Neue CD: Wayne Shorter: Without A Net

Wayne Shorter Quartet: Without A Net (EMI/Blue Note). Wahrhaftig, auf dem alten Filmschlager „Flying Down To Rio“ pfeift jemand über die einleitenden Piano-Akkorde. Auch seinen Humor hat Wayne Shorter sich bewahrt. Im kommenden Jahr wird der Jazz-Saxophonist 80. Auf „Without A Net“ ist davon nichts zu hören. Da haut er uns rasend schnelle, endlos lange Melodiebögen um die Ohren, dass wir beim schieren Zuhören atemlos werden. Er bringt freie Passagen, er findet immer neue Ideen für feine melodische, harmonische Erzählungen. Er ist in Topform. Mit seinem bewährten Quartett – Danilo Perez am Piano, John Patitucci am Bass, Brian Blade am Schlagzeug – spielt er auf diesem Live-Album vor allem Eigenkompositionen, zum Teil Material, das er einst für Miles Davis und Weather Report schrieb. Aber hier klingt es, als habe er es gerade erfunden. Auf „S.S. Golden Mean“ setzt Perez afrokubanische Grooves zusammen, und Shorter zitiert Dizzy Gillespies Hit „Manteca“ und baut das Thema ebenfalls aus Baustücken zusammen, bis man es erkennt.

„Pegasus“ ist eine 23 Minuten lange Suite, fast schon eine Kammersinfonie, bei der das Bläserensemble Imani Winds kongenial mitwirkt. Der ohnehin phantastische Drumer Blade ist präsent wie selten sonst, setzt immer wieder knallende Einzelschläge gegen den Beat, macht Rhythmus zu einer eigenen Geschichte.

Man möchte, dass diese Musik nie endet. -  Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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