Neue CD: Lyambiko: Muse

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Lyambiko: Muse

Lyambiko: Muse (Sony Classical). Sie hat ja dem Jazz nicht abgeschworen, das hört man in der wunderbar swingenden Interpretation von „Can’t We Be Friends“, mit den Unisono-Passagen mit dem Bass.

„Willow Weep For Me“ habe ich lange nicht so intensiv gehört, da gibt sich Lyambiko ganz dem Thema hin, alte Schule wie zu Billie Holidays Zeiten. Aber wer im Geschäft bleiben will, der darf nicht nur die Nische bedienen. Die 1978 im thüringischen Greiz geborene Sängerin löst das Dilemma glaubwürdig, indem sie Konzeptalben aufnimmt, die das Spektrum weiten. Auf „Muse“ interpretiert Lyambiko Kompositionen von Frauen. Dabei ist Platz für einen Titel der „Fleetwood-Mac“-Sängerin Stevie Nicks, „Landslide“ und für das soulige „On & On“ von Erykah Badu. In „Besame Mucho“ allerdings schmachtet sie etwas zu sehr. Aber dafür wird man mehr als entschädigt mit Nummern wie „Horacio“, einem Titel der Pianistin Jutta Hipp, die es in den 50er Jahren tatsächlich nach New York schaffte. Lyambiko zeigt feinste Vocalese-Künste. Und ihre Version von „Good Bye Pork Pie Hat“ von Charles Mingus (der Ausnahme-Mann auf der CD) ist großes Kino, da scattet sie und findet emotionale Farben wie wenige andere Sängerinnen. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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