Queen-Musical erfrischt: „We will rock you“ in neuer Form ab April 2013 in Essen

+
Zurück zu den Wurzeln: Christopher Brose und Jeannine-Michele Wacker spielen die Hauptrollen im Queen-Musical „We will rock you“ in Essen. Sie stehen vor dem Londoner Dominion Theatre, wo das Stück läuft. ▪

Von Edda Breski ▪ LONDON–Der Größenwahn gehört zum Rockstar wie die E-Gitarre und eine Flasche Hochprozentiges. Die Band Queen, deren Mitglieder schon zu ihren besten Zeiten nie durch ausgeprägte Bescheidenheit geglänzt haben, hat sich vor zehn Jahren ein Denkmal auf der Musicalbühne gesetzt. „We will rock you“ läuft seit zehn Jahren im Londoner Dominion Theatre. Bis 2008 war das Musical in Köln zu sehen. Ab April ist eine Tourproduktion in Essen zu erleben.

Das mit der Bescheidenheit ist in „We will rock you“ wirklich kein Thema. Wir befinden uns in der Zukunft auf dem „iPlanet“, in der deutschen Version „Planet eBay“. Alle echte, das heißt noch von Hand gemachte Musik ist ausgestorben, sogar die Erinnerung daran ist getilgt. Schuld daran ist die Killer Queen, die mit ihrem Konzern Globalsoft und ihrer Synthesizer-Mucke alle Menschen kontrolliert.

Nur die beiden Jugendlichen Galileo und Scaramouche rebellieren und entdecken auf ihrem Weg in die Freiheit die einzig wahre Musik der einzig wahren Band, deren Geist im Stadion der Stadien (Wembley!) fortlebt. Der Weg führt vorüber an einer gigantischen Freddy-Mercury-Statue (das Original steht im schweizerischen Montreux), die den Weg weist, zu Brian Mays Gitarre. Noch Fragen?

Die Story wurde ausgearbeitet von dem britischen Comedyautor Ben Elton, der Vorgaben der überlebenden Queen-Mitglieder Brian May und Roger Taylor umsetzte. Die beiden sind heute noch „Musical Supervisors“ für jede neue Produktion. Elton hat für die Kultserie Blackadder geschrieben und ist ein verlässlicher Lieferant einer verträglichen Variante des britischen Humors. „We will rock you“ lebt durch Brechungen, von denen man nicht ganz genau weiß, wie ernst sie am Ende gemeint sind.

Die grandiose Theatralik der Queen-Songs bietet ausreichend schillernde Folie für verrückte Szenarios. Zum Beispiel in der Bar „Seven Seas of Rhye“, wo der Barman Bap über die gehirngewaschenen Opfer des Killer-Queen-Konzerns, die jungen „Bohemians“, wacht und das Auftauchen von Galileo und Scaramouche mit Zoten und Kalauern kommentiert.

Neue Darsteller wird es geben. Aus Berlin kommt Christopher Brose, ein schmaler Typ mit ernsten Augen und, ausgerechnet, einer Vorliebe für Hiphop. Der 23-Jährige hat in dem Udo-Lindenberg-Musical „Hinterm Horizont“ mitgemacht (unter anderem als Udo). Den Galileo, den Rockrebell, der mehr will als nur „Radio GaGa“, nimmt man ihm durchaus ab.

An seiner Seite wird Jeannine-Michele Wacker spielen. Sie kommt aus der Schweiz und wurde unter anderem in New York ausgebildet. In ihrer Heimat gab die 23-Jährige die „Heidi“ im Musical. Sie wirkt süß und mädchenhaft – man darf abwarten, was sie aus der kratzbürstigen Scaramouche macht, die ihrem Galileo mehrfach kräftig Paroli bieten muss.

Die Rolle der Killer Queen wird von Brigitte Oelke übernommen. Für Besucher der ersten Stunde gibt das ein Wiedersehen: Sie war 2004 als erste in dieser Rolle in Köln zu sehen.

Die neue deutsche Version ist vor allem in dem Teil über die „Bohemians“ mit Witzen über aktuelle Stars und Sternchen aus Rock und Pop aufgefrischt. Wobei die Frage lautet: Müssen wir uns Sorgen machen, wenn die Briten Witze über Cliff Richard machen, wir aber über Daniel Küblböck?

Auch in Sachen Technik hat sich etwas getan. So sind neue dreidimensionale Videosequenzen entstanden, die die Welt des Konzerns Globalsoft mit quietschigen Farben in reduzierter Computerspieloptik illustrieren – man erwartet, Madonna und Kylie Minogue Hand in Hand über die Screens hüpfen zu sehen. 2,6 Tonnen werden dafür bewegt.

Auch in Essen werden einige der Queen-Hits auf Deutsch zu hören sein. Man darf gespannt sein auf die Neuerungen. Aber auch so ist „We will rock you“ spaßig und unterhaltsam, und natürlich vor allem eine Revue voller Ohrwürmer.

Die Show

Die überarbeitete Auflage der deutschen Fassung von We will rock youist ab April 2013 für vier Monate in Essen zu sehen. Die Premiere findet am 11.4. statt. Ab Dezember gastiert die Produktion in Basel.

Karten: http://www.eventim.de

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare