Neue CD: Rupa & The April Fishes: Build

Rupa & The April Fishes: Build (Exil/Indigo). Wie klingt Multikulti? Am ehesten vielleicht wie Rupa Marya, die in Indien geborene Weltbürgerin, die nach einer Jugend in Südfrankreich in San Francisco als Ärztin illegale Migranten in der Notaufnahme behandelt und abends in Clubs sang.

„Build“ (Aufbauen) ist ihre dritte Platte, die manchmal raue, ungeschliffene Straßenmusik bietet wie im Titelstück, dann wieder Jazzimprovisationen mit einem Wechselspiel von New-Orleans-Trompete und Akkordeon („Like I Do“), oft über Reggae-Grooves. Diese Musik gewinnt bei jedem Wiederhören, bezieht ihre Komplexität auch durch Auftritte von Gastmusikern und eine vielseitige Instrumentierung, die neben Bläsersätzen auch mal ein wildes Cello-Solo einschließt. Und all das mit politischem Anspruch: Rupa singt für die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz und für die Opfer der Wall Street, sie bietet mit „Firewater“ eine Art „Teufelsaustreibung“ des Alkohols als seelenvollen Blues. Alle Stücke sind Eigenkompositionen, bis auf „The Guns Of Brixton“ der britischen Politrocker The Clash, eine Hymne der Straßenkämpfer, mit einem aktualisierenden Rap von Black Nature von den Sierra Leone All Stars. ▪ Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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