Die Preisträger des Lichtkunstpreises in Unna

Blick in den Angstraum: Jacqueline Hens Installation „Apocalypse A_AP“ im Lichtkunstzentrum Unna. Foto: Gay

Unna – Der Titel ist Programm bei „Apocalypse A_AP“. Die beeindruckende Rauminstallation aus Neonröhren, Spiegelflächen und Sound von Jacqueline Hen spielt mit der Wahrnehmung und gaukelt unendliche Tiefe vor. Wie in einem cool designten Schwimmbad führt ein Steg scheinbar über ein weit nach unten gähnendes Loch. Aber auch nach oben hin scheint sich der Raum grenzenlos auszudehnen.

Hens Arbeit ist im Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna zu sehen. Die 1989 geborene Künstlerin, die an der Schnittstelle von Design, Kunst und Forschung arbeitet, hat damit den zum dritten Mal ausgeschriebenen International Light Art Award gewonnen. Der Preis (10 000 Euro und eine Ausstellung) wird im zweijährigen Turnus vom Zentrum in Kooperation mit der innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft vergeben. Unter dem Leitmotiv „The Future of Light Art“ wurden fast 350 Entwürfe aus 57 Ländern eingereicht, aus denen eine Fachjury die drei Finalisten wählte, deren Werke mit Arbeiten von sieben Studierenden im Gewölbekeller der ehemaligen Lindenbrauerei in Unna präsentiert werden.

Der Besucher darf (wenn er die Schuhe auszieht) den Steg von Hens Installation betreten und sich der angsteinflößenden und gleichzeitig berauschenden Erfahrung aussetzen. Das Licht schwillt an und ab, genau wie der technoide Klang der Sinustöne, eine Choreografie aus pulsierenden Reizen.

Eine weitere Arbeit im Finale ist „Lichtvolumen“. Mitten im Kreis ist ein dunkler Fleck, eine Art schwarzes Loch, wo kein Licht auftrifft. Charlotte Dachroth (1981) und Ole Jeschonnek (1984) machen in ihrer Installation Licht als plastisch-fühlbares Material sichtbar. Mitten im pulsierenden, flirrenden Weiß fällt die Abwesenheit von Licht besonders auf. Das Künstlerduo arbeitet seit dem Studium an gemeinsamen Projekten.

Stiller und poetischer, aber kaum weniger beeindruckend ist die Installation „Myrkvior“ (2018) des 1977 in Japan geborenen Künstlers Yasuhiro Chida, der sich in seinen Arbeiten auf Naturerfahrungen wie Höhlenwanderungen oder Bergbesteigungen bezieht. In Unna bewegt man sich durch eine beinah schwarze Nachtwelt, in der Tausende von Lichtpunkten zaghaft wie Tauperlen oder winzige Sterne glimmen. Tatsächlich hat man das Gefühl, etwa bei Mondschein durch eine verzauberte Landschaft zu spazieren, in der man leicht die Orientierung verliert. Um diese Illusion zu erschaffen, hat der Künstler ein feines Gespinst aus Fäden durch das Gewölbe gespannt, von denen die einzelnen Lichtpunkte leuchten.

MARION GAY

Bis 10.11., Führungen di – fr 13, 15, do auch 17, sa, so stündlich von 11 – 17 Uhr

Tel. 02303/ 103751

www.lichtkunst-unna.de

Quelle: wa.de

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