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Fatih Kurceren publiziert im Buch „Pithead“ seine Fotografien aus dem Ruhrgebiet

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Von: Achim Lettmann

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Mädchen aus Gelsenkirchen-Ueckendorf
Eine Fotografie von Fatih Kurceren. © Fatih Kurceren/Wasmuth und Zohlen Verlag

Fatih Kurceren zählt zu den Fotografen, die den Wandel im Ruhrgebiet begleiten. Im Buch „Pithead“ sind Bilder aus seinen Serien publiziert.

Der Fotograf Fatih Kurceren bewegt sich im Ruhrgebiet. Hier ist Veränderung die einzige Konstante. Der Strukturwandel geht weiter. Kurceren, der im türkischen Bursa 1976 geboren wurde, studierte 2003 Germanistik in Ankara, bis er der Liebe wegen nach Deutschland kam. Er schloss sein Fotografie-Studium an der Folkwang Hochschule in Essen 2013 ab. Als Taxi-Fahrer und auf Spaziergängen lernte er seine neue Heimat kennen. Kurceren lebt in Oberhausen.

Bilder aus Kurcerens Foto-Serien sind im Buch „Pithead“ zu sehen. Der Titel ist ein Begriff aus dem Bergbau und meint „über Tage“. Hier trifft der Fotograf auf Jugendliche, die sich eigene Identitäten geben, wie das Mädchen aus Gelsenkirchen-Ueckendorf. Das Porträt zeigt eine junge Frau, die mit Ketten, T-Shirt und Mütze ihre Erscheinung entwirft; sie erprobt, was zu ihr passt, was sich gut anfühlt. Ein Jugendlicher trägt Markenklamotten, zwei Mädchen umarmen sich, ein farbiger Junge und ein dunkelhaariges Mädchen sind unter ihrem Schirm das Paar für diesen Moment. Kurceren zeigt sie mithilfe seiner Mittelformatkamera als Individuen, die ihre eigenen Lebensentwürfe angehen. Er kennt die urbanen Bilder Tobias Zielonys.

Unter den 66 Fotografien gibt es Stadtbilder einer kleinteiligen Wohnarchitektur. Hinterhöfe, Grünanlagen, der Kanal, Wohnblocks und Parkplätze sind Orte im Ruhrgebiet. Kurceren weist sich auch als Farbfotograf aus, wenn er die Aral-Tankstelle im Dämmerlicht zeigt. Oder wenn gleißendes Sonnenlicht auf Hausfassaden mit dem Goldlack eines Autos korrespondiert. Es geht nicht nur um Stimmungen.

Fatih Kurceren: Pithead. Wasmuth & Zohlen Verlag, Berlin. 66 Farbbilder. 144 S., 28 Euro.

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