Neue CD: The Shacks: Haze

The Shacks: Haze

The Shacks: Haze (Big Crown Records/Groove Attack). Ich habe eine Stimme im Ohr, ein Mädchen-Hauchen, tiefenentspannt und ganz nah und so, als singe Shannon Wise nur für mich.

„Haze“ heißt der Song mit seinem so naiv wirkenden und doch bestrickenden Ineinander von Gitarrenklimpern, E-Piano-Akkorden und Glockenspiel. Wise (20) und ihr Partner Max Shrager (21) sind die kreativen Köpfe der New Yorker Band Shacks, und lange nicht mehr klang Retro so wie hier, geradezu bestürzend intim und nah und zugleich so zeitlos, dass man nicht sagen könnte, wann diese 13 Songs aufgenommen wurden. Da sind viele Einflüsse, bei „Birds“ zum Beispiel wird der ätherische Gesang auf einmal von einem Rockriff unterbrochen, aber auf akustischen Instrumenten, dann gibt es seltsames Gezwitscher und ein anschwellendes Echo. Vor allem hört sich das Album an, als wären bei der Entstehung Pilze und Kräuter im Spiel: Als hätte sich eine Psychedelic-Band der 1960er vorgenommen, eine Serie Hits zu schreiben. Alles entschleunigt und locker. „So good“ klingt wie ein Supremes-Song auf Valium, was ausdrücklich nicht böse gemeint ist. „Texas“ könnte aus einem Filmsoundtrack stammen, über swingenden Triolen weht Shannon Wises Stimme, dazu leiert eine Kirmesorgel, und dann greift die Sängerin die aufsteigende Gitarrenfigur auf: „Nanana.“ Auf manchen Songs singt Shrager, und auch er beherrscht die Kunst der stimmlosen Eindringlichkeit. Das ist wunderbar ausgetüftelt in den Arrangements, man höre nur die Ballade „Cryin‘“ mit ihren schwermütigen Streichern, oder das dezent eingebaute Piano in „Sleeping“, oder die schräge Country-Anmutung in „Blue & Grey“.

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