Neues Album von Patrice: „The Rising of The Son“

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Patrice bringt sein neues Album „The Rising of the Son“ heraus.

Drei Jahre hat er sich Zeit genommen, ist zwischen Deutschland und Jamaika gependelt – das Warten hat sich gelohnt. Sänger Patrice bringt mit „The Rising of The Son“ 14 Songs heraus, die trotz poetischer Texte und leiser Melancholie zum Tanzen einladen.

Von Laura Schwabbauer

2010 brachte Patrice Babatunde Bart-Williams „One“ heraus, ein Erfolg in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Schon damals setzte der gebürtige Hamburger, Sohn eines Schriftstellers aus Nigeria und einer deutschen Mutter, auf seine eigene Mischung aus Funk, Hip-Hop, Soul, Afrobeat, Singer/Songwriter-Manier und vor allem Reggae. Reggae steckt in jedem von Patrices Stücken, die jamaikanischen Klänge blitzen auf dem neuen Album deutlich hervor. Jamaika, sagt Patrice, ist so etwas wie seine „zweite Heimat.“ Sie hat ihn inspiriert, auch für sein sechstes Studio-Album. Das nahm er unter anderem in den von Bob Marley gegründeten Tuff Gong Studios auf.

Der Titel „The Rising of the Son“ ist eine Anspielung auf Patrice zweiten Namen Babatunde, der „die Rückkehr des Vaters“ bedeutet. Patrice kam an dem Tag zur Welt, als sein Großvater starb. In „Alive“ – der erste Song, den er für das Album geschrieben hat – geht er mit dem Thema Wiedergeburt um, singt „I have risen from the dead...“.

Seine Texte sind nachdenklich und gesellschaftskritisch. In „1 in 7“ singt er, begleitet von Saxophon und zu forderndem Reggae-Beat: „seven billion ways to live“. Er ruft zu mehr Freiheit auf, erinnert daran, dass jeder die Möglichkeit haben sollte, sich eine von den unzähligen verschiedenen Lebensweisen auszusuchen.

„Hippies with Guns“ hat einen ebenso ernsten Text, der von ruhiger, gefühlvoller Musik getragen wird. „Music is my only weapon“ lautet eine Textzeile, sie verdeutlicht Patrices Haltung. Er ist stets positiv, sieht das große Ganze. Doch mit solchen Stücken, solchen Zeilen vermittelt das Album eine Aufbruchsstimmung, eine leise brodelnde, in der Musik transportierte Revolution. Patrice nimmt Stellung zum Weltgeschehen, doch für ihn findet der Kampf nicht auf der Straße, sondern im Kopf statt – Musik ist die einzige Waffe.

Ruhig und gefühlvoll kommt auch „Good Tomorrows“ daher, für das Patrice die jamaikanische Sängerin Ikaya mit ins Boot geholt hat. Akustik-Gitarre, Patrices helle und Ikayas warme, weiche Stimme harmonieren hervorragend, die Ballade bringt eine soulige Seite am Album hervor, klingt phasenweise fast hymnisch, dann wieder flüsternd. Doch bei aller Harmonie und entspannten Tönen gibt es auch hier wieder leise Kritik: „We are borrowing this world from the children“ – „Wir haben uns die Welt von unseren Kindern nur geliehen“. Patrice regt zum Nachdenken an, greift hier auf eine alte Indianerweisheit zurück. Ein Stück weit ist er eben auch ein Weltverbesserer.

Neben den ruhigen Tönen, kritischen Texten und dem unterschwelligen Hauch Melancholie kehrt Patrice mit seinem sechsten Album aber auch zu seinen musikalischen Anfängen zurück. Das bedeutet wenig Pop, viel Reggae. „Every second“ und „Making Ways“ ist ebenjener bezaubernde Reggae mit positivem Beat. „Cry Cry Cry“ ist absolut tanzbar, „Lover Man“ mit sanftem Piano herrlich entspannt, „Faces“ klingt mit gerappten Elementen und dem Vocal-Refrain nach dem frühen Patrice, der es versteht, die verschiedenen Musikrichtungen zu seinem eigenen Stil zu vereinen.

Quelle: wa.de

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