Neue CD: Orvieto von Chick Corea/Stefano Bollani

Von Ralf Stiftel ▪ Chick Corea/Stefano Bollani: Orvieto (ECM). Längst nicht alles, was der US-Pianist Chick Corea in den letzten Jahren spielte, entsprach dem Standard, den der einstige Mitstreiter von Miles Davis und Gründer der Jazzrock-Legende Return To Forever gesetzt hat.

Hier aber, mit seiner ersten Aufnahme für das Label ECM seit 27 Jahren, überzeugt er auf der ganzen Linie. Das mag an seinem Mitstreiter, dem 31 Jahre jüngeren Italiener Stefano Bollani liegen. Mit ihm bestritt er im Winter 2010 ein entspanntes Piano-Duo-Konzert in Orvieto, und der Mitschnitt zeigt, wie sie sich gegenseitig fordern und inspirieren. Sie spielen dabei freie Improvisationen – Corea betont in den Liner Notes, dass sie vorher nicht geprobt hatten.

Sie greifen aber auch in die Jazzgeschichte zurück, bis hin zu einer flinkfingrigen Stride-Version von Fats Wallers „Jitterbug Waltz“, Standards wie „Darn That Dream“, Samba von Antonio Carlos Jobim. Aber sie haben auch eigene Kompositionen im Gepäck: Bollanis „A Valsa de Paula“, bei dem sie sich recht weit von Songstrukturen lösen, und Coreas alten Hit „Armando's Rhumba“, wo sie noch mal richtig Gas geben. Und zum Schluss legen sie wahrhaftig auch das noch hin, die Mutter aller Jam-Session-Formate: „Blues in F“, spielen mit Clustern, Wischern, Pizzicati, und lassen die Musik trotzdem noch nach Mississippi schmecken.

Quelle: wa.de

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