Neue CD: Sebastian Schunke: Genesis. Mystery And Magic

Sebsatian Schunke

Sebastian Schunke: Genesis. Mystery And Magic (nWog Records/Edel). „Adelante“ heißt es gleich zum Start, und los geht’s mit klaren Latin-Grooves. Aber dies ist ganz gewiss keine nette Unterhaltung für die Damen vom Salsa-Kränzchen.

Dazu sind die feinen Rhythmusverschleppungen und -wechsel zu vertrackt, die harmonischen Brechungen zu raffiniert, fordern die Soli zu sehr die Aufmerksamkeit des Hörers. Der Pianist Sebastian Schunke, 40, wurde in Göttingen geboren, hat sich einen Namen gemacht in der Latin-Jazz-Szene, nahm u.a. mit Paquito d’Rivera auf. Dieses Album bietet eine Runderneuerung des Genres – paradoxerweise mit dem Rückgriff auf die frühen Ansätze zum Beispiel von Dizzie Gillespie. Die suggestiven Rumba-, Son und Cumbia-Beats dienen als Material, das umspielt und neu zusammengesetzt wird. Was beim ersten Hören noch etwas sperrig wirkt, gewinnt schnell an Faszination. Zumal Schunke von famosen Kollegen begleitet wird: Dem russischen Trompeter Alex Sipiagin, dem deutschen Posaunisten Nils Wogram, dem österreichischen Bassisten Hans Glawischnig, den Schlagzeugern Pernell Saturnino und Diego Pinera. Schunke ruft die Tradition ab, zum Beispiel in den typischen, moll-grundierten Harmonien. Aber er gibt den Stücken frische Wendungen, bricht einen Groove auf, montiert ein neues Thema. Dazu die schneidend helle Trompete, die unglaublich bewegliche Posaune, zuweilen mehrstimmig in der Mangelsdorff-Nachfolge, und immer wieder mitreißende Rhythmen. Sensationell. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare