „easy“

Foto: Schwabbauer

MÜNSTER - „Hi Kids, ich bin Carlo“, tönt es über den Schlossplatz – Carlo Waibel alias Sänger Cro ist zu Gast in Münster und bringt rund 8000 Zuschauer zum Feiern.

Von Laura Schwabbauer

Als mit den letzten Sonnenstrahlen der weiße Vorhang in Münster fällt, beginnt die Menge ekstatisch zu kreischen. Der Schlossplatz ist bis auf den letzten Platz gefüllt, schon mehrere Wochen im Vorfeld war das Konzert ausverkauft. Cro, der mit seiner Single „Easy“ die Charts stürmte, bringt das Publikum sofort zum Tanzen. Seine Musik nennt der 23-jährige „Raop“, eine Mischung aus Rap und Pop, gepaart mit unterhaltsamen Texten.

Mit „Kein Benz“ heizt der Stuttgarter mit der Pandamaske die Stimmung weiter an, hier hat er auf eine bekannte Melodie gesetzt, hat „Jerk it Out“ von den Caesars gesampelt, also Teile der Aufnahme in seinen eigenen Kontext eingebaut. So verfährt er bei mehreren Stücken, hat beispielsweise „I need a Dollar“ vom amerikanischen Sänger Aloe Blacc zu „Blank“ umfunktioniert. Ihre Textsicherheit beweisen die Zuschauer bei „Du“, mit dem Cro auf Rang zwei der Charts landete, einer an die 80er Jahre erinnernden Mischung aus Synthie-Pop und Rap. Bunt gemischt ist das Publikum auf dem Schlossplatz, einige Eltern sind mit ihren Kindern da, viele Studenten, die weiblichen Fans haben die leichte Mehrheit.

Mit dem Sonnenuntergang leitet Cro einen ruhigeren Teil seiner abwechslungsreichen Setlist ein. „Jeder Tag“ verdeutlicht Cros Lebensphilosphie, die ans „Carpe diem“-Motiv erinnert, er singt: „Jeder Tag könnte dein letzter sein, drum, wenn du irgendjemand magst, sag es am besten gleich.“

Rapper und Sänger Teesy, der vor Cros Auftritt das Publikum in Stimmung gebracht hat, unterstützt den Stuttgarter Rapper bei „Lange her“. Es ist auf dem kostenlosen Mixtape „Sunny“ erschienen und sorgt für Romantik auf dem Schlossplatz.

Zwischen seinen Liedern scherzt Cro mit seiner Band, (Gitarrist Tim Schwerdter, Drummer Flo König) und dem Publikum herum. So zieht er plötzlich eine blonde Langhaar-Perücke, sein DJ Psaiko Dino setzt das dunkelhaarige Pendant auf, und die beiden rocken kurz zu Nirvanas „Smells like Teen Spirit“.

Die Live-Version der aktuellen Single „Whatever“ leitet das Finale des ersten Konzertteils ein, es wird getanzt und gefeiert. Doch auch für seine Zugaben hat sich Cro noch etwas einfallen lassen: Er geht zurück zu seinen Anfängen, seinem ersten kostenlosen Mixtape von 2011. „Konfetti“ heißt das Lied, das fast hymnenhaft ebenfalls das Carpe diem-Motiv anreißt: „Wenn alles scheiße ist und du dich fragst wofür, und du langweilst dich, weil wieder nix passiert, dann mach’s wie Elli und Sally, und werfe mit Konfetti!“ Passend dazu werden Nachthimmel und Schlossplatz in glitzerndes Konfetti gehüllt, ein tolles Bild.

Ausgelassen, friedlich ist die Stimmung, und ein Gänsehaut-Moment bleibt ebenfalls nicht verwährt: Cros Erfolgs-Single „Easy“ tönt zum Abschluss des abwechslungsreichen Konzertes durch die Nacht. Cro selbst muss nicht mehr zum Mikro greifen, 8000 Menschen singen für ihn.

Quelle: wa.de

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