Neue CD: Keith Jarrett / Gary Peacock / Jack DeJohnette: After The Fall

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Keith Jarrett / Gary Peacock / Jack DeJohnette: After The Fall

Keith Jarrett / Gary Peacock / Jack DeJohnette: After The Fall (ECM). Der Titel dieses Albums spielt auf die Situation an, in der sich der Pianist Keith Jarrett befand, als er am 14. November 1998 dieses Konzert gab, nach dem Sturz.

Eigentlich erholte er sich vom chronischen Erschöpfungssyndrom, einer schweren Erkrankung, die ihm zwei Jahre lang das Musizieren unmöglich gemacht hatte. Das offizielle erste Album nach der Erkrankung war „The Melody at Night, with You“ (1999). Aber er versuchte eben schon vorher zu spielen. Zur Therapie gehörte der Auftritt mit seinem bewährten Trio, in einem Konzertsaal in der Nähe seines Wohnorts. Man hört diesem Mitschnitt nicht an, dass hier gerade ein Genesender ein „Experiment“ wagt, wie Jarrett es selbst in den Liner Notes schreibt. Mit Bassist Gary Peacock und Schlagzeuger Jack DeJohnette interpretiert der Pianist ein ausgedehntes Programm mit Standards, ausgesprochen spielfreudig, virtuos und voller sprühender Einfälle. Man höre nur, wie er in „Scrapple from the Apple“ die Finger über die Tasten flitzen lässt, wie er 13 Minuten lang „Autumn Leaves“ auslotet, wie er Bud Powells „Bouncing with Bud“ swingen und klingen lässt, und in Sonny Rollins‘ „Doxy“ kostet er die rhythmischen Verzögerungen ebenso aus wie das entspannte Bluesfeeling. Weil das Fest nahte, spendierte Jarrett sogar noch den Evergreen „Santa Claus is Coming to Town“. Da meint man augenzwinkernde Grüße an Vince Guaraldi zu vernehmen, den Begleiter der Charlie-Brown-Filme. Der Meister ist jedenfalls zufrieden, die Aufnahme sei „not really bad at all“, schreibt der heute 72-Jährige in den liner notes zur Doppel-CD. Und wer wollte ihm da widersprechen? - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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